Hamburg: Schulischer Ganztag mit Rekordanmeldung von fast 92 Prozent
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris hat aus Anlass des offiziellen Unterrichtsstarts am Donnerstag, 20. August 2026, die Planungsdaten für das neue Schuljahr 2026/27 vorgestellt. Die aktualisierte Prognose geht von insgesamt 254.420 Schüler:innen an Hamburgs staatlichen Schulen aus. Das sind 3.310 oder 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr prognostiziert.
19.08.2026 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Während an den Grundschulen die Schüler:innenzahl weitgehend stagniert (-0,1 Prozent), steigt diese an den weiterührenden Schulen nochmal um zwei Prozent. Zusammen mit den Schulen in privater Trägerschaft und über alle Schulformen wird mit rund 274.420 Schüler:innen gerechnet. Mehr Schüler:innen gab es an den allgemeinbildenden Schulen zuletzt 1981, vor 45 Jahren.
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris: „Die Anzahl der Schüler:innen an Hamburgs Schulen steigt aktuell noch weiter an, stagniert aber an den Grundschulen. Angesichts des deutlichen Geburtenrückgangs über einige Jahre auch in Hamburg sowie des abnehmenden Zuzugs nach Hamburg wird die Gesamt-Schüler:innenzahl zwar weiter auf hohem Niveau bleiben, insgesamt spätestens aber nach dem Jahr 2029 abnehmen. Diese Entwicklung haben wir sowohl bei der Einstellung von Lehrkräften als auch beim Schulbau im Blick.“
Bekeris weiter: „Hamburgs Schulen starten gut aufgestellt in das nächste Schuljahr: Zwei neue Schulen beginnen den Unterrichtsbetrieb, erneut werden über 500 Millionen Euro in neue und schönere Schulen investiert und nahezu alle Lehrkräftestellen sind besetzt. Besonders freut mich, dass 14 Jahre nach Start des Ganztags-Rechtsanspruchs in Hamburg und mit dem jetzt aufwachsend startenden bundesweiten Rechtsanspruch knapp 92 Prozent der Grundschüler:innen für ein Ganztagsangebot angemeldet wurden. Das ist ein neuer Rekord und ein großer Vertrauensbeweis der Eltern. Wir wollen den Ganztag inhaltlich und qualitativ weiterentwickeln, um auch Lernentwicklung in unterschiedlicher Form über den ganzen Schultag zu ermöglichen und so Bildungsgerechtigkeit weiter zu stärken.“
Zum Schuljahresstart 2026/27 werden rund 19.000 neue Erstklässler:innen an den Hamburger Grundschulen eingeschult. In die 5. Klassen an Stadtteilschulen und Gymnasien werden rund 17.400 Schüler:innen aufgenommen.
Die Daten des neuen Schuljahres im Detail
471 staatliche und nicht staatliche Schulen in Hamburg: Zwei neue Schulen starten Unterrichtsbetrieb
Im neuen Schuljahr 2026/27 gibt es insgesamt 471 staatliche und private Schulen in Hamburg, also in Summe zwei Schulen mehr als im vorherigen Schuljahr. Neu starten in Lohbrügge das „Bille-Gymnasium“ und als Langformschule die „Schule Leuschnerstraße - Grund- und Stadtteilschule“. (Durch Eingliederung der bisherigen Grundschule »Schule Leuschnerstraße« sinkt die Zahl der staatlichen eigenständigen Grundschulen um eins, während die Zahl der staatlichen Stadtteilschulen um eins steigt).
112 Lehrkräfte-Stellen mehr an den allgemeinbildenden Schulen in Folge von wachsenden Schüler:innenzahlen – Rund 10.000 neu eingestellte Lehrkräfte in den letzten 10 Jahren
Für die staatlichen allgemeinbildenden Schulen wurden zum 1. August 2026 insgesamt 16.166 Vollzeitstellen für Lehrkräfte bereitgestellt. Das sind 112 Lehrkräfte-Stellen mehr als im vergangenen Schuljahr, also nur ein sehr moderater Zuwachs von 0,7 Prozent. Davon entfallen 5.329 Stellen auf die Grundschulen (-31), 854 auf die Sonderschulen (+1), 5.970 auf die Stadtteilschulen (+199) sowie 4.013 auf die Gymnasien (-58). (Hinweis zum Abwuchs bei den Gymnasien zugunsten der Stadtteilschulen: Zum 1. August 2026 wurde der Campus Zweiter Bildungsweg mit knapp 80 Lehrkräfte-Stellen statistisch von den Gymnasien zu den Stadtteilschulen verschoben.)
