Ab kommendem Schuljahr können alle Hauptschulen "Anschub" übernehmen

Im Schulversuch "Arbeiten und Lernen in Schule und Betrieb" ( kurz: Anschub ) der Behörde für Bildung und Sport, gestartet im Schuljahr 2000/2001, haben vier Schulen ein neues Lernkonzept erprobt. Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Richard-Linde-Weg (Klasse 8 und 9) und der Gesamtschule Eidelstedt (Klasse 9 und 10) lernen und arbeiten zwei Jahre lang an zwei Tagen in der Woche in einem Betrieb. In der Ganztagsschule St. Pauli und der Förderschule Carsten-Rehder-Straße sind die Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang an zwei Tagen in der Woche in Betrieb.

01.09.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Durch das frühzeitige und kontinuierliche Einbeziehen des betrieblichen Lernens in das schulische Lernen wird der Übergang der Schülerinnen und Schüler in den Beruf verbessert und insbesondere die Übergangsquote in die duale Ausbildung erhöht. Die Schülerinnen und Schüler lernen die beruflichen Anforderungen der Arbeitswelt in zwei oder vier Betrieben kennen, arbeiten im Betriebsalltag mit und können ihre beruflichen Vorstellungen und Fähigkeiten überprüfen."

Im Gegenzug können sich die Betriebe einen Eindruck von den Schülerinnen und Schülern verschaffen und ihnen im günstigen Fall einen Ausbildungsplatz anbieten. Von den bislang am Schulversuch beteiligten 286 Schülern mit Hauptschulabschluss haben 124 einen Ausbildungsplatz erhalten, das sind über 40 % der Absolventen. 132 von ihnen (rund 43 % ) haben sich für eine weiterführende schulische Ausbildung entschieden, nur 51 (rund 17 %) für einen anderen Weg wie etwa das Berufsvorbereitungsjahr.

Damit ist der Schulversuch ein sehr erfolgreiches Modell. Dies belegen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung, die Prof. Dr. Johannes Bastian und Prof. Dr. Arno Combe u.a. für die Entwicklung der Lernleistung und der Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler vorgelegt haben.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Durch die enge Kooperation der Schulen mit den Betrieben und die neuen Lernformen wie z. B. die besondere betriebliche Lernaufgabe können die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten und Kompetenzen erproben, weiterentwickeln und erhöhen damit ihre Zukunftschancen. Alle Versuchsschulen wollen das 2-Tage-Modell beibehalten. Unser Programm für die Weiterentwicklung der Hauptschulen wird es mit der neuen Kontingentstundentafel ab dem Schuljahr 2006/2007 möglich machen, dass alle Hamburger Hauptschulen ein Regelangebot machen können, das dem Schulversuch 'Anschub' entspricht. Mein Ziel ist es, dass mittelfristig alle Hamburger Hauptschülerinnen und Hauptschüler diese Chance wahrnehmen können - entsprechend dem Motto 'Kein Abschluss ohne Anschluss'".


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