Staatsminister Jürgen Banzer: Entlastung für Lerngruppen, Lehrkräfte und bessere Rahmenbedingungen in 2009

"Ich bin überzeugt, dass die von mir auf den Weg gebrachten Schritte von der Verkleinerung der Klassengrößen bis hin zur Entlastung von Lehrkräften das Lernen, Arbeiten und den pädagogischen Alltag in der Schule entspannen können", erklärte Staatsminister Jürgen Banzer. Die am deutlichsten spürbaren Veränderungen für Schüler und Lehrer würden sich durch die in den kommenden beiden Jahren jeweils 1.000 zusätzlichen Stellen für die Schulen und durch den Wegfall der so genannten Sternchenregelung bei der Klassenbildung für die Eingangsklassen der Grundschulen sowie aller weiterführender Schulen ergeben. "Wenn die Lerngruppen mit dem kommenden Schuljahr 2009/10 kleiner sind, bleibt mehr Zeit für alle und ein besseres Arbeiten wird möglich. Die Rahmenbedingungen für schulisches Arbeiten und die zunehmend heterogene Zusammensetzung der Lerngruppen haben in mir die Überzeugung wachsen lassen, dass es an der Zeit ist für dieses Signal", stellte Jürgen Banzer fest.

17.12.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

Dazu komme, dass die Grundschulen ab dem nächsten Schuljahr selbst entscheiden könnten, ob sie Lerngruppen in der bestehenden Form weiterführen oder zusammenlegen, falls diese den jeweiligen Klassenteiler überschreiten sollten. "Die zahlreichen Gespräche mit Eltern und Schulen haben mir gezeigt, dass Schulen hier aus ihrem pädagogischen Blickwinkel heraus sinnvollerweise selbst entscheiden sollten, wie sie vorgehen", erklärte Jürgen Banzer. Die dritte direkt an den Lerngruppen und ihrem Schulalltag ansetzende Entlastungsmaßnahme sei die Anhebung des Unterrichtsvolumens für Differenzierung pro gebildeter Klasse auf eine Unterrichtsstunde.

"Flankiert wird das Handlungsfeld der direkt lerngruppenbezogenen Maßnahmen durch Verbesserungen der Rahmenbedingungen für das schulische Arbeiten. Hier steht das Thema Verankerung von Schulsozialarbeit an. Diese benötigt einen anderen Stellenwert", sagte der Minister. Zudem müssten Zuständigkeiten und Finanzierung zwischen den Schulträgern, den Kommunen und dem Land geklärt werden. "Ich bin an dieser Stelle optimistisch, dass wir mit den Kommunen eine Lösung finden und die Schulsozialarbeit an den Schulen besser und effektiver etablieren können, als dies bisher der Fall war. Dieses die Arbeit der Lehrkräfte ergänzende Element von Pädagogik wird immer wichtiger, wie die Erfahrungen aus der Praxis zeigen", so Staatsminister Jürgen Banzer.

Neben den direkt lerngruppenbezogenen Maßnahmen und denen, die die Rahmenbedingungen von Schule im Blick hätten, sei das dritte Handlungsfeld die Verbesserung der Situation der Lehrkräfte. "Zum einen werden die Förderpläne entbürokratisiert. Die Zeit, die Lehrkräfte derzeit dafür benötigen, ist bei der Förderung der betroffenen Kinder besser investiert. Die Zielsetzung der Förderpläne kann auch mit weniger Aufwand beibehalten werden", erklärte Minister Jürgen Banzer. Auch der bürokratische Aufwand im Zusammenhang mit der Lehrerfortbildung müsse überprüft werden.

Des Weiteren müsse es mehr pädagogische und organisatorische Freiräume, mehr Selbstständigkeit geben, um Unterricht und Schulorganisation auf die Zusammensetzung der Schülerschaft der einzelnen Schule abstimmen zu können. Was z.B. in Darmstadt gut und sinnvoll sei, könne in Nordhessen unbrauchbar sein. Also müssten die Schulen Luft zum Atmen haben, wie durch die Nutzung von Projektunterricht oder durch die Freiräume der Kontingentstundentafel.

Darüber hinaus sollten Berufliche Schulen, die aufgrund ihrer besonderen Aufgaben teilweise schon einen sehr weiten Weg in Richtung Selbstständigkeit gegangen seien, Körperschaften des öffentlichen Rechts werden können, sofern sie dies wünschten. Auch sei es wichtig, dass die Schulleitungs- und Schuldeputate für Schulen überdacht werden. "Das alte Konzept der Entlastungsstunden muss bei dem sich verändernden Aufgabenspektrum einer Schule und deren Leitungsaufgaben neu in den Blick genommen werden. Bei kleinen Grundschulen, die kaum Stundenentlastung für Organisation und Leitung bekommen, aber unabhängig von ihrer Größe immer einen bestimmten Aufwand für diese Aufgaben haben, zeigt sich dies besonders deutlich", sagte Jürgen Banzer. Darüber hinaus denke er darüber nach, Anregungen und Ideen zur Entbürokratisierung "aus der Praxis für die Praxis" zu bündeln.

"Ich denke, wir haben wichtige und sensible Punkte der schulischen Arbeit und des pädagogischen Alltags ins Blickfeld genommen und vernünftige Maßnamen geplant, wie wir diese Bereiche verbessern können. Auf dem Weg dorthin wird es mit Sicherheit noch Ergänzungen geben, da bin ich gesprächsoffen", so Staatsminister Jürgen Banzer abschließend.


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