Die Schülerzahlentwicklung führt dazu, dass in den Grundschulen erstmals die Anzahl zugewiesener Lehrkräfte-Stellen sinkt. Die Inklusionszuweisungen steigen um 59 auf insgesamt 1.957 Lehrkräfte-Stellen. Allein 1.323 Lehrkräfte-Stellen werden zur Förderung der Schülerinnen und Schüler mit LSE-Förderbedarfen zugewiesen. Die Lehrkräfte-Stellen für Internationale Vorbereitungs- und Basisklassen sinken weiter bedarfsgerecht um 44 auf nun 232 Lehrkräfte-Stellen. Neben den Lehrkräfte-Stellen stehen zum 1. August 2026 insgesamt 2.566 Stellen pädagogisch-therapeutisches Fachpersonal (PTF) zur Verfügung, das sind 44 Stellen mehr als im Vorjahr. Die meisten dieser Stellen (886) werden für den Ganztag zugewiesen. Für Schulsozialarbeit stehen den Schulen 202 Stellen Sozialpädagogik zur Verfügung, das sind sieben Stellen mehr als im vergangenen Schuljahr.
427 Nachwuchslehrkräfte haben ihren Vorbereitungsdienst (früher Referendariat genannt) begonnen und werden nun für 18 Monate am Landesinstitut und den Schulen ausgebildet.
Insgesamt sind in den letzten zehn Jahren seit 2016 rund 10.000 neue Lehrkräfte an Hamburgs Schulen eingestellt worden. Dazu kommen im aktuellen Kalenderjahr 2026 bislang schon weitere 833, davon 507 jetzt zum Schuljahresstart 2026/27.
Mit Stand 18. August waren insgesamt nur 33 vakante Stellen an den staatlichen Schulen ausgeschrieben, davon vier für Lehrkräfte. Das sind nur 0,03 Prozent der 16.166 Lehrkräfte-Vollzeitstellen. Das Besetzungsverfahren läuft aber weiter, auch während des Schuljahres stellen die Schulen fortlaufend zu bestimmten Terminen ein.
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris: „10.000 neue Lehrkräfte für Hamburgs Schulen in zehn Jahren: Ich freue mich, dass sich so viele junge Lehrkräfte für Hamburg entscheiden. Angesichts des Lehrkräftemangels in vielen Bundesländern ist es gut zu wissen, dass unsere Stadt und unsere Schulen bundesweit große Anerkennung genießen. Bereits in den Vorjahren konnten Hamburgs Schulen Rekordzahlen an Lehrkräften und Lehrkräften im Vorbereitungsdienst einstellen und so vakante Stellen besetzen. Das zeigt: Hamburgs Schulen sind sehr gut versorgt, einen allgemeinen Lehrkräftemangel gibt es bei uns im Unterschied zu anderen Bundesländern nicht.“
Ganztag an Hamburger Schulen mit neuer Rekord-Anmeldung: Fast 92 Prozent der Grundschüler:innen nehmen am Ganztag teil, 51 Prozent an Ferienbetreuung
Am 1. August 2026 tritt bundesweit der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder in Kraft: Beginnend bei den Erstklässler:innen wächst dieser in den nächsten Jahren bis zur Klassenstufe 4 auf. Hamburg hat den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung für alle Kinder bis 14 Jahre bereits im Jahr 2012 eingeführt. Seit dem Schuljahr 2013/14 ist der flächendeckende Ganztag an allen staatlichen Schulen Realität. Damit hat Hamburg eine familienfreundliche und zukunftsweisende Bildungslandschaft geschaffen. Zugleich werden dadurch erweiterte Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit geschaffen und so die Familien in ihrer Lebensführung unterstützt und die Wirtschaftskraft der Freien und Hansestadt Hamburg gestärkt.
Der Ganztag an Hamburger Schulen wird von den Familien der Stadt weiterhin hoch geschätzt: Im vergangenen Schuljahr 2025/26 haben von den Schüler:innen der ersten bis zur vierten Klasse an Grundschulen 91,6 Prozent an der kostenlosen Betreuung von 8:00 bis 16:00 Uhr während der Unterrichtswochen teilgenommen. Auch die Betreuung während der Schulferien erfreut sich einer großen Beliebtheit bei den Familien: 51,1 Prozent der Schüler:innen der Jahrgänge eins bis vier an Grundschulen haben im Schuljahr 2025/26 eine Ferienbetreuung in Anspruch genommen. Dabei lag die Anzahl der im Durchschnitt gebuchten Ferienwochen bei 5,11. Diese Daten unterstreichen die anhaltend große Bedeutung des Ganztagsangebots für die Familien in Hamburg. Die Ganztagsbetreuung ist ein fest etablierter und geschätzter Bestandteil der Hamburger Schulkultur, der durch eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft zwischen den Schulen und den Trägern der freien Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich umgesetzt wird.
