Gleichstellung

Ausbildungsberufe crossen

Mädchen werden Friseurin, Jungs reparieren Autos – ob diese Klischees über die geschlechtsspezifische Berufswahl junger Leute und Auswahl durch die Betriebe immer noch zutreffen, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) untersucht. Unter den dualen Ausbildungsberufen mit mindestens 500 AusbildungsanfängerInnen sind fast 60, bei denen die jungen Männer einseitig dominieren, ihr Anteil also bei über 80 Prozent liegt. Bei 14 weiteren Berufen ist es umgekehrt, diese sind weiblich dominiert.

17.06.2013 Pressemeldung Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

"Die Zahlen zeigen eines deutlich: Die Berufswahl erfolgt nach wie vor entlang hartnäckiger Stereotypen. Bereits in ihrer Berufsausbildung erfahren junge Frauen einen Gender Pay Gap und, wie die DGB-Jugend in ihrem Ausbildungsreport aufzeigt, auch andere qualitative Unterschiede wie z.B. bei Regelungen für Überstundenausgleich", sagt Jenny Huschke von der Abteilung Gleichstellungs- und Frauenpolitik beim DGB-Bundesvorstand. Es gebe viele gute Gründe für eine geschlechtersensible Berufsorientierung, die durch bundesweite Aktionstage wie den "Girls´ Day" unterstützt werden müsse.

Bei der nur sehr schleppenden Besetzung der Domänen durch das jeweils andere Geschlecht liegen die jungen Frauen aber vorn: Sie haben es immerhin in sieben männerdominierten Berufen geschafft, ihren Anteil im Vergleich der Jahre 2005 und 2012 – allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend – um mindestens vier Prozentpunkte zu steigern. Die Männer hingegen nur in einem. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung von 1980 bis 2011 zeigt, dass in männlich dominierten Ausbildungsberufen (null bis 20 Prozent Frauenanteil) inzwischen 10,5 Prozent aller weiblichen Auszubildenden zum Berufsabschluss geführt werden. 1980 waren es lediglich 5,4 Prozent. Getan werden muss trotzdem was. Huschke: "Nicht nur in Zeiten der Fachkräftesicherung brauchen wir junge Frauen in den so genannnten MINT-Berufen (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und junge Männer in den Zukunftsbranchen Gesundheit, Pflege und Erziehung."

Bei einem Vergleich der Jahre 2005 und 2012 ergibt sich bei den vornehmlich männlich besetzten Berufen ein Zuwachs des Frauenanteils von mindestens vier Prozentpunkten bei:

  • Fertigungsmechaniker/-in (+6,3 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent)
  • Bäcker/-in (+5,3 auf 23,3 Prozent).

Gesunken ist der ohnehin schon niedrige Frauenanteil bei:

  • Fachinformatiker/-in (-0,1 auf 6,9 Prozent)
  • Ausbaufacharbeiter/-in (-0,2 auf 1,4 Prozent).

Bei folgenden Berufen zeigt sich eine leichte Tendenz zur Angleichung:

  • Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk (- vier auf 89,6 Prozent)
  • Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/-r (-1,3 auf 94,9 Prozent).

datenreport.bibb.de/html/4715.htm
(aus der Soli aktuell 6/13, Autor: Soli aktuell)


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