Ahnen: Neuer Studiengang "Pädagogik der frühen Kindheit" ist weitere Säule im Weiterqualifizierungsangebot des Landes für Erzieherinnen und Erzieher

"Einen zusätzlichen Schub für die Qualität von Bildung und Betreuung in den Kindertagesstätten" sieht die rheinland-pfälzische Bildungs-, Wissenschafts- und Jugendministerin Doris Ahnen in dem neuen berufsbegleitenden Fernstudiengang "Pädagogik der frühen Kindheit", der heute in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) an der Fachhochschule Koblenz startet.

03.04.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Für die komplexer werdenden Anforderungen, die heute von vielen Seiten an die Arbeit in Kindertagesstätten gestellt werden, sind gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher nötig. Diese Basis sichern wir im Land durch eine moderne Fachschulausbildung und durch ein breit gefächertes Weiterbildungsangebot. Gleichzeitig können und sollten diese Teams aber durch Spezialistinnen und Spezialisten unterstützt werden, die in einer Hochschulausbildung zusätzliche Kompetenzen erworben haben. Der neue Studiengang ist eine weitere wichtige Säule in dem umfassenden Aus- und Weiterbildungsangebot im Bereich der frühkindlichen Erziehung und ein deutliches Signal dafür, dass Elementarbildung in Rheinland-Pfalz groß geschrieben wird", unterstrich Doris Ahnen.

Der siebensemestrige berufsbegleitende Bachelor-Studiengang vermittelt ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern relevante historische, bildungspolitische und rechtliche Grundlagen sowie Kenntnisse im Qualitäts- und Bildungsmanagement. Auf dem Semesterplan stehen außerdem die Didaktik der frühen Kindheit, spezielle Ansätze zur Organisation von Bildungs- und Lernprozessen und Einblicke in verschiedene frühkindliche Bildungsbereiche. Ziel des Studiengangs "Pädagogik der frühen Kindheit" ist eine wissenschaftliche Qualifizierung für beratende oder koordinierende Tätigkeiten insbesondere im Umfeld von Kindertagesstätten aber auch in anderen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Projekt- und Präsenzphasen nehmen ca. ein Drittel des Studienaufwands ein, zwei Drittel erbringen die Studierenden in Selbstlernphasen mit Hilfe einer internetbasierten Lernplattform und bereitgestellten Studienmaterialien. Durch regelmäßige Projekte in Kindertagesstätten setzen die Studierenden theoretisch erworbenes Wissen in der Praxis um. "Wir nehmen die große Fortbildungsbereitschaft unter den Erzieherinnen und Erziehern sehr ernst, deshalb müssen wir sicherstellen, dass ihnen möglichst viele Wege zur Weiterqualifizierung offen stehen. Dass der Studiengang berufsbegleitend angelegt ist, gehört dazu. Damit eröffnen wir eine realistische Möglichkeit der Weiterqualifizierung, ohne aus dem Beruf aussteigen zu müssen", so Ministerin Ahnen.

An der Fachhochschule Koblenz sei mit dem ebenfalls berufsbegleitenden Studiengang "Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe Kindheit" bereits im Sommer 2005 ein Angebot für die akademische Weiterqualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern erfolgreich etabliert worden, erinnerte die Ministerin. Dieser richte sich an angehende oder bereits tätige Leiterinnen und Leiter in Kindertagesstätten. "Auch hier werden wir bestätigt, wie wichtig die Öffnung der Weiterqualifizierung war. Das zeigen uns nicht nur die steigenden Bewerberzahlen, sondern auch die positive Resonanz der mittlerweile 42 Absolventinnen und Absolventen", betont Ministerin Ahnen. Insgesamt sei der Abschluss förderlich für den weiteren Berufsweg gewesen und hätte wertvolles Rüstzeug an die Hand gegeben, wie die Absolventinnen und Absolventen berichtet hätten. Während hier insbesondere die betriebswirtschaftlichen Kompetenzen und Managementfähigkeiten in den Leitungsteams von Kindertagesstätten im Vordergrund stünden, sei der neue Studiengang "Pädagogik der frühen Kindheit" eine hervorragende und wichtige Ergänzung im didaktischen Bereich.

Darüber hinaus habe die Landesregierung einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Fortbildungsangebote für Erzieherinnen und Erzieher mit dem Start des Landesprogramms ,Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an´ im Jahr 2006 gesetzt. In den vergangenen drei Jahren habe das Land mehr als 3.700 Fortbildungsmaßnahmen mit deutlich mehr als 57.000 Teilnehmerplätzen finanziell gefördert, für das laufende Jahr seien von den Weiterbildungsträgern weitere rund 1.600 Kurse und Seminare mit rund 25.000 Plätzen vorgesehen. Schwerpunktthemen seien dabei wie in den Vorjahren die Sprachförderung und die Arbeit mit zweijährigen Kindern im Kindergarten, die Beobachtung und Dokumentation von frühkindlichen Bildungsprozessen und der Erwerb von lernmethodischen Kompetenzen. Doris Ahnen lobte: "Das besondere Engagement, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kindertagesstätten zeigen, auch was ihre persönliche Weiterbildung angeht, verdient besondere Anerkennung. Profitieren werden davon auf jeden Fall die Kindertagesstätten und ihre Träger, vor allem aber die Kinder."


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