Traumberuf Lehrer?!

*Es gilt das gesprochene Wort* Zur Eröffnung des Schülercampus "Mehr Migranten werden Lehrer" kamen 30 ausgewählte Oberstufenschüler am 26. April 2013 im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg zusammen. Ihre Familien stammen aus Ägypten, Afghanistan, Marokko, der Türkei oder aus Tschechien. Noch bis zum 29. April 2013 treffen sie auf erfahrene Pädagogen und Lehramtsstudierende mit Zuwanderungsgeschichte, beteiligen sich an Diskussionen und Gruppenarbeiten, hospitieren in kleinen Gruppen an Schulen und schnuppern Uni-Luft.

26.04.2013 Pressemeldung ZEIT-Stiftung

Zur Begrüßung erklärte Prof. Dr. Josef Keuffer, Direktor des Hamburger Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung: "Hilfestellungen für junge Migranten bei der Wahl zum Lehrerberuf sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass es gelingt, mehr Lehrkräfte ausländischer Herkunft für die Arbeit in den Schulen zu gewinnen. Die Kooperation zwischen dem Landesinstitut und der ZEIT-Stiftung hat dazu beigetragen, ein Hamburger Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund zu begründen. Dieses Netzwerk hat die Projektträgerschaft für den diesjährigen Schülercampus übernommen, das ist ein großer Erfolg."

Was soll ich studieren, ist Lehrer überhaupt mein "Traumberuf" – diese Fragen standen zur Diskussion. Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte sind keine Seltenheit, aber längst nicht selbstverständlich. Und der Hamburger Schülercampus wirkt: 70 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vergangenen Jahre entschieden sich tatsächlich für den Lehrerberuf.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe unterstrich: "Der Anteil von Referendarinnen und Referendaren mit Migrationsgeschichte liegt in Hamburg bei über 20 Prozent, Tendenz steigend. Dieser Trend macht Mut. Mut wollen wir aber auch Hamburgs Schülerinnen und Schüler machen. Mut zum Studium, oftmals als erste in ihren Familien. Dieser Mut lohnt sich, denn das Ziel lohnt sich, denn: Lehrerin oder Lehrer – das ist einer der schönsten Berufe, die es gibt. Jungen Menschen Wissen zu vermitteln. Ihnen ganz neue Welten zu eröffnen. Sie zum Staunen zu bringen und zum Denken anzuregen. Ihre Neugier zu fördern. Sie zu Erfolgen zu führen, aber auch in Krisen zu begleiten. Sie zu erziehen und Ihnen Werte zu vermitteln, die in keinem Lehrbuch stehen. Sie auf das Leben vorzubereiten, das vor ihnen liegt, und so die nächste Generation unserer Gesellschaft zu prägen. Ihnen vieles zu geben – aber auch unglaublich viel von ihnen zurück zu bekommen – all das macht diesen Beruf so bedeutsam!"

Deutschland braucht mehr Lehrer mit Einwanderungsgeschichte – als engagierte Pädagogen, gute Vorbilder und verständnisvolle Vertraute für alle Schüler. Noch sind sie in der Minderzahl, deutschlandweit haben nur vier bis sechs Prozent einen Migrationshintergrund. Wenn Abiturienten aus Zuwanderfamilien ein realistisches Bild des Lehrerberufs haben, können sie ihre Studienfachwahl bewusst treffen. Als erfolgreiche Lehrer können sie die jungen Leute mit ähnlichem Lebenslauf ermuntern, selbst einen höheren Bildungsabschluss anzustreben.

Der Schülercampus "Mehr Migranten werden Lehrer" ist eine Initiative und ein Projekt der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Seit 2008 führt sie die Studienorientierungstage in Hamburg in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung, dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung durch, in diesem Jahr erstmals mit dem Hamburger Netzwerk "Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte". Inzwischen gibt es den Kompaktkurs auch in Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen gibt es unter www.mehr-migranten-werden-lehrer.de.

Ansprechpartner

Frauke Hamann
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Feldbrunnenstraße 56
20148 Hamburg
Telefon: 040 41336871
Fax: 040 41336900
E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de
Web: www.zeit-stiftung.de


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