"Starke Schulen" in Hessen: Schulen aus Kassel, Bad Arolsen und Wildeck-Obersuhl werden für pädagogische Spitzenleistungen ausgezeichnet

Die besten hessischen Schulen, die zur Ausbildungsreife führen, sind die Offene Schule Waldau in Kassel, die Karl-Preising-Schule in Bad Arolsen und die Blumensteinschule in Wildeck-Obersuhl. In Wiesbaden wurden die Schulen heute mit den Landespreisen des bundesweiten Schulwettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt und ist mit Preisgeldern von insgesamt 220.000 Euro dotiert.

12.02.2009 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

Bundesweit beteiligten sich fast 600 Schulen an der aktuellen Ausschreibung, darunter 61 Schulen aus Hessen. Aus den Einsendungen ermittelte eine Jury mit Vertretern aus Schule, Wirtschaft und Wissenschaft die Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die in Hessen erstplatzierte Offene Schule Waldau in Kassel die Chance auf den Bundessieg. Die drei Bundessieger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 5. Mai in Berlin durch Bundespräsident Horst Köhler geehrt.

„Ich gratuliere den Schulen ganz herzlich zu dieser ausgezeichneten Leistung und danke den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern für ihr großartiges Engagement. Es freut mich, dass der Wettbewerb dazu beiträgt, schulische und pädagogische Spitzenleistungen zu fördern“, sagte Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann. „Gerade vor dem Hintergrund der sich stark verändernden Schullandschaft freuen wir uns, dass sich so viele Schulen aktiv an dem Wettbewerb beteiligt haben. Die Qualität der Bewerbungen ist sehr hoch und zeigt, dass es vielen Schulen hervorragend gelingt, junge Menschen auf das Berufsleben vorzubereiten“, so Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Wettbewerbspartner.

Für den ersten Preis erhält die Offene Schule Waldau in Kassel 5.000 Euro. Die Schule hat ein hervorragendes Konzept der Berufsvorbereitung entwickelt. Betriebspraktika, Werkstatttage und Wahlpflichtkurse in Arbeitsfeldern wie Druckerei, Buchbinderei und Gartenpflege bieten den Schülern in Kooperation mit verschiedenen Firmen Einblick in die Arbeitswelt. Auch die Einbeziehung der Eltern ist ein wichtiger Baustein des Schulprogramms: Sie erklären sich bei der Anmeldung ihrer Kinder mit dem Schulkonzept einverstanden und nehmen an halbjährlichen Eltern-Schüler-Lehrergesprächen teil. Die Verantwortlichkeit der Jugendlichen wird schon früh gefördert: So formulieren sie in den halbjährlichen Gesprächen Ziele, die bis zum Ende ihrer Schulzeit fortgeschrieben werden. Weiterhin haben die Schüler wöchentlich wechselnden Mensadienst und sind für ihre Räumlichkeiten ebenso wie für das Schülerbistro und den Schulgarten zuständig. Methodenkompetenzen und Schlüsselqualifikationen erlangen die Schüler in hohem Maß durch das im Schulprogramm verankerte offene Lernen, den wöchentlich stattfindenden Klassenrat, die Erlebnispädagogik und viele sportliche und musische Angebote.

Den mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis erhält die Karl-Preising-Schule in Bad Arolsen. Die Sonderschule für Körperbehinderte überzeugte die Jury durch das überdurchschnittliche Engagement des Lehrerkollegiums und ein breites individuelles Förderangebot. Mit Rücksicht auf die Heterogenität der Schülerschaft machen die Lehrer der Karl-Preising-Schule jedem Schüler ein spezielles Angebot zur Weiterentwicklung. Persönlichkeitsförderung und soziales Training sind hier wesentliche Elemente. Die außergewöhnlich engagierte Zusammenarbeit mit ca. 60 Kooperationspartnern rundet diese Maßnahmen zu einem ausgezeichneten Konzept der Berufsvorbereitung ab, das konsequent in das Curriculum eingebunden ist: 70 Prozent der Schüler werden in reguläre Ausbildungsverhältnisse vermittelt.

Mit dem dritten Preis und 2.000 Euro wird die Blumensteinschule in Wildeck-Obersuhl ausgezeichnet. Hier hob die Jury ein breites Repertoire positiver pädagogischer Ideen hervor. Die Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit liegen dabei auf musischer Bildung, individueller sprachlicher Förderung und der Berufsvorbereitung. Letztere beginnt schon in der 5. Klasse mit Computerunterricht und wird durch Betriebspraktika ab der 7. Klasse ergänzt. Mit berufsvorbereitenden Klassen werden die Kenntnisse der Schüler in den Stufen 9 und 10 vertieft. Weitere Besonderheiten der Schule sind die Elternakademie und Projekte wie „Vom Kleinsein zum Einstein“, in denen die Schüler der 9. Klasse in Kindergärten zusammen mit den Kindern naturwissenschaftliche Experimente durchführen.

Die ersten 10 Plätze in Hessen belegten.

  1. Preis (5.000 Euro) Offene Schule Waldau in Kassel
  2. Preis (3.500 Euro) Karl-Preising-Schule in Bad Arolsen
  3. Preis (2.000 Euro) Blumenstein-Schule in Wildeck-Obersuhl

Ehrungen:

Konrad-Haenisch-Schule in Frankfurt am Main
Johann-Amos-Comenius-Schule in Kassel
Mittelpunktschule Goddelsheim in Lichtenfeld-Goddelsheim
Schule im Emsbachtal in Brechen
Carl-Weyprecht-Schule in Bad König
Bernhard-Adelung-Schule in Darmstadt
Weißfrauenschule in Frankfurt am Main

Ausgezeichnet wurden vor allem Schulen, die nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung betreiben, die sich in Netzwerke - auch mit außerschulischen Partnern - einbinden und denen es gelingt, auch unterschiedliche Schülergruppen gezielt zu fördern. Ein besonderer Schwerpunkt der Juryentscheidung lag auf der Förderung der Berufsorientierung und der Ausbildungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.

Bei "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" konnten sich alle Hauptschulen und in Abstimmung mit den jeweiligen Ländern auch andere Schulen bewerben, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder zur Berufsreife führen. Der Wettbewerb möchte pädagogische Spitzenleistungen auszeichnen, Schulen bei der Qualifizierung ihrer Schüler für die Ausbildungsreife unterstützen, Schulen miteinander vernetzen und das Innovationspotenzial der Schulen fördern. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und die Deutsche Bank Stiftung finanzieren den Wettbewerb gemeinsam.

Weitere Informationen

Carmen Jacobi
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Tel.: 069/66 07 56 155
E-Mail:
Internet: www.StarkeSchule.ghst.de

i.V. Tanja Miehle
Hessisches Kultusministerium
Tel.: 0611/368 2006
E-Mail:
Internet: www.hkm.hessen.de


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