Sprachdidaktiker warnen

Unterricht schuld an Lese- und Schreibproblemen

(red/pm) Der Lese- und Schreibunterricht in der Schule ist zum großen Teil für die unzureichende Lese- und Schreibfähigkeiten vieler Jugendlicher verantwortlich. Davon geht die Lehramtsinitative der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) aus.

26.09.2012 Artikel
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Die DGfS hat deswegen jetzt eine grundlegende Überarbeitung des Lese- und Schreibunterrichts gefordert. Bereits seit Jahren kritisiert sie, dass der Lese- und Schreibunterricht in Deutschland auf zum Teil falschen Instruktionen an die Schüler beruhen.

Die Sprachdidaktikerin Prof. Christa Röber, Mitglied der Lehramtsinitiative, nennt als ein Beispiel unter vielen: "Die Regel 'Nur Substantive schreibt man groß, und Substantive erkennt man am Artikel' führt die Kinder in die Irre, denn Wörter aller Wortarten können großgeschrieben werden." Gerade dann, wenn sich Schüler an falsch gefasste Regeln dieser Art zu halten versuchten, produzierten sie Schreibfehler ("die Rote hose", "der Mann, der Über die Straße geht"). Der Schulunterricht in der Grundschule behindere daher bei manchen Schülern den Lernerfolg eher, als dass er ihn ermögliche.

Seit über 20 Jahren, so die DGfS, würden sprachwissenschaftliche und –didaktische Konzeptionen vorliegen, die Schülern einen sichereren Weg zur Schrift ermöglichen können. Sie hat nun Bildungspolitiker, Schulbuchverlage, die Lehrerschaft und alle in der Aus- und Fortbildung von Lehrern Tätigen aufgefordert, die nötigen Veränderungen zu unterstützen.

Standpunktpapier der Lehramtsinitiative der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft


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