Auch die im Schuljahr 2022/23 geschaffene Möglichkeit zur digitalen Anmeldung zum Ganztag erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Der Online-Dienst „Für den Ganztag an Hamburger Schulen anmelden“ wurde in der letzten Anmelderunde zum Ganztag von 78 Prozent der Sorgeberechtigen genutzt – das sind noch einmal 15 Prozentpunkte mehr als im Jahr davor. Damit leistet der Online-Dienst einen wichtigen Beitrag zu mehr Digitalisierung und einer modernen, bürgerfreundlichen und effizienten Verwaltung.
2026 weiterhin erhebliche Investitionen im Schulbau: über 500 Millionen Euro für schönere und größere und neue Schulen
Auch im neuen Schuljahr werden Hamburgs staatliche Schulen weiterhin mit erheblichem Einsatz saniert und ausgebaut. Insgesamt sollen mehr als 500 Millionen Euro für schönere und größere sowie neue Schulen investiert werden.
Der Baubeginn folgender größerer Schulbauprojekte ist unter anderem geplant: Zu- und Ersatzbau des Gymnasiums Hochrad in Othmarschen (rund 19 Millionen Euro), Zubau der Stadtteilschule Winterhude (rund 20 Millionen Euro), Neubau der Grundschule Alte Weiden in Neugraben (rund 21 Millionen Euro), Zu- und Ersatzbau des Gymnasiums Hummelsbüttel und der Grundschule Grützmühlenweg in Hummelsbüttel (rund 63 Millionen Euro), Zu- und Ersatzbau für die Stadtteilschule Oldenfelde und das Gymnasium Oldenfelde (rund 46 Millionen Euro) und der Zubau des Matthias-Claudius-Gymnasiums in Wandsbek (rund 27 Millionen Euro).
Im Laufe des Schuljahres 2026/27 fertiggestellt werden sollen unter anderem die Neugründung des Bille-Gymnasiums in Bergedorf (rund 40 Millionen Euro), der Umbau und die Sanierung des Gymnasiums Rotherbaum (rund 22 Millionen Euro), die ersten beiden Bauabschnitte und Außenanlagen des Neubaus am Campus Ausschläger Weg (Berufliche Hochschule Hamburg und zwei Berufsbildende Schulen, rund 122 Millionen Euro), der Zubau und die Sanierung des Albert-Schweizer-Gymnasiums in Ohlsdorf (rund 23 Millionen Euro), die Zu- und Ersatzbauten der Elisabeth-Lange-Schule in Eißendorf (rund 31 Millionen Euro) sowie der Neubau des Gymnasiums Neugraben (rund 27 Millionen Euro).
Neuerrichtung der Grundschule Mendelstraße nach dem Brand
Nach dem Brand des Rohbaus der Grundschule Mendelstraße im Januar 2025 wurde entschieden, das Gebäude nach den ursprünglichen Plänen und mit den gleichen Materialien erneut zu errichten. Eine Abweichung von den genehmigten Plänen, pädagogischen Konzepten und der Ausführungsart hätte nicht nur zu erheblichen Mehrkosten und Zeitverzügen geführt, vielmehr wäre der nachhaltige Grundgedanke verloren gegangen. Die Investitionskosten für den Neubau belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. Dank des großen Engagements aller beteiligten Firmen, unverändert fortgeführter Bauverträge und der Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten, konnte der Neubau bereits im April 2025 starten. Nach nur 15 Monaten Bauzeit wird das moderne, barrierefreie Schulgebäude nun termingerecht Anfang September 2026 übergeben. Um den Baufortschritt abzusichern, wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen wie Streifendienst, Videoüberwachung und mobile Brandmeldeanlagen umgesetzt.
