Stipendien

START in Schleswig-Holstein: Zehn neue Stipendienplätze zu vergeben

In Schleswig-Holstein werden ab sofort wieder gesellschaftlich engagierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund für das START-Stipendienprogramm gesucht. Zehn Stipendienplätze stellt die START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH gemeinsam mit sechs Partnern für das Schuljahr 2010/11 zur Verfügung.

09.03.2010 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

START in Schleswig-Holstein ist eine gemeinsame Bildungsinitiative folgender Partner: Deutsche Bank Stiftung, Dräger-Stiftung, Fielmann AG, Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Possehl-Stiftung, Heinz Wüstenberg-Stiftung. Bis zum 30. April 2010 können sich interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 (bei 13-jähriger Schulzeit) bzw. 8 und 9 (bei 12-jähriger Schulzeit) unter www.start-stiftung.de http://www.start-stiftung.de/ für die Aufnahme in den nunmehr fünften START-Stipendiatenjahrgang in Schleswig-Holstein bewerben.

Ziel von START ist es, Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, die gute schulische Leistungen und ein überzeugendes soziales Engagement aufweisen, verstärkt die Möglichkeit zu einer höheren Schulbildung und damit verbunden bessere Chancen für eine gelungene Integration in unsere Zuwanderungsgesellschaft zu bieten.

"Dank START haben wir in Schleswig-Holstein bisher 46 Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund besonders fördern können", sagte Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug. Die Rückmeldungen der Stipendiaten zeigten, dass vor allem der Kontakt und der Austausch untereinander wichtig seien. "Dinge machen zu können, die sonst nicht möglich sind" das beschreibt die Stipendien aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Sie sind für die Jugendlichen im wörtlichen Sinne der Start in eine erfolgreiche Schul- und Hochschulausbildung", betonte Minister Klug. Dies würden eindrucksvoll die Bildungswege der Schülerinnen und Schüler belegen, die in den vergangenen Jahren am Programm teilgenommen hätten. Häufig sei es ihnen gelungen, nach dem Abitur auch ein Studienstipendium zu erhalten. "Ich danke der START-Stiftung und ihren regionalen Partnern für ihr Engagement, das Perspektiven schafft", sagte der schleswig-holsteinische Bildungsminister.

Das Förderprinzip

Andrea Bartl, Geschäftsführerin der START-Stiftung gGmbH, erläutert: "Die Ausbildung schulischer und beruflicher Kompetenzen und eine soziale Teilhabe zählen zu den Säulen einer gelungenen Integration. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund haben hier jedoch häufig schlechtere Ausgangsbedingungen. START möchte diejenigen, die trotz schwieriger Umstände eine hohe Leistungsmotivation und ein ausgeprägtes soziales Engagement zeigen, fördern und motivieren, ihren Weg der Integration weiter zu gehen."

Der Förderumfang

START sieht eine materielle und eine ideelle Förderung der Stipendiaten vor. Die materielle Unterstützung umfasst ein monatliches Bildungsgeld in Höhe von 100 € und einen Laptop mit Internetzugang. Die ideelle Förderung zielt vor allem auf den Zugang zu Themen und Kontakten, die im privaten Rahmen häufig nicht geboten werden können und über das schulische Maß hinausgehen: Neben grundlegenden Bildungsseminaren – z.B. zu den Themen "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik" – können die Stipendiaten Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, sportlichen und naturwissenschaftlichen Bereich belegen. Vielfältige Besuche kultureller Veranstaltungen und Institutionen, regionale Seminare und Schulungen, Exkursionen in Unternehmen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika ergänzen das Angebot regional. Die Stipendiaten profitieren außerdem von einem lebendigen Netzwerk mit anderen Stipendiaten und Alumni. Betreut werden die Stipendiaten in Schleswig-Holstein von Jochen Frese, der vom Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein eigens als START-Landeskoordinator eingesetzt ist.

Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, werden aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses bis zu insgesamt vier Jahre verlängert. START versteht sich als Bildungsinitiative, die gleichzeitig fördert und fordert. "Wir möchten, dass unsere Stipendiaten zu selbstbewussten und selbstbestimmten jungen Menschen mit exzellenter Ausbildung werden, denen alle Türen offen stehen. Deshalb sind sie aufgerufen, ihre guten Leistungen in der Schule beizubehalten und auch ihr bisheriges soziales Engagement fortzuführen", so Petra Pissulla, Direktorin der Dräger-Stiftung, in Vertretung der START-Partner in Schleswig-Holstein. Sie betont: "Das heißt: START fördert nicht nur, START fordert auch! Dabei gehört zu den Verpflichtungen, die die Stipendiaten eingehen, auch die Teilnahme an den ideellen Förderprogrammen, die START in Schleswig-Holstein anbietet und die dazu beitragen sollen, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln."

Der Weg zur Förderung

Zu den Bewerbungsvoraussetzungen für ein START-Stipendium zählen: der Migrationshintergrund der Schüler, ihrer Eltern oder Großeltern, gesellschaftliches Engagement und ein Notendurchschnitt von 2,5 und besser. Schüler sollten zum Zeitpunkt der Bewerbung die Klassenstufen 9 und 10 (bei 13-jähriger Schulzeit) bzw. die Klassenstufen 8 und 9 (bei 12-jähriger Schulzeit) besuchen. Die Bewerbung kann online oder per Post erfolgen. Unter www.start-stiftung.de http://www.start-stiftung.de/ stehen das notwendige Antragsformular sowie weiterführende Informationen bereit.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahr 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2009/10 werden insgesamt rund 640 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en 1.000 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.


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