10 Jahre Produktionsschule Altona: Ein Erfolgsmodell

Die Produktionsschule Altona feiert heute ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und einem Festakt. Seit ihrem Bestehen haben die Schule 540 Jugendliche besucht, die nach der neunten Klasse keinen Hauptschulabschluss hatten. Sechzig Prozent konnten ihn dort nach ein bis zwei Jahren nachholen. Das Erfolgsrezept der Produktionsschule: Die Jugendlichen produzieren wettbewerbsfähige Waren und Dienstleistungen und parallel dazu erlernen sie im Unterricht die nötigen fachlichen Kenntnisse. Nach dem Altonaer Vorbild sollen in der laufenden Legislaturperiode weitere Produktionsschulen mit rund 500 Plätzen eingerichtet werden. Seit dem 1. September 2009 sind vier davon in Betrieb.

20.11.2009 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

In der Produktionsschule Altona können jährlich 44 Jugendliche ihren Abschluss nachholen und sich zugleich auf eine Lehre vorbereiten. Dazu haben die Schülerinnen und Schüler Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch; zudem betreibt die Schule eine Medienwerkstatt, eine Grafikwerkstatt, eine Tischlerei und den Bereich Küche/Kantine. Die Produkte erfüllen hohe Qualitätsansprüche und werden zu marktüblichen Preisen angeboten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten für ihre Tätigkeit einen Lohn in Form eines Produktionsschulgeldes von monatlich 150 Euro.

Die vier neuen Produktionsschulen entstehen in verschiedenen Teilen Hamburgs. In Bergedorf-Zentrum bietet die "Sprungbrett gGmbH" 48 Plätze an, im Bezirk Mitte (Billstedt-Horn) hat "Beschäftigung und Bildung e.V." 50 Plätze eingerichtet, im Bezirk Nord (Barmbek) die "Stiftung Berufliche Bildung" 50 Plätze und im Bezirk Wandsbek (Steilshoop) die "Alraune gGmbH" 50 Plätze. Eine weitere Produktionsschule wurde aus eigenen Mitteln von der "Beruf und Integration Elbinseln gGmbH" im Bezirk Mitte (Wilhelmsburg) mit 12 Plätzen gegründet.

Umgesetzt werden in den Schulen Produktideen wie der Aufbau und Betrieb einer Skaterhalle mit Eventmanagement, Gastronomie und Herstellung von Sportgeräten oder die Konstruktion, Herstellung und der Vertrieb von Waterbikes und Kanus. Die Schulen kooperieren mit Unternehmen vor Ort, damit die Jugendlichen auch betriebliche Erfahrungen sammeln können.

Die Einrichtung der neuen Produktionsschulen ist Teil der Hamburger Bildungsoffensive. 2010 und 2011 richtet die Stadt jährlich drei weitere Produktionsschulen mit jeweils 150 Plätzen ein. Das Ziel sind insgesamt 10 Produktionsschulen, wobei in jedem der sieben Bezirke mindestens eine angesiedelt sein wird. In den Jahren 2009 und 2010 wird die Finanzierung haushaltsneutral durch Mittelumschichtungen sichergestellt. Die monatlichen Schülerkostensätze betragen in den ersten beiden Jahren der Aufbauphase 750 bzw. 700 Euro und in den Folgejahren 650 Euro. Sie entsprechen damit den Kosten im schulischen Berufsvorbereitungsjahr. Die laufenden Kosten des Programms betragen in der Endausbaustufe ca. 3,9 Millionen Euro pro Jahr


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