Dem Ausbildungsplatzmangel ein Gesicht geben!

Einen Wandertag der etwas anderen Art erlebten rund 120 Jugendliche am Freitag, den 1. Juni 2007 in Kiel. Auf Einladung von GEW und DGB in Kooperation mit der SPD-Landtagsfraktion diskutierten die Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit Landtagsabgeordneten aller Fraktionen über ihre Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Sechs Wochen vor Schuljahresende haben erst ca. zwanzig der Jugendlichen aus Bordesholm, Jarplund-Weding, Kiel, Lübeck und Norderstedt eine Lehrstelle im dualen Berufsbildungssystem gefunden.

01.06.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Wir wollen mit unserer heutigen Aktion dem Ausbildungsplatzmangel ein Gesicht geben. Wir wollen der Politik klar machen, dass sich hinter jeder anonymen Zahl bei der Lehrstellenbilanz das Schicksal eines jungen Menschen verbirgt, der auf eine berufliche Chance in unserer Gesellschaft wartet", sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Jan Nissen. "Diese Jugendlichen brauchen ein Recht auf Ausbildung und keinen Ausbau von Warteschleifen. Wenn das duale Berufsbildungssystem nicht genügend Plätze bereitstellen kann, muss die voll qualifizierende Ausbildung mit Kammerabschluss in beruflichen Schulen ausgeweitet werden."

Jan Nissen verwies auf die trotz steigender Zahl von Ausbildungsplätzen auch in Schleswig-Holstein immer noch dramatische Lage für Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen. Die Zahl der Ausbildungsplätze sei zwar gegenüber dem vergangenen Jahr um 6,9 Prozent gestiegen, die Zahl der Schulabgänger jedoch um 8,9 Prozent. In absoluten Zahlen bedeute das: 1305 neue Ausbildungsverträge, aber auch eine um 1636 gestiegene Zahl von Ausbildungsplatzsuchenden. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wachse also weiter, so der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende. Schließlich seien auch noch 10700 so genannte "Altbewerber" auf Ausbildungsplatzsuche.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden