Saarland

Ausbildung – das schaff ich!

Seit dem 1. Februar 2014 hat die Landesregierung ihr Konzept zur Verbesserung des Übergangs in eine Berufsausbildung um ein weiteres Element erweitert:

09.04.2014 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Im Rahmen des Projekts "Ausbildung – das schaff ich!" werden förderungsbedürftige Jugendliche, die sich in einer betrieblichen Einstiegsqualifizierungsmaßnahme (EQ) befinden, parallel dazu in einer eigenen Berufsschulklasse am BBZ Sulzbach unterrichtet, mit dem Ziel, schulische Defizite in allgemeinbildenden Fächern aufzuarbeiten und dadurch die Ausbildungsfähigkeit zu verbessern.

Dr. Andrea Becker, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur: "Mit dem Projekt ´Ausbildung – das schaff ich!` leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, mit gezielten Förderangeboten den Übergang von der schulischen in die betriebliche Ausbildung zu verbessern. Damit bieten wir Jugendlichen bessere Chancen und neue Perspektiven für eine gelingende berufliche Laufbahn." "Fachkräftesicherung ist für den Wirtschaftsstandort Saarland in den nächsten Jahren eines der wichtigsten Themen", so Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke. "Dieses Projekt ist eine wichtige Komponente. Es trägt dazu bei, alle vorhandenen Potenziale zu fördern und für den künftigen Arbeitsmarkt verfügbar zu machen, so dass auch Jugendliche mit Ausbildungshemmnissen zu einem Berufsabschluss geführt werden. Die Jugendlichen haben damit die Chance auf eine selbstbestimmte Lebensplanung, und den Betrieben stehen auch zukünftig qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung."

Heidrun Schulz, Geschäftsführerin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit: "Ich finde es sehr passend, dass in der bundesweiten Woche der Ausbildung ´Ausbildung – das schaff ich!` im Saarland vorgestellt wird. Denn dieses regionale Projekt ebnet Jugendlichen mit geringeren Chancen auf individuelle Art und Weise den Weg in die Ausbildung. Wir freuen uns, mit der Förderung von Einstiegsqualifizierungen vor Ausbildungsbeginn und ausbildungsbegleitenden Hilfen einen Beitrag zur Zukunft dieser jungen Menschen und zur Fachkräftesicherung im Saarland leisten zu können."

Thomas Gramm, Geschäftsführer des Jobcenters im Regionalverband stellt heraus: "Mit einer Übergangsquote in betriebliche Berufsausbildung von über 60 Prozent hat sich die Einstiegsqualifizierung in den vergangenen Jahren als ein erfolgreiches Instrument zur beruflichen Integration junger Menschen und zur Stabilisierung und Ausweitung betrieblicher Berufsausbildung erwiesen. Sie unterstützt unser Ziel, die jungen Erwachsenen durch eine gute und passgenaue Ausbildung nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren und die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu reduzieren."

"Angesichts der zurückgehenden Zahl an Ausbildungsbewerbern ist es wichtig, alle Potenziale zu heben. Mit verschiedenen Projekten sprechen wir gezielt unterschiedliche Zielgruppen an. Bei ´Ausbildung - das schaff ich!` erhalten Jugendliche in einer verlängerten Ausbildung die Gelegenheit, durch zusätzlichen Unterricht schulische Defizite abzubauen und in einer individualisierten Betreuung gezielt auf das Ausbildungsziel vorbereitet zu werden", so IHK-Geschäftsführer Peter Nagel. Georg Brenner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes, betonte, dass das Handwerk das Projekt unterstützt: "Wir können auch mit ´Ausbildung – das schaff ich!` jungen Menschen aufzeigen, dass das moderne Handwerk interessante und für viele ungeahnte Möglichkeiten bietet. Wer sich anstrengt, für den ist später der Meisterbrief möglich, mit dem man aufsteigen oder sich sogar selbstständig machen kann. Und genau solche Perspektiven brauchen junge Menschen." Thorsten Schmidt (Abteilungsleiter Handwerk) stellt für den DGB fest, dass es den Gewerkschaften wichtig war, die unterschiedlichen Konzepte am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt so zu bündeln, dass diese einen zielgerichteten Weg für Jugendliche in die duale Ausbildung ebnen: "Immer noch bleiben viel zu viele Jugendliche in sogenannten Warteschleifen zurück." Hier soll das Projekt ´Ausbildung, das schaff ich!` genau diese Jugendlichen da abholen, wo ihr Weg in einen direkten Übergang von Schule in Ausbildung unterbrochen wurde. Mit der persönlichen Zuordnung von Teilnehmenden und Betrieben bereits in der Phase der Vorqualifikation soll eine gewisse Bindung zwischen den beiden erzeugt werden, um den direkten Übergang in eine duale Ausbildung zu gewährleisten." Das Modellprojekt geht zurück auf eine Initiative des Landesausschusses für Berufsbildung des Saarlandes (LABB), der dadurch einen neuen Weg in die Ausbildung ebnet.

Hintergrund:

Das Modellprojekt wurde für Jugendliche entwickelt, die schulische und soziale Defizite aufweisen und deren Vermittlung in Ausbildung dadurch erschwert ist. Nach einer intensiven Beschulung im BBZ Sulzbach und der Vermittlung von beruflichen Grundlagen in verschiedenen Metallberufen während der Qualifizierungszeit im Betrieb, besteht für die Jugendlichen die Möglichkeit, im nächsten Ausbildungsjahr eine betriebliche Ausbildung zu beginnen. Darüber hinaus wurde bei der Planung des Modellprojekts ein weiterer Sicherheitsschirm aufgespannt: Bereits ab Beginn der Einstiegsqualifizierung werden die Jugendlichen durch ausbildungsbegleitende Hilfe (abH) der Agentur für Arbeit Saarland oder im Rahmen des Landesprogramms "Ausbildung jetzt" (sozialpädagogische Betreuung und Fachtheorie/Stützunterricht) durch das Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) betreut. Diese Betreuung endet nicht mit der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages, sondern erst nach Abschluss der Ausbildung.

Die Arbeitsgruppe des LABB setzt sich aus Vertretern des Ministeriums für Bildung und Kultur (MBK), des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (MWAEV), der Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK), der Handwerkskammer des Saarlandes, des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DBG), der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit sowie des Jobcenters im Regionalverband Saarbrücken zusammen.

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr


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