Update Schulbauprojekte 2025
Fast alle für 2025 vorgesehenen Schulbauprojekte wurden fertiggestellt und an die Schulen übergeben: Umbau und die Sanierung des Campus Kieler Straße in Altona (rund 30 Millionen Euro), der Zubau der Schule Döhrnstraße in Lokstedt (rund 9 Millionen Euro), der erste Bauabschnitt des Campus Ausschläger Weg in Borgfelde (rund 92 Millionen Euro), der Zubau der Schule Stengelestraße in Horn (rund 11 Millionen Euro). Verzögerungen gib es lediglich an zwei Schulstandorten: Der Zubau und die Sanierung des Gymnasiums im Eilbektal in Eilbek (rund 18,5 Millionen Euro) verzögert sich auf den Jahresbeginn 2027 aufgrund von umfangreichen Fassadensanierungen im Bereich der Fensterstürze. Der Zubau der Max-Schmeling-Stadtteilschule in Marienthal/Jenfeld (rund 10 Millionen Euro) verzögert sich aufgrund von Witterungsbedingungen und der langen Frostperiode Anfang des Jahres. Eine Fertigstellung ist für November 2026 geplant.
KI in Hamburgs Schulen: Schüler:innen und Lehrkräfte sollen datenschutzkonforme Plattform bekommen
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) gehört zu einer zeitgemäßen informatischen Grundbildung, denn Kinder wachsen mit digitalen Technologien auf und sollten deren Chancen und Grenzen früh verstehen lernen. In KI steckt ein großes Potenzial für selbstreguliertes, individuelles Lernen. Denn richtig eingesetzt kann sie Kinder und Jugendliche darin unterstützen, eigene Fragen weiterzuentwickeln, Inhalte verständlicher zu erschließen und ihren Lernprozess aktiv mitzugestalten.
Der Senat hat den Gesetzestext bereits beschlossen und nach einer Befassung im Schulausschuss soll die Bürgerschaft noch in diesem Jahr das Schulgesetz novellieren, damit eine datenschutzkonforme Nutzung von KI an Schulen möglich wird. Hamburg ist federführend bei der Entwicklung eines geschützten bundesweiten KI-Chatbots für Schüler:innen und Lehrkräfte, AIS.chat.
AIS.chat ist schnell und intuitiv anwendbar und bietet nicht nur die Möglichkeit, mit KI, sondern auch über KI zu lernen. Dabei soll KI (ab der zweiten Klasse) reflektiert in den Unterricht integriert werden, mit dem Ziel, Lernprozesse nachhaltig zu bereichern und das kritische Denken der Schüler:innen zu fördern. KI soll Recherche nicht ersetzen, sondern ergänzen. D. h. auf die eigene Recherche folgt dann der Dialog mit AIS.chat, um Informationen zu überprüfen, zu ergänzen oder komplizierte Sachverhalte verständlich zu erklären. Es geht also darum gezielte Fragen zu stellen und die Antworten mit der eigenen Recherche abzugleichen. KI darf nicht alleinige Wissensquelle werden, sondern ein Gesprächspartner, der durch Rückfragen den fachlichen Austausch anregt. Lehrkräfte füttern dazu die KI mit Hintergrundinfos, passenden Websites und weiteren Quellen. Sie haben also eine weitgehende Kontrolle über die zugrundliegenden Informationen. Erfahrungsgemäß weckt die Arbeit mit KI das Interesse der Schüler:innen und steigert ihre Motivation.
Aktueller Stand Prüfprozess Schulbegleitung
Die Schulbegleitung wurde mit der Einführung der Inklusion fortwährend erheblich ausgebaut und verbessert. Während im Schuljahr 2011/2012 in circa 460 Fällen eine Schulbegleitung bewilligt wurde, hat sich die Zahl der begleiteten Schülerinnen und Schüler bis zum Schuljahr 2024/25 auf 3.226 erhöht.
Verbunden war diese Entwicklung mit einer Steigerung der Ausgaben von rund 6,75 Millionen Euro imJahr 2014 auf rund 32,59 Millionen Euro im Jahr 2024. Zum Schuljahr 2025/26 erhöhte sich die Anzahl der über Schulbegleitung unterstützten Schülerinnen und Schüler erneut auf nunmehr 4.011 samt einhergehenden Ausgaben in Höhe von 42,15 Millionen Euro im Jahr 2025.
Die Steigerung der Fallzahlen ist in Teilen nachvollziehbar. Gründe für die Steigerung der Fallzahlen sind unter anderem eine gestiegene Anzahl von Schülerinnen und Schülern, der vereinfachte Zugang zur Schulbegleitung im Rahmen eines Anfrageverfahrens durch die Schule, die systematische Bedarfsermittlung im schulischen Verbundsystem der Regionen, eine höhere Verbindlichkeit in der Leistungserbringung durch die Anbieter der Schulbegleitung sowie ansteigende Anforderungen bei bestimmten Förderbedarfen, wie zum Beispiel im Bereich des Autismus-Spektrums.
