Bildungsgewerkschaft fordert Absage fragwürdiger Lehrerfortbildung

"Wer versucht, auf diese Weise mit Geschichte umzugehen, darf sich über Defizite im Geschichtsverständnis bei den Schülerinnen und Schülern nicht beklagen", sagte der GEW-Landesvorsitzende, Thomas Lippmann mit Bezug auf die gestrige Erklärung von Innenstaatssekretär Rüdiger Erben und des VdN-BdA e.V. Sachsen-Anhalt zu einer ausgeschriebenen Lehrerfortbildungsveranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE, der Landeszentrale für politische Bildung und der FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung.

19.02.2010 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Als besonders bedenklich bezeichnete Lippmann, dass durch die Aufnahme des Begriffes "Hingucken" im Titel der Veranstaltung, der Sinn dieser vom sachsen-anhaltischen Bündnisses gegen "Rechts" getragene Aktion, dem auch die GEW angehört, nun gegen "Links" gewendet und damit missbraucht wird. Der Versuch, Lehrerfortbildungen mit derart politisch intendierten Inhalten zu füllen, ist für die GEW ein Indiz dafür, dass längst überwunden geglaubte Methoden des "ideologischen kalten Krieges" in einigen politischen Kreisen immer noch herumgeistern.

Als Interessenvertretung der Lehrerinnen und Lehrer, aber auch in Verantwortung für die demokratische Bildung an den Schulen Sachsen-Anhalts, fordert die GEW die Absage und grundlegende Neukonzipierung dieser Veranstaltung.

Sie geht außerdem davon aus, dass die Lehrerinnen und Lehrer solche Veranstaltungen der ideologischen Beeinflussung ablehnen und sich für sinnvolle und seriöse Fortbildungen entscheiden.

Von der Landeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Gedenkstätten erwartet sie eine selbstkritische Stellungnahme. Sie bietet darüber hinaus den Dialog über sinnvolle Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer an.

Hintergrund:

Für den 19./20. März wurde unter dem Thema "Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung: Hingucken: Sowohl nach rechts als auch nach links!" eingeladen. In einem Punkt wurde die VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) als "trojanisches Pferd für das Engagement gegen Rechtsextremisten" bezeichnet.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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