Weniger im Schatten der Schulleiter
(red/idw) Konrektorinnen und Konrektoren stehen heute weniger im Schatten der Schulleiterinnen und Schulleiter, als dies noch vor acht Jahren der Fall war. Die Relevanz, die Professionalität und die Wertschätzung der Stellvertreterinnen und Stellvertreter hat sich positiv entwickelt. Dies ist das Ergebnis der jetzt von dem Augsburger Schulpädagogen Prof. Dr. Peter O. Chott vorgelegten ["Konrektoren-Studie II" ](http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/SA2-2011_Konrektoren.pdf) beziehungsweise eines Vergleichs mit der ersten Studie dieser Art, die Chott bereits 2002 erarbeitet und 2003 publiziert hat.
31.05.2011 ArtikelNach 2002 wurden von Chott, Rektor der Elsbethenschule Memmingen und außerplanmäßiger Professor am Augsburger Lehrstuhl für Schulpädagogik - und seinen Mitarbeitern Alexander Draga und Andreas Huber-Stöcker im vergangenen Jahr erneut Schulleiterstellvertreterinnen und -vertreter bzw. Konrektorinnen und Konrektoren von über 3200 bayerische Grund-, Haupt-, Mittel- und Förderschulen befragt, wobei 36 Prozent aller verschickten Fragebögen gültig ausgewertet werden konnten. "Unsere Fragen an die Konrektoren bzw. stellvertretenden Schulleiter", so Chott, "bezogen sich auf deren dienstlichen Einsatz und ihre Tätigkeiten sowie auf ihre persönliche Einstellung zu 'ihrer' Schule, zu ihren Berufszielen und zu ihrem Wohlbefinden. Wir fragten sie weiterhin nach ihrem Verhältnis zum bzw. nach ihrer Zusammenarbeit mit dem Schulleiter, nach ihrem kollegialen, schulischen und außerschulischen Umfeld, und Thema war schließlich auch der Bereich Aus- und Weiterbildung." Über die Ergebnisse dieser Befragungen hinaus sind - wie bereits 2002 - auch wieder Recherchen bei Aus- und Fortbildungsinstituten - Universitäten, (Lehrer-)Akademien etc. - und bei politischen Entscheidungsträgern mit in die Studie eingeflossen.
Kooperative Führung
Die Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 2002 gaben Anlass zu einem ganzen Bündel an Forderungen: dass unter anderem die Leistungen von Konrektorinnen und Konrektoren stärker anerkannt und entsprechend honoriert werden müssten; dass sie von sonstigen Tätigkeiten stärker entlastet werden müssten, um sich im Sinne einer "kooperativen Führung" stärker auf Leitungsaufgaben konzentrieren und - auch durch geeignete Weiterbildungsmaßnahmen - professionalisieren zu können; dass ihre Rolle exakter definiert und bewusster gemacht werden müsste, wobei es auch darum gehe, dafür zu sorgen, dass Konrektorinnen und Konrektoren auch von Dritten - von Schulamtsvertretern etc. - 'ernst genommen' würden; und dass in diesem Kontext eine klare und sinnvolle Definition der jeweiligen Arbeitsbereiche innerhalb der "kooperativen Führung" geboten sei und transparent gemacht werden müsse.
"Diese Berufsgruppe weiter fördern"
Was die Behebung der damals herausgearbeiteten Defizite betrifft, stimmen die Ergebnisse der "Konrektorenstudie II" vorsichtig optimistisch: "Wir können feststellen, dass die Konrektoren bzw. die Stellvertreter an kleinen Schulen - sowohl im Schulalltag als auch hinsichtlich ihrer Beachtung durch die Schulpädagogik - weniger 'im Schatten', insbesondere weniger im Schatten der Schulleiter, stehen als noch vor rund zehn Jahren", resümiert Chott. Ihre Relevanz finde insgesamt höhere Beachtung, Fortschritte bei der Professionalisierung seien erkennbar, und die Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht werde, sei ebenfalls höher, als sie 2002 noch war. "Gleichwohl", meint Chott, "gilt es nach wie vor, den Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen der Konrektoren und Stellvertreter weiter Aufmerksamkeit zu widmen, diese Berufsgruppe weiter zu fördern sowie ihre Leistungen deutlicher anzuerkennen und entsprechend angemessener zu honorieren."
Weiterführende Links
- Konrektoren-Studie II (pdf)
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