Diese Entwicklung nimmt die Bildungsbehörde sehr ernst, denn sie macht es notwendig, fachlich genau hinzusehen: Wo und in welchem Umfang ist Schulbegleitung erforderlich, wie fügt sie sich in die schulischen Unterstützungsstrukturen ein und wie können wir sie dauerhaft verlässlich, bedarfsgerecht und verantwortungsvoll organisieren? Genau deshalb hat die Behörde im Sommer bewusst noch einmal sehr genau hingeschaut. Einzelfälle, bei denen Eltern Klärungsbedarf gesehen haben, wurden und werden erneut betrachtet. Dabei geht es um weit mehr als die erneute Betrachtung einzelner Entscheidungen. Die Behörde hat die konkreten Unterstützungsbedarfe der Kinder überprüft und dort nachgesteuert, wo neue oder vertiefte Erkenntnisse dies erforderlich gemacht haben. Gleichzeitig hat der Prozess sichtbar gemacht, an welchen Stellen wir strukturell besser werden müssen – bei Abläufen, Übergängen sowie bei der Kommunikation mit Eltern und Schulen.
Insgesamt wurden 540 Fälle (Schüler:innen) in diesen Überprüfungsprozess aufgenommen. Davon sind mit Stand 17. August 2026 inzwischen 344 abgeschlossen: In 20 Fällen blieb es bei der bisherigen Entscheidung, 68 Fälle erwiesen sich als neue, bislang noch nicht im Verfahren befindliche Fälle, und in 256 Fällen ist eine Bewilligung erfolgt. Weitere 196 Fälle befinden sich noch in der fachlichen Prüfung oder Klärung und werden mit Hochdruck bearbeitet.
Ein Großteil der bewilligten Schulbegleitungen ist bereits besetzt; für noch offene Bedarfe werden gemeinsam mit den Anbietern geeignete Kräfte gesucht und zunehmend gefunden. Aus den Erfahrungen des Prüfprozesses ziehen wir deshalb konkrete Konsequenzen für das dauerhafte Verfahren: Entscheidungen sollen künftig noch einheitlicher, transparenter und nachvollziehbarer getroffen werden.
45.500 Schüler:innen besuchen die 29 staatlichen berufsbildenden Schulen in Hamburg
Von dem starken Einbruch während der Corona-Pandemie hat sich der Ausbildungsmarkt in Hamburg bis heute noch nicht erholt. Zudem wirkt sich auch die zurückgehende Zuwanderung auf die Schüler:innenzahl in der beruflichen Bildung aus.
Zum neuen Schuljahr werden rund 45.500 Schülerinnen und Schüler die 29 staatlichen berufsbildenden Schulen in Hamburg besuchen. Die Schüler:innenzahlprognose sah ursprünglich rund 45.800 Schüler:innen für das kommende Schuljahr vor. Aufgrund des Rückgangs zugewanderter Jugendlicher, die regelhaft in der Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen und Migranten (AvM dual) beschult werden, hat sich die Schüler:innenzahl zwischenzeitlich aber verringert. Insofern ist auch der Anteil der Schüler:innen in der Berufsvorbereitung gegenüber dem letzten Schuljahr (11,7 Prozent) gesunken, liegt aber mit rund 11,0 Prozent (absolut: 5.041) immer noch höher gegenüber 2021 (7,7 Prozent).
Voraussichtlich kleinste und größte staatliche Schulen im Schuljahr 2026/27
Kleinste Grundschulen (ohne aufwachsende neue Schulen)
Schule | Schüler:innen im Schuljahr 2026/27 | Schuljahreserhebung 2025 |
Schule Cranz | 103 | 97 |
Schule Mittlerer Landweg | 109 | 104 |
Ganztagsschule an der Elbe | 137 | 115 |
Größte Stadtteilschulen
Schule | Schüler:innen im Schuljahr 2026/27 | Schuljahreserhebung 2025 |
Goethe-Schule-Harburg | 1.844 | 1.794 |
Julius-Leber-Schule | 1.754 | 1.741 |
Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg | 1.745 | 1.765 |
Größte Gymnasien
Schule | Schüler:innen im Schuljahr 2026/27 | Schuljahreserhebung 2025 |
Walddörfer Gymnasium | 1.343 | 1.346 |
Gymnasium Ohmoor | 1.315 | 1.334 |
Gymnasium Allee | 1.294 | 1.293 |
- Förderpaket mit fast 500 Millionen Euro für den Bildungsbau
- Hamburg: Stiftungsinitiative „Grundschule voraus“ wird von der Stadt fortgesetzt
- Hamburgs Grund- und Vorschulen versenden 27.386 Aufnahmebescheide
Keine Kommentare vorhanden