Abitur mehr wert als dualer Abschluss?
(red) Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, hat die Kultusminister davor gewarnt, beim europaweiten Bildungsvergleich (EQR) das Abitur höher zu bewerten als einen dualen Berufsabschluss.
17.10.2011 ArtikelIn einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte Wansleben: "Das können wir auf keinen Fall mittragen." Er appellierte an die Kultusministerkonferenz (KMK), auf ihrer Sitzung am 20. Oktober "eine Fehlentscheidung" zu vermeiden. Laut Plan der KMK soll das Abitur auf Niveau 5, der duale Abschluss aber nur auf Niveau 4 angesiedelt werden. Der DIHK-Geschäftsführer warnte vor einem massiven Attraktivitätsverlust der beruflichen Ausbildung in Deutschland und machte eine einfache Rechnung auf: Ein Abiturient, der zum Beispiel eine duale Ausbildung zum Bankkaufmann abschließe, würde sich im Niveau nicht verbessern, sondern verschlechtern.
Vor kurzem noch hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Interview mit www.didacta-bildungsklick.tv erklärt, das Abitur gehöre auf die gleiche Stufe wie eine Vielzahl von Ausbildungsberufen und sie hoffe, dass die Debatten mit der KMK positiv zu Ende gingen.
Der Europäische Qualifikationsrahmens (EQR) soll im kommenden Jahr umgesetzt werden. Ziel ist, mehr Mobilität in Europa, aber auch mehr Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Ausbildungswegen innerhalb der jeweiligen europäischen Staaten zu erreichen.
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