Durchlässigkeit

"Der Europäische Qualifikationsrahmen ist eine große Chance"

(red) Mehr Mobilität in Europa, aber auch mehr Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Ausbildungswegen innerhalb der jeweiligen europäischen Staaten – das sind die Ziele des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR). Im kommenden Jahr soll er umgesetzt werden. Fragen dazu an Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

10.10.2011 Artikel
  • © bikl

Welches sind die für Deutschland unabdingbaren Eckpunkte beim EQR?

Die Übersetzung des europäischen Qualifikationsrahmens in Deutschland ist die große Chance, Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung zu dokumentieren. Deshalb gehört für mich zu den unverzichtbaren Eckpunkten: Das Abitur gehört auf die gleiche Stufe wie eine Vielzahl von Ausbildungsberufen. Der Meister gehört auf die gleiche Stufe wie der erste akademische Abschluss. Das ist ein großer Fortschritt. Weil wir ja genau darum immer gekämpft haben, dass nicht gleichsam eine hierarchische Ordnung zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung existiert.

Sind sich die Protagonisten in Deutschland einig?

Es gibt große Einigkeit zwischen den Sozialpartnern, der Bundesregierung und den Wirtschaftsministern der Länder und es gibt noch einige Debatten in der KMK von denen ich hoffe, dass sie bald positiv zu Ende gehen.

Ab 2012 sollen auch in den Zeugnisse einen EQR-Verweis geben. Ist Deutschland im Zeitrahmen?

Davon gehe ich aus, dass wir in den nächsten Monaten zum Abschluss kommen und das würde bedeuten, auf den Zeugnissen im Jahre 2012 kann die Einordnung in eine Kompetenzstufe bereits stehen.

Nach der Berufsausbildung ist also der Weg zur Hochschule offen?

So ist es, deshalb werden wir rund 20 Studiengänge im Rahmen einer offenen Hochschule fördern. Das heißt, wichtig ist natürlich nicht nur die Eingruppierung im Zeugnis, wichtig ist die Bewertung der in der Berufspraxis erworbenen Fähigkeiten, die Einordnung dieser Fähigkeiten in ihrer Bedeutung für einen bestimmten Studiengang. Und ich glaube, dass auch die Gestaltung des Übergangs vom Beruf ins Studium beziehungsweise die Gestaltung von Studien, die neben dem Beruf belegt werden, bedeutsam ist. Also es ist schon auch ein kultureller Wechsel.

Also doch keine generelle Öffnung aller Hochschulen?

Nein es ist generell so, aber die 20 Studiengänge, die ich benannt habe, sind die, die sich jetzt besonders an der Bewertungsfrage im Blick auf berufliche Kompetenzen beteiligen.

Das vollständige Video auf www.didacta-bildungsklick.tv


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