Deutscher Bildungspreis

Besser geht immer

Das Thema Bildungsmanagement hat in vielen Unternehmen nicht den Stellenwert, den es verdient. Der Deutsche Bildungspreis will dabei helfen, das zu ändern. Von Anne Dreyer

24.08.2016 Bundesweit Artikel Bildungspraxis
  • © Deutscher Bildungspreis/Christian Lietzmann

Mit einem durchdachten Talent- und Bildungsmanagement fördern Unternehmen nicht nur die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter, sondern steigern auch ihre Chancen im zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte. Obwohl ein Trend zur Professionalisierung zum Glück klar erkennbar ist, stellen viele Betriebe immer noch nur einzelne, unkoordinierte Trainingsmaßnahmen bereit, anstatt durchdachte und zielorientierte Konzepte zu verfolgen. Dabei bringt es den Unternehmen viel, das Bildungsmanagement systematisch anzugehen – vom Erstellen der Bildungsziele über Bedarfsanalyse, Konzeption und Durchführung der Bildungsmaßnahmen bis hin zu Transfersicherung und Controlling.

Vom Qualitätsmodell zum Bildungspreis

Doch an welchen Kriterien lässt sich Bildungsmanagement überhaupt professionell ausrichten? Diese Frage ist für Unternehmen gar nicht so leicht zu beantworten: In Deutschland gibt es zwar eine Vielzahl von Qualitätsmanagement-Modellen, doch kaum eines davon ist als alleiniges System für das Bildungsmanagement geeignet. Zudem fehlte eine einheitliche Grundlage zur Vergleichbarkeit. Um diese Lücke zu schließen, entwickelte die TÜV Süd Akademie mit verschiedenen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft das erste expertengestützte Qualitätsmodell für betriebliches Bildungs- und Talentmanagement in Deutschland. Zugleich nahm die Idee Gestalt an, die Professionalisierung von Bildungsmanagement mit einem Wettbewerb zu fördern: Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung rief die TÜV Süd Akademie 2012 den Deutschen Bildungspreis ins Leben. Der Preis, der von den Eckert Schulen und der Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG gefördert wird, gibt Unternehmen nicht nur die Möglichkeit, das eigene betriebliche Bildungsmanagement an praxisorientierten und wissenschaftlich validierten Qualitätskriterien zu messen, sondern fördert auch den Austausch der Unternehmen und das Lernen voneinander. Die Chance, eine Auszeichnung zu erhalten und die eigene Weiterbildungsexzellenz sichtbar zu machen, ist dabei eine wichtige Motivation für die teilnehmenden Firmen – mehr als 600 waren es bisher.

Dieser Beitrag erschien in der Ausgabe 3/2016 von BILDUNGSPRAXIS – das didacta Magazin für berufliche Bildung.

Ein Gewinn nicht nur für die Sieger

Bei dem jährlichen Wettbewerb werden Unternehmen aller Branchen in vier Größenkategorien ausgezeichnet (bis 500, bis 3000, bis 10 000 und über 10 000 Mitarbeiter). Der zusätzliche Innovationspreis belohnt besonders kreative Bildungslösungen. Die wichtigste Besonderheit ist aber, dass unabhängig vom Abschneiden alle Bewerber von der Teilnahme profitieren. Denn alle teilnehmenden Unternehmen erhalten eine Einschätzung des eigenen Bildungs- und Talentmanagements im Vergleich mit der jeweiligen Branche sowie eine detaillierte Analyse ihrer Stärken und Schwächen.
Das bedeutet, dass sich das Mitmachen nicht nur für Unternehmen lohnt, die bereits ein strategisches Bildungs- und Talentmanagement implementiert haben, sondern auch für solche, die das Thema bisher nur unsystematisch behandelt haben und dies ändern wollen. Auch Unternehmen, die bereits eine hohe Qualität im Bildungsmanagement erreicht haben, können durch die Teilnahme noch bestehende Schwachstellen entdecken und gezielt angehen. Die Selbstreflexion beim Beantworten des Fragebogens, umfangreiches Feedback und die Identifikation von Optimierungspotenzialen ermöglichen es den Teilnehmern, sich weiter zu verbessern. Gleichzeitig dienen Best Practice-Beispiele als Vorbilder und Ideengeber. Die fünfzehn Finalisten erhalten außerdem ein kostenloses Audit im Bildungs- und Talentmanagement.

Bewerbungsphase läuft wieder

Aktuell haben Unternehmen und Organisationen wieder die Chance, ihr Bildungs- und Talentmanagement auf den Prüfstand zu stellen. Als ersten Schritt zur Qualifizierung für den Deutschen Bildungspreis müssen die Teilnehmer einen Fragebogen ausfüllen, der die Bereiche Weiterbildungsstrategie, Struktur und Maßnahmen umfasst. Ein Expertenbeirat bewertet die eingegangenen Bewerbungen und wählt die drei Besten in den fünf Preiskategorien für die Finalrunde. Diese Unternehmen werden in einem Audit umfassend geprüft. Mithilfe detaillierter Analyseberichte bestimmt der Beirat dann die Gewinner, die im Frühjahr 2017 bei der offiziellen Preisverleihung geehrt werden.


Der Deutsche Bildungspreis
Teilnahme: Bis zum 31. Oktober 2016 läuft die Bewerbungsphase für den Deutschen Bildungspreis 2017. Angesprochen sind Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Behörden, die ihre Mitarbeiter bei der Weiterentwicklung unterstützen und strategisch fördern. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Preisverleihung findet dann im April 2017 statt. Anmelden und informieren kann man sich auf: www.deutscher-bildungspreis.de
Sonderpreis Ausbildung: In der Bewerbungsrunde 2016/2017 werden erstmals auch exzellente Ausbildungsprojekte gesucht. Unternehmen jeglicher Größe und Branche sind aufgerufen, ihre innovativen Ansätze und Konzepte in der Berufsausbildung vorzustellen. Die Bewerbungsfrist endet Ende Oktober.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden