Berufsbildungsbericht: Gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt

So gut war die Chance auf einen Ausbildungsplatz schon lange nicht mehr: Zum Stichtag Ende September waren bei der Agentur für Arbeit erstmals seit 2001 mehr offene Stellen als unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gemeldet.

01.04.2009 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Das ist das erfreuliche Ergebnis des Berufsbildungsberichts 2009, den das Bundeskabinett heute verabschiedete.

Trotz Wirtschaftskrise ist die Botschaft positiv: Die Bundesregierung hat eine Trendwende am Ausbildungsmarkt geschafft. "Der Ausbildungspakt von Regierung und Wirtschaft wirkt.", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Nun kommt es darauf an, diesen Trend fortzusetzen.

Genau 616.259 Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2008 abgeschlossen. Das sind zwar mehr als 9.500 und damit rund 1,5 Prozent weniger Lehrstellen als im Vorjahr. Die Gründe für diesen Rückgang liegen aber weniger bei den Unternehmen. Die Zahl der jugendlichen Schulabgänger - und damit der ausbildungswilligen Bewerber - ist deutlich zurückgegangen.

Angebot höher als Nachfrage

Ende September 2008 hatten 14.500 Jugendliche in Deutschland noch keinen Ausbildungsplatz. Damit hat sich die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr halbiert.

Nach der jährlichen Nachvermittlungsaktion sah es sogar noch besser aus: Im Januar 2009 suchten nach Angaben der Agentur für Arbeit nur noch knapp 6.000 Schulabgänger eine Lehrstelle. Zugleich gab es einige tausend freie Ausbildungsplätzen und 13.800 Angeboten für betriebliche Praktika für eine Erstqualifizierung.

Optimismus trotz Krise

Jeder ausbildungswillige Jugendliche soll die Chance auf eine Lehrstelle haben: An diesem Ziel hält die Bundesregierung auch im Ausbildungsjahr 2009 fest.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage sieht auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Perspektiven für Ausbildungssuchende optimistisch. Zwar wird mehr als jedes vierte krisengeschüttelte Unternehmen (27 Prozent) nach einer DIHK-Umfrage sein Ausbildungsangebot zurückfahren. Gleichzeitig aber wird auch die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um rund 30.000 sinken.

Diesen Trend bestätigt die aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA): Von Oktober bis März wurden 26.600 Ausbildungsstellen weniger gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Zugleich haben deutlich weniger Bewerberinnen und Bewerber (minus 78.400) die Bundesagentur bei der Suche nach einer Lehrstelle eingeschaltet.

Nachwuchsprobleme vor allem im Osten

Vor allem im Osten Deutschlands könnten die geburtenschwachen Jahrgänge zu einem Nachwuchs-Problem führen. Denn auch bei trüben Geschäftsaussichten wollen sich die Unternehmen Fachkräfte sichern.

"Gerade in der Krise müssen wir in unsere Zukunft investieren", sagte Schavan. Die Bundesregierung fordert daher die Unternehmen auf, bei ihren Ausbildungsleistungen trotz des konjunkturellen Abschwungs nicht nachzulassen - sonst kann der Fachkräftemangel künftig zur Wachstumsbremse werden.

Jugendliche ohne Schulabschluss fördern

Die Bundesregierung hat mit der Qualifizierungsinitiative "Aufstieg durch Bildung" viel gegen den Lehrstellen- und Fachkräftemangel auf den Weg gebracht. Besonders Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit schlechten Abschlussnoten werden unterstützt.

Erfolgreich sind auch die so genannten Einstiegsqualifizierungen. Das sind betriebliche Praktika, nach denen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die betriebliche Ausbildung übernommen werden.

Auch Auszubildenden in insolventen Unternehmen könnte die Bundesregierung bald unter die Arme greifen. Betriebe, die diese Lehrlinge einstellen, sollen nach einem Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbundes eine Übernahmeprämie bekommen. "Ich finde den Vorschlag gut, diesen Jugendlichen so den Abschluss einer Ausbildung zu ermöglichen", sagte Schavan.

Perspektiven für Fachkräfte: Ohne Abi an die Uni

Eine weiteres Ziel der Qualifizierungsinitiative ist es, dass mehr junge Menschen studieren. Im März haben die Kultusminister der Länder ihr Versprechen gegenüber dem Bund wahr gemacht und die Universitäten auch für Meister und andere Fachkräfte ohne klassisches Abitur geöffnet. Ohne Eignungstests oder Probezeiten sollen sie künftig jedes Fach ihrer Wahl an einer Universität oder an der Fachhochschule studieren können.


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Weiterführende Links

  • Der Berufsbildungsbericht (PDF-Datei )

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