Ahnen / Dreyer: Islamischer Religionsunterricht soll ausgeweitet werden

Das Angebot eines islamischen Religionsunterrichts an den Schulen in Rheinland-Pfalz soll schrittweise weiter ausgebaut werden. Zur Absicherung dieses Vorhabens soll Lehrerinnen und Lehrern sowie Referendarinnen und Referendaren aus Rheinland-Pfalz ein berufsbegleitendes, weiterbildendes Studienangebot an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe im Fach Islamischer Religionsunterricht zugänglich gemacht werden. Der Vorschlag von Bildungsministerin Doris Ahnen, dazu eine Verwaltungsvereinbarung mit Baden-Württemberg abzuschließen, wurde heute dem Ministerrat in Mainz vorgestellt. Der Landtag wird durch die Landesregierung entsprechend unterrichtet und sich damit befassen.

16.09.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Mit der im Schuljahr 2003/2004 gestarteten modellhaften Erprobung eines islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache auf der Basis eines vom Ministerium autorisierten Lehrplans an der Grundschule Ludwigshafen-Pfingstweide sind so gute Erfahrungen gemacht worden, dass zu diesem Schuljahr auch an der Grundschule in Mainz-Lerchenberg ein entsprechendes Unterrichtsangebot starten konnte", betonte Bildungsministerin Ahnen. Zudem liefen in Ludwigshafen intensive Vorbereitungen für eine Fortführung des islamischen Religionsunterrichts in Schulen der Sekundarstufe I. Konkrete Anträge auf Einführung islamischen Religionsunterrichts an einer Grundschule gebe es auch für die Standorte Worms und Koblenz. Derzeit würden hier vorbereitende Gespräche geführt. Eine Interessensbekundung gebe es zudem aus Frankenthal. "Wir wollen das Angebot Schritt für Schritt ausweiten und es zeigt sich, dass auch bei vielen islamischen Glaubensgemeinschaften Interesse an einem regulären islamischen Religionsunterricht in den staatlichen Schulen besteht. Vor diesem Hintergrund müssen wir auch Vorsorge dafür treffen, dass Lehrkräfte entsprechende Fähigkeiten erwerben können", unterstrich Doris Ahnen. Die Vereinbarung mit der Karlsruher Hochschule, die für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für einen Zeitraum von zunächst zwei Jahren 20.000 Euro aus Rheinland-Pfalz erhalten soll, sei ein pragmatischer Schritt dorthin. Das Weiterbildungsstudium soll vor allem in Blockform an Wochenenden und in unterrichtsfreien Zeiten organisiert werden.

Auf die Bedeutung des islamischen Religionsunterrichts für den Integrationsprozess insgesamt verwies Sozialministerin Malu Dreyer. "Die Zuwanderung hat die religiöse Vielfalt in Rheinland-Pfalz erheblich erweitert. Wir erkennen das als Bereicherung unserer Gesellschaft an", sagte sie. Mit schätzungsweise 100.000 Menschen muslimischen Glaubens sei der Islam nach den beiden großen christlichen Kirchen die drittstärkste Religion in Rheinland-Pfalz. Diesem Umstand trage die Landesregierung Rechnung, indem sie das Handlungsfeld Religion als ein für die Integration sehr wichtiges Thema in das Integrationskonzept des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen habe. "Die geplante Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für den islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen in Rheinland-Pfalz entspricht so auch den Intentionen des Landes-Integrationskonzeptes", unterstrich Malu Dreyer.


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