Sprache und Integration: Neues Modellprojekt startet im November 2006
Nicht alle jungen Menschen haben bei der Ausbildungsplatzsuche die gleichen Chancen – fehlende Sprachkenntnisse, schulische Defizite und mangelnde soziale Kompetenzen können die Erfolgsaussichten bei der Suche nach einem Arbeitgeber beieinträchtigen. Gerade Hauptschülerinnen und -schüler haben es dabei immer schwerer. Damit dies nicht so bleibt, haben das Hessische Kultusministerium, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und die Staatlichen Schulämter gemeinsam das Modellprojekt Sprache und Integration ins Leben gerufen.
31.10.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenEin neunmonatiges Sprach-, Sozial- und Methodentraining soll junge Frauen und Männer an 16 hessischen Hauptschulen noch während ihrer Schulzeit fördern.
Das Pilotprojekt startet in den Schulamts-Bezirken Gießen, Lahn-Dill/Limburg-Weilburg, Main-Kinzig und Offenbach. Pro Schule nehmen jeweils 15 Schülerinnen und Schüler mit Sprachdefiziten und/oder Migrationshintergrund an dieser Maßnahme teil.
"Wir wollen und dürfen nicht länger zulassen, dass gerade Schülerinnen und Schüler an den Hauptschulen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz auf der Strecke bleiben. Gerade Sie brauchen eine besondere Ansprache und eine gezielte Unterstützung und Förderung, damit ihre Integrationschancen steigen; nicht nur auf dem Arbeitsmarkt sondern auch in unserer Gesellschaft. Mit diesem Modellprojekt wollen wir Ihnen Angebote machen und neue Perspektiven aufzeigen", so Wolfgang Forell Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.
Das Angebot richtet sich an in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der achten Klassen. Die Teilnahme ist freiwillig. "Nur so können wir junge Menschen dazu bringen motiviert und mit der nötigen Lernbereitschaft die neun Monate des Projektes auch wirklich durchzustehen", erläutert Hessens Kultusministerin Karin Wolff.
Im Einzelnen sieht das Projekt Sprache und Integration folgende Schritte vor:
* Schritt 1: Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt durch die Schule, dabei kommen auch die Berufsberaterinnen und Berufberater der Agenturen für Arbeit zum Einsatz.
* Schritt 2: Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an einem Testverfahren, das durch den Psychologischen Dienst der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt wird.
* Schritt 3: Insgesamt finden sechs Zeitstunden Unterricht zusätzlich pro Woche statt. Davon sollen fünf Schulstunden pro Woche auf Sprach- und eventuell Mathematikunterricht und drei Schulstunden pro Woche auf Sozial- und Methodentraining entfallen.
* Schritt 4: Der zusätzliche Unterricht kann in der neunten Klasse durch Betriebspraktika und Bewerbungscoachings ergänzt werden.
Die Kosten des Programms betragen 204.000 Euro, die jeweils zur Hälfte vom Kultusministerium und der Regionaldirektion Hessen getragen werden.
Kontakt für Rückfragen an die Bundesagentur für Arbeit:
Regionaldirektion Hessen
Karl Brosig, Pressestelle
Saonestraße 2-4
60528 Frankfurt am Main
Telefon 069 / 66 70-418
Telefax 069 / 66 70-294
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