Bayern

"Duale Bildung in Bayern Vorbild für Europa"

"Vorsprung durch berufliche Bildung", dieses Motto des 11. Berufsbildungskongresses des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB), umschreibt für Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zutreffend die Arbeit der beruflichen Schulen in Bayern. "Die Arbeit der beruflichen Schulen trägt maßgeblich dazu bei, dass junge Menschen in ihrer dualen Ausbildung auch die nötige schulische Begleitung und Qualifizierung erfahren", betonte der Minister im Vorfeld der Tagung des VLB, die er am Freitag besuchen wird. "Das duale System stellt ein Vorbild für Europa dar, das immer mehr Länder - weit über die EU hinaus - übernehmen wollen", so der Minister, "Das duale System ist ein Garant für den Erfolg unserer Wirtschaft und sichert den Start vieler junger Menschen in die Arbeitswelt."

15.11.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Solides Wissen und viele Kompetenzen für Weg in den Berufsalltag

Ein gemeinsames Vorgehen von Wirtschaft und Schule stellt für den Minister das Erfolgsrezept angesichts steigender Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte im Zeitalter der Globalisierung dar. "