Bildungsreise: Weiterbildung bringt weiter

Nach der Ausbildung Neues zu lernen, ist nicht allein fürs Berufsleben wichtig. Neues Wissen kann auch persönlich neue Wege frei machen. Für die Verknüpfung beruflicher, politischer und kultureller Bildung stehen die Heimvolkshochschulen in Deutschland. Eine davon hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Brandenburg besucht.

02.10.2008 Brandenburg Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", lautet ein Sprichwort. Stimmt aber längst nicht mehr. Sicher, junge Menschen lernen schneller als ältere. Weil sich das Wissen heutzutage aber immer rasanter entwickelt, muss sich jeder, der auf der Höhe bleiben will, mitentwickeln. Das bedeutet, auch während des Berufslebens weiterzulernen: zum Beispiel eine neue Sprache, eine neue Maschinengeneration bedienen zu können oder mit neuen Technologien umzugehen.

Die Bedeutung der Fort- und Weiterbildung wird hierzulande aber immer noch unterschätzt. Deshalb hatte die Bundeskanzlerin sie auf den Plan ihrer Bildungsreise durch Deutschland gesetzt. Da kam die Grundsteinlegung für ein neues Tagungshaus bei der Heimvolkshochschule am Seddiner See, gelegen 40 Kilometer vor den Toren Berlins, wie gerufen. Seddin war die 11. Station der Bildungsreise.

Der Besuch in der 4.000-Seelen-Gemeinde machte schnell klar: Gute Bildung findet nicht nur in der Stadt statt. Und sie hat "viele Facetten", wie die Bundeskanzlerin anerkennend betonte.

Pferdewirte, Volkswirte und bewusste Landbewohner

Schwerpunkte der Bildungsarbeit in Seddin sind die Landwirtschaft und der ländliche Raum. Etwa in praktischen berufsbegleitenden Weiterbildungen der Brandenburgischen Landwirtschaftsakademie: von Computerkursen über Steuer-, Arbeits- und Umweltrechtsseminare bis zur gekonnten Öffentlichkeitsarbeit für bäuerliche Betriebe.

Auch vollwertige landwirtschaftliche und gartenbauliche Ausbildungen sind im Angebot, etwa als Pferdewirt, Binnenfischer oder Gärtnermeister.

Daneben organisiert das Bildungszentrum ein Netzwerk für die Dorf- und Regionalentwicklung: von wirtschaftlicher Beratung der Erzeuger über Senioren- und Kirchenarbeit bis zum Tourismus. Wer möchte, kann sich in Seddin auch in der Agrar- und Europapolitik fit machen.

Abschlüsse und Aufschlüsse

Dabei will die regional tief verwurzelte Heimvolkhochschule mehr, als nur fit machen für den Arbeitsmarkt. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Bildungsansatz.

So soll das Bildungsprogramm "Land aktiv" Kinder und Jugendliche mit ihrer Heimat vertraut machen. Kurse, Praktika und Exkursionen sollen ihnen die Chancen aufzeigen, die der ländliche Raum tatsächlich auch heute noch bietet. Lehrerfortbildungen unterstützen diesen Prozess. Damit die jungen Menschen die Chancen nicht übersehen und die Potentiale ihrer Region vielleicht eines Tages mitentwickeln.

"Die Heimvolkshochschulen stehen für die Vielfalt des Lernens", würdigte die Bundeskanzlerin die Arbeit der Weiterbildungseinrichtung. Sie trügen maßgeblich dazu bei, dass Stadt und Land miteinander in der Balance blieben.

Der ebenfalls anwesende Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, gab der Kanzlerin Recht. Vor langer Zeit habe er selbst einen Grundkurs für junge Landwirte an einer Heimvolkshochschule besucht, bekannte er.

Heimvolkshochschulen kommen ursprünglich aus Skandinavien. Seit mehr als 100 Jahren stehen sie auch in Deutschland für lebenslanges Lernen und ganzheitliche Bildung. Das Konzept vom Leben und Lernen unter einem Dach unterstreicht den ganzheitlichen Ansatz und die Bedeutung der Gemeinschaft für den Lernerfolg.

Kontext:
Heimvolkshochschule Seddin
Initiative "Land aktiv"

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