BIBB-Präsident

"Dekade der beruflichen Weiterbildung"

Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, geht davon aus, dass sich die nächsten zehn Jahre in Deutschland zu einer "Dekade der beruflichen Weiterbildung" entwickeln. "Die Bedeutung der beruflichen Fortbildung wird weiter zunehmen", erklärt der BIBB-Präsident aus Anlass des 4. Deutschen Weiterbildungstages am 21. September. Gründe hierfür lägen im demografischen Wandel, im drohenden Fachkräftemangel und in der Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

20.09.2012 Pressemeldung Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Die seit einigen Jahren festzustellende Bildungsexpansion unter der jungen Generation darf nach Auffassung Essers auf keinen Fall an der beruflichen Bildung vorbeigehen. "Die duale Berufsausbildung und die Aufstiegsfortbildung müssen in Zukunft viel stärker als ein integriertes Modell und als gleichwertiger Karriereweg zu Abitur und Studium beworben werden." Gleichzeitig müsse die Verzahnung von beruflicher Bildung, insbesondere der beruflichen Weiterbildung, mit der Hochschulbildung weiter vorangetrieben werden. "Mit der gemeinsamen Zuordnung der Meister- und Bachelor-Abschlüsse auf der Niveaustufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens haben insbesondere die beruflichen Fortbildungsabschlüsse einen großen Attraktivitätsschub erhalten", betont der BIBB-Präsident. Gleichzeitig verdeutliche dies die hohe Qualität der beruflichen Weiterbildung und der Fortbildungsabschlüsse in Deutschland.

Esser würdigte die Bedeutung der beruflichen Fortbildung für den Standort Deutschland. Sie eröffne den Menschen zudem Perspektiven und neue Chancen. "Mit Hilfe der beruflichen Weiterbildung halten sich viele Fachkräfte à jour. Sie sichern ihre Beschäftigungsfähigkeit und schaffen durch eine Höherqualifizierung die Voraussetzungen für einen beruflichen Aufstieg. Dadurch tragen sie entscheidend mit dazu bei, die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhalten."

Allerdings, so der BIBB-Präsident weiter, entfalle die überwiegende Mehrzahl der Weiterbildungen momentan auf die Anpassungsweiterbildung. Diese Kurse sind vor allem darauf ausgerichtet, um im Beruf "up to date" zu bleiben. Esser: "Hier ist ein Umdenken erforderlich. Notwendig sind längerfristige und abschlussbezogene Weiterbildungen - vor allem auch bei denen, die über keinen Berufsabschluss verfügen."


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