DIHK-Präsident weist BA-Zahlen und Schavan-Vorstoß zurück
Als "irreführend" hat Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bezeichnet, denen zufolge in Deutschland 210.000 Lehrstellen fehlen.
21.05.2007 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag"Der konjunkturelle Aufschwung hat den Lehrstellenmarkt längst erreicht", stellte Braun am Wochenende klar. "Schon im letzten Jahr gab es neue Rekordmarken, in diesem Jahr ist die Aufwärtsentwicklung noch stärker. Bislang wurden in Industrie, Handel und Handwerk rund 10 Prozent mehr Ausbildungsverträge eingetragen als im Vorjahr. Von dieser Entwicklung profitieren auch die so genannten Altbewerber, denn fast jeder zweite Ausbildungsplatz wird mit einem Altbewerber besetzt."
Die rechnerische Lehrstellenlücke erreiche alljährlich im April/Mai ihren Höchststand, sagte Braun mit Blick auf die BA-Zahlen. Bis zum Start des Ausbildungsjahres baue sie sich gewissermaßen automatisch ab, da der größte Teil der Lehrverträge erst in den Sommermonaten abgeschlossen werde.
Braun: "Die Lücke erscheint zudem nur deshalb so groß, weil immer weniger Unternehmen ihre Lehrstellen den Arbeitsagenturen melden. Daraus kann nicht geschlossen werden, dass es tatsächlich weniger Ausbildungsplätze gibt. So wurden im letzten Jahr 3 Prozent weniger Plätze an die Agenturen gemeldet, bei den Lehrstellen gab es aber ein Plus von 5 Prozent."
Darüber hinaus kritisierte Braun den Vorstoß von Bildungsministerin Annette Schavan, die Zahl der Ausbildungsberufe um bis zu 300 auf 50 zu verringern. Er verwies auf das DIHK-Ausbildungsmodell "Dual mit Wahl" (siehe auch Pressemitteilung vom 22. Januar), das an der bewährten Ausbildung in Berufsschule und Betrieb festhält, diese aber flexibler den betrieblichen Belangen und den Wünschen der Jugendlichen anpasst.
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