VBE: Schülerunionssprecher disqualifiziert sich selber
Wenn der Bundesvorsitzende der Schüler-Union, Younes Ouaqasse, in einem dpa-Gespräch süffisant über Lehrer sagt, dass diese "ja angeblich so viel zu tun haben", will er sich mit einem solch polemischen Ausspruch wohl einen starken Abgang verschaffen, wenn er am Sonntag den Vorsitz der größten politischen Schüler-Organisation Deutschlands auf der Bundesschülertagung in Mannheim abgibt. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hält diese Generalabrechnung mit der Lehrerschaft für unangemessen und eines Vorsitzenden nicht würdig, selbst wenn er eine noch sehr junge Klientel vertritt.
28.05.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergLehrer müssen sich nach Überzeugung der Schüler-Union an Wochenenden und in den Ferien fortbilden lassen, damit die Fortbildung keine Unterrichtszeit raubt. Damit vertreten die jungen Menschen genau das, was auch dem baden-württembergischen Finanzminister und dem Landeselternbeirat ständig am Herzen liegt: Eine Verringerung des Unterrichtsausfalls durch die Lehrerfortbildung. Bei über 100 000 Lehrkräften in Baden-Württemberg würden die Akademien jedoch schnell an ihre Grenzen stoßen, wenn sie Kurse für Pädagogen ausschließlich an Wochenenden und in den Ferien anböten. Ganz abgesehen davon, dass auch Lehrer nach einer arbeitsreichen Woche, ein Anrecht auf ein Wochenende haben, das oft genug für Korrekturen und zur Unterrichtsvorbereitung genutzt werden muss.
Wenn der 21-jährige Bundesvorsitzende der Schüler-Union nun behauptet, dass auf hohem Niveau gejammert werde, weil "Lehrer ja angeblich so viel zu tun haben", bedient er sich genau jener Stammtischparolen, die man glaubte, angesichts zunehmender Probleme in der Schule in der öffentliche Debatte über die Arbeit der Lehrer mittlerweile überwunden zu haben. Natürlich könne man über den Zeitpunkt, wann Lehrerfortbildung stattfinden solle, geteilter Meinung sein, versichert der VBE-Sprecher, man könne dies aber in einer Form tun, die zeigt, dass man den Einsatz der Pädagogen grundsätzlich wertschätzt, und nicht auf die schnodderige Art eines Spätpubertierenden, der pauschal alle Lehrer süffisant in die Pfanne haut nach dem Motto: "Die tun ja eh nichts, die spielen nur." Damit reiht sich Younes Ouaqasse nahtlos in die Reihe der Politiker ein, die Lehrer öffentlich als "faule Säcke" und "faule Hunde" diffamiert haben.
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