Do you speak Slanglish?
Vorbei mit entlarvender Verständnislosigkeit oder abenteuerlichem Germish-Gemisch, denn der Langenscheidt Verlag und die Autorin Claudia Halbedl erschließen mit Slanglish – Englischer Slang ohne Filterdie Weiten – oder Tiefen – der Umgangssprache. Salopp wie der Slang selbst, zeigt das kleine Büchlein auf 128 Seiten mit einer erlesenen Auswahl an Begriffen, wie kreativ doch Menschen fernab der Schriftsprache mit Wörtern spielen und wie treffend genau sie damit so mancherlei beschreiben.
07.11.2008 Pressemeldung Langenscheidt GmbH & Co. KGAußerdem bewahrt es vor peinlichen Situationen und klärt, dass man mancherorts besser davon absehen sollte, einen fruit salad oder octopus zu bestellen. Andernfalls bekommt man statt einer Vitaminbombe einen gehaltvollen Tabletten-Cocktail und ist womöglich gerade dann schachmatt, wenn jemand seine acht Krakenarme ausfährt und eine Grapschoffensive startet.
Das ungewöhnliche Wörterbuch dient nicht nur als kleine Verständigungshilfe beim Aufenthalt in Großbritannien, den USA oder Australien, sondern auch beim Einsatz im harten alltäglichen Wortgefecht. In sechs Kapiteln findet sich die nötige verbale Ausrüstung zu wichtigen Themen wie Body & Soul, Sex, Drugs & Rock ´n´ Roll, Fashion & Lifestyle oder Strange Behaviour. Das etwas eigenwillige Essverhalten der Briten zeigt sich zum Beispiel einmal mehr am umgangssprachlichen Namen Schottlands: Haggisland. Haggis ist das schottische Nationalgericht, anzusehen wie eine Blutwurst, mit allerlei schwer verdaulichen Zutaten wie Nierenfett vom Schaf und Hafermehl. Aber glücklicherweise gibt es ja mit Scotch, für den der eigentliche Name des Landes Pate stand, eine hervorragende Verdauungshilfe ...
Englischer Slang ist nicht nur kreativ, sondern oft auch politisch nicht ganz korrekt. In dem kleinen Band wird deshalb alles frech, frank und frei auf den Punkt gebracht. Einige zwischenmenschliche Tatsachen muss man da schon verkraften können, und mit der hump ´em and dump´ em–Wahrheit leben: Manche Männer kochen die Frauen eben weich, bis sie sie in den Federn haben, lassen sie dann aber fallen wie eine heiße Kartoffel. Aber ebenso weht beim weiblichen Geschlecht zuweilen ein recht rauer Wind: So verleibt sich eine maneater als eine Art fleischfressende "Pflanze" mit Vorliebe männliches Fleisch ein. Kompromisslos wie die Sache – so auch die Sprache! "Tierisch" schließlich wird es in Slanglish, wenn vor australischen Küsten ein Surfer-Neuling als "shark biscuit" den Haien quasi als Häppchen auf dem Brett serviert wird.
Mit ihrem frischen Stil gelingt es Claudia Halbedl, für die vielen Facetten des Slangs – von einfach witzig bis leicht frivol – intelligente deutsche Umschreibungen zu finden, die der Originalität der englischen Begriffe in nichts nachstehen. Die geistreichen Comic-Illustrationen von Jan Reiser setzen die Sprachbilder mit gekonntem Strich in Farbe um, sodass nicht nur die Herzen Sprachkundiger beim Lesen höher schlagen.
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Claudia Halbedl studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Journalistik und Sprachwissenschaft an der Universität Salzburg. Sie arbeitet als freie Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung und liefert mit Slanglish ihr Debüt als Buchautorin.
Ansprechpartner
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