Neue Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen
Die Kultusministerkonferenz aktualisiert die Rahmenlehrpläne für den berufsbezogenen Unterricht in 22 Ausbildungsberufen.
27.08.2026 Bundesweit Pressemeldung Sekretariat der KultusministerkonferenzNachhaltiges Bauen, digitale Bauplanung, moderne Mobilitätsdienstleistungen, präzise Glasprodukte: In Deutschlands Berufsschulen beginnt in diesen Wochen das neue Schuljahr mit modernisierten Rahmenlehrplänen für 22 Ausbildungsberufe. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Berufsschulen hat die Kultusministerkonferenz (KMK) bzw. die Bildungsministerkonferenz (BMK) die Rahmenlehrpläne für den berufsbezogenen Unterricht in allen 16 Ländern grundlegend überarbeitet. Das Ziel: junge Menschen bestmöglich auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.
„Eine moderne Berufsausbildung verbindet das Beste aus zwei Welten: bewährtes Fachwissen und neue Technologien“, sagt Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus. „Die Arbeitswelt verändert sich – und unsere Berufsschulen gehen diesen Weg mit. Mit den modernisierten Rahmenlehrplänen stärken wir digitale Kompetenzen, nachhaltiges Handeln und moderne Arbeitsprozesse. So machen wir junge Menschen fit für die Praxis und stark für ihren Weg in den Beruf.“
Die Modernisierungen betreffen 19 Berufe der Bauwirtschaft sowie drei weitere Ausbildungsberufe:
Ausbildungsberufe in der Bauwirtschaft in den Bereichen
- Hochbau:
- Hochbaufacharbeiter und Hochbaufacharbeiterin
- Maurer und Maurerin
- Beton- und Stahlbetonbauer und Beton- und Stahlbetonbauerin
- Feuerungs- und Schornsteinbauer und Feuerungs- und Schornsteinbauerin
- Bauwerksmechaniker/-in für Abbruch und Betontrenntechnik
- Ausbau:
- Ausbaufacharbeiter und Ausbaufacharbeiterin
- Zimmerer und Zimmerin
- Stuckateur und Stuckateurin
- Fliesen-, Platten- und Mosaikleger und Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin
- Wärme-, Kälte-, Schallschutzisolierer und Wärme-, Kälte-, Schallschutzisoliererin
- Estrichleger und Estrichlegerin
- Trockenbaumonteur und Trockenbaumonteurin
- Tiefbau:
- Tiefbaufacharbeiter und Tiefbaufacharbeiterin
- Straßenbauer und Straßenbauerin
- Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik und Leitungsbauerin für Infrastrukturtechnik
- Kanalbauer für Infrastrukturtechnik und Kanalbauerin für Infrastrukturtechnik
- Brunnenbauer und Brunnenbauerin
- Gleisbauer und Gleisbauerin
- Spezialtiefbauer und Spezialtiefbauerin
- Bautechnischer Konstrukteur und Bautechnische Konstrukteurin
- Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice und Kauffrau für Mobilität und Verkehrsservice
- Verfahrensmechaniker Glastechnik und Verfahrensmechanikerin Glastechnik
Was ist neu?
- Berufsausbildungen in der Bauwirtschaft: Mit der Neuordnung wird den veränderten Anforderungen an Umwelt- und Verbraucherschutz, Klimaschutz sowie an den technischen Fortschritt Rechnung getragen. In jedem der Bereiche Hoch-, Aus- und Tiefbau werden eine zweijährige Facharbeiterqualifikation sowie mehrere dreijährige Ausbildungsberufe angeboten. Diese Struktur ermöglicht es, nach bestandener Abschlussprüfung in einem zweijährigen Beruf die Ausbildung im dritten Jahr eines dreijährigen Berufs fortzusetzen. Zudem können die Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr gemeinsam beschult werden.
- Bautechnischer Konstrukteur und Bautechnische Konstrukteurin: Insbesondere die Einführung des Building Information Modeling (BIM) und die damit einhergehende Zusammenarbeit aller Beteiligten in der Planungs- und Ausführungsphase erfordern neue Kompetenzen in Kommunikation, Datenverarbeitung und der Arbeit am digitalen Modell. Aus Bauzeichnerinnen und Bauzeichnern werden daher Bautechnische Konstrukteurinnen und Konstrukteure. Die neue Berufsbezeichnung trägt diesen Veränderungen Rechnung.
- Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice und Kauffrau für Mobilität und Verkehrsservice: Vielfältige Veränderungen in der Verkehrs- und Mobilitätsbranche haben Tätigkeitsprofile, Kundenerwartungen und betriebliche Strukturen im öffentlichen Personenverkehr grundlegend verändert. In die Neuordnung des bisherigen Ausbildungsberufs Kaufmann für Verkehrsservice und Kauffrau für Verkehrsservice sind insbesondere die Digitalisierung, neue Mobilitätsangebote sowie gestiegene Anforderungen an Service, Beratung und Kommunikation eingeflossen. Sie berücksichtigt zudem die zunehmende Internationalität und Diversität der Branche.
- Verfahrensmechaniker Glastechnik und Verfahrensmechanikerin Glastechnik: Die Ausbildung wurde an die veränderten Anforderungen der Glasindustrie angepasst und berücksichtigt insbesondere die moderne Steuerung und Überwachung von Produktionsanlagen sowie die Herstellung hochwertiger Gläser und Glasprodukte.
Jährlich beginnen rund eine halbe Million junge Menschen in Deutschland eine duale Berufsausbildung. Sie brauchen moderne Ausbildungsinhalte, die sie für eine Arbeitswelt im ständigen Wandel qualifizieren. Die digitale Transformation der Arbeits- und Geschäftsprozesse verändert die Kompetenzanforderungen grundlegend. Zugleich gewinnen Ressourceneffizienz, Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften an Bedeutung.
„Eine starke berufliche Bildung ist ein Gewinn für alle: Junge Menschen bekommen beste Chancen, unsere Betriebe gewinnen die Fachkräfte von morgen und unser Land bleibt stark und innovativ“, so Präsidentin Stolz. „Deshalb halten wir die Ausbildung gemeinsam mit Bund und Sozialpartnern nah an der Praxis und auf der Höhe der Zeit.“
Hintergrund
Die Modernisierung erfolgt in enger Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Sozialpartnern. Die KMK bzw. die Bildungsministerkonferenz verantwortet den berufsschulischen Teil der dualen Berufsausbildung. Grundlage ist das bewährte Verfahren von 1972, in dem die Rahmenlehrpläne der KMK mit den neuen Ausbildungsordnungen des Bundes abgestimmt werden.
Die neuen Rahmenlehrpläne sind ab sofort online im Downloadbereich Rahmenlehrpläne auf der KMK-Webseite verfügbar. Weitere Informationen finden Sie hier: Rahmenlehrpläne und Ausbildungsordnungen.
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