Inklusion

Waldschule Flensburg mit dem Jakob Muth-Preis ausgezeichnet

Die Waldschule in Flensburg erhält den Jakob Muth-Preis 2010. Sie überzeugte mit ihrem Konzept einer "Inklusiven Schule" und setzte sich im bundesweiten Wettbewerb gegen 120 weitere Schulen durch.

28.10.2010 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Wir freuen uns in Schleswig-Holstein sehr, dass die Waldschule diesen bekannten und wichtigen Preis bekommen hat", sagte Bildungsstaatssekretär Eckhard Zirkmann heute (28. Oktober) bei der Preisverleihung in Berlin. Gute Beispiele wie dieses seien wichtig, um dem Unterricht und den Schulen wertvolle Impulse zu geben. "Alle Bemühungen müssen sich darauf richten, dass sich Grundschulen und weiterführende Schulen zu inklusiven Schulen weiter entwickeln, die selbstverständlich und gern Kinder mit Behinderungen aufnehmen", betonte der Staatssekretär.

Der Jakob Muth-Preis steht unter dem Motto "Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung" und zeichnet Schulen aus, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder vorbildlich gemeinsam lernen. Projektträger sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Bertelsmann Stiftung und die Deutsche UNESCO-Kommission.

In Schleswig-Holstein starteten bereits zu Beginn der 80er Jahre die ersten Integrationsklassen an Grundschulen - als Schulversuch. 1983 wurde eine für Deutschland neuartige Sonderschule eröffnet: Ein Förderzentrum ohne eigene Schüler, dessen Lehrkräfte im ganzen Land arbeiten und die sehgeschädigten Kinder vom Förderzentrum aus unterstützen. 1990 schrieb Schleswig-Holstein ins Schulgesetz, dass Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden sollen - und zwar unabhängig vom Alter, von der Schulart und von der Art der Behinderung. Zugleich sollen die Sonderschulen als Förderzentren den gemeinsamen Unterricht unterstützen. Es entstand ein bundesweit beispielhaftes System der sonderpädagogischen Förderung.

Bildungsstaatssekretär Zirkmann: "Heute haben wir die niedrigste Sonderschulbesuchsquote aller Bundesländer. Und inzwischen besucht jeder zweite Schüler mit Behinderung den gemeinsamen Unterricht." Insgesamt seien das 8.000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Er verwies darauf, dass alle Fraktionen des schleswig-holsteinischen Landtages und die Landesregierung sich einig seien, die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umzusetzen und die inklusive Beschulung auszuweiten. "Im Regierungsentwurf für das neue Schulgesetz haben wir als Ziel formuliert, dass inklusive Beschulung Vorrang hat", sagte der Staatssekretär.


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