Bayern

"Chance Berufsausbildung" - Maßnahmen und Angebote der bayerischen Berufsschulen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

Die Wirtschaft boomt, aber nicht alle Jugendlichen finden nach Verlassen der allgemein bildenden Schule sofort einen Ausbildungsplatz. Für die Staatsregierung Grund genug, jedem Jugendlichen die "Chance Berufsausbildung" zu ermöglichen. Konkrete Maßnahmen stellten heute in Regensburg Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber, Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann und Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, vor.

22.12.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Unser Anliegen ist es, gemeinsam mit der Wirtschaft jedem jungen Menschen eine Chance auf dem Ausbildungsmarkt zu eröffnen. Wir wollen alle jungen Menschen mitnehmen, wo nötig, müssen wir ihnen unter die Arme greifen", betonte Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber. "Gerade am sensiblen Übergang von der Schule in die Berufsausbildung sind unterstützende Maßnahmen wichtig und auch erfolgreich," so Huber weiter.

"Absolute Priorität hat immer die unmittelbare Integration in eine Ausbildungsstelle. Nur Jugendliche ohne Ausbildungsreife sollen in Maßnahmen des Übergangssystems einmünden. Aktuell befinden sich 7.111 junge Menschen in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme. Mit dem Projekt ‚Chance Berufsausbildung‘ gehen wir auch hier neue Wege. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen, ist es besonders wichtig, dass alle Partner stetig engen Kontakt zu den Jugendlichen ohne Ausbildung halten, um ihnen ein angemessenes Angebot unterbreiten zu können. Denn eine gute Ausbildung ist immer noch die beste Arbeitslosenversicherung", erklärte Ralf Holtzwart.

Wichtig ist mit Blick auf die Maßnahmen von Staatsregierung und der Agentur für Arbeit: das Angebot muss vor Ort abgestimmt sein und die Jugendlichen müssen sich selbst für eine für sie geeignete Alternative entscheiden können. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Agenturen für Arbeit und der Berufsschule soll den jungen Menschen passgenaue Chancen eröffnen.

Unter dem Motto "Chance Berufsausbildung" lädt die Berufsschule alle Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz ein, um ihnen Wege zur Ausbildung zu zeigen und mit ihnen die dazu erforderlichen Schritte zu besprechen.

Die Vertreter der Wirtschaft und der Agenturen für Arbeit bieten den Jugendlichen Beratungsgespräche an. Für die einen bedeutet das konkrete Ausbildungsplätze, für andere eröffnet es neue Perspektiven, sich mit Hilfe bestimmter Schritte auf eine Berufsausbildung vorzubereiten. Dazu gehören die kooperativen Angebote der Berufsvorbereitung, wie das kooperative Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsintegrationsjahr, welches sich besonders an Jugendliche mit sprachlichem Förderbedarf wendet oder auch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit.

Die Zusammenarbeit Agentur für Arbeit und Schule geschieht kontinuierlich über das gesamte Schuljahr, um auch solche Jugendliche zu erreichen, die sich erst im Laufe des Schuljahres orientieren oder auch solche aufzufangen, die eine Ausbildung abgebrochen haben.

Der gute Ausbildungsstellenmarkt zeigt sich mittlerweile erfreulich an den Schülerzahlen, die ein solches Angebot annehmen müssen: In diesem Schuljahr sind die Zahlen der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz, die die Berufsschule im Rahmen einer Berufsvorbereitung besuchen, abermals gesunken. So ist die Zahl der Jugendlichen, die in diesem Schuljahr die Berufsschule ohne Ausbildungsstelle be-suchen um 2.600 zurück gegangen, dies entspricht rund 16 %. Für die positive Entwicklung am Ausbildungsstellenmarkt mitverantwortlich ist die hohe Bereitschaft vieler bayerischer Betriebe, Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Qualifikationen und Kompetenzen einzustellen.

Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann ergänzte: "Hier setzen wir an mit unserem erfolgreichen bayerischen Förderprogramm ,Fit for Work’: So fördern wir beispielsweise Betriebe mit bis zu 5.000 Euro, die leistungsschwächere Jugendliche aus Praxisklassen ausbilden. Denn wir brauchen noch mehr Unternehmen, die Verantwortung für die Ausbildung übernehmen und auch in Jugendliche investieren, die auf den ersten Blick nicht die besten Startchancen haben."


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