Ausbildungsbonus – hohe Kosten, wenig Wirkung
Dass die heute vom Bundesrat beschlossene Einführung eines Ausbildungsbonus das Kernproblem des Ausbildungsmarktes nicht lösen wird, befürchtet Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).
04.07.2008 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und HandelskammertagDIHK-Präsident Ludwig Georg BraunBraun: "Ich befürchte bei dieser Maßnahme vor allem Mitnahmeeffekte – zusätzliche Ausbildungsplätze wird es dagegen kaum geben. Das Ergebnis rechtfertigt nicht die fast 500 Millionen Euro, die die Bürger über ihre Sozialabgaben finanzieren müssen.
Die Politik hat zwar die guten Argumente von Wirtschaft und Gewerkschaften teilweise aufgegriffen und die Zielgruppe des Bonus noch ein wenig eingeengt. Dennoch bleibt Fakt: Mehr als 300.000 Jugendliche – und damit fast die Hälfte aller Bewerber – sind künftig potenziell förderfähig. Darunter sind viele Schulabgänger, die auch ohne Bonus einen Ausbildungsplatz finden würden.
Die Industrie- und Handelskammern werden sich deshalb jetzt bei der Umsetzung – in Abstimmung mit den Arbeitsagenturen – dafür einsetzen, dass mit dem Bonus in erster Linie die Einstellung besonders bedürftiger Jugendlicher gefördert wird.
Das A und O für mehr Ausbildung ist und bleibt aber eine bessere Schulbildung. Der Bonus löst dieses Kernproblem des Ausbildungsmarkts jedenfalls nicht."
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