„Wächteramt des Staates ernst nehmen“

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave hat heute (29. November) im Landtag in Kiel für die Überprüfung eines Verbotes von so genannten Killerspielen plädiert. Anlässlich einer Aktuellen Stunde zu „Auswirkungen von so genannten Killerspielen auf die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen“ betonte die Ministerin vor den Abgeordneten, dass „es nicht auszuschließen sei, dass diese Spiele insbesondere Jugendliche erheblich gefährden und ihnen die Unterscheidung zwischen Spiel und Leben verloren geht“.

30.11.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

„Es ist möglich, dass diese Spiele die Gewaltbereitschaft erhöhen und dass sie der angestauten Wut – auf die Schule, die Eltern, die Freundin, die Welt an sich – eine überaus gewalthafte Form geben können.“ Schließlich habe der Täter von Emsdetten seinen Amoklauf nach einem Computerspiel inszeniert. Trotz des in der Wissenschaft nach wie vor umstrittenen Zusammenhangs von Gewalt verherrlichenden Egoshooter-Spielen und der realen Gewaltbereitschaft bestehe das Risiko vor allem dann, „wenn diese Spiele exzessiv gespielt werden, wenn Familie und Freunde nicht mehr eingreifen können“. „Diese Indizien legen die Überprüfung der bestehenden gesetzlichen Regelungen nahe“, sagte Erdsiek-Rave.

Bildungsministerin Erdsiek-Rave verwies auf einen neuen Link auf dem Bildungsserver Lernnetz Schleswig-Holstein zum Thema „Computerspiele“ (www.lernnetz-sh.de/index.php?id=computerspiele) und appellierte abschließend an Elternhäuser und Schulen, „genau hinzusehen, mehr zu kontrollieren und das Wächteramt des Staates ernst zu nehmen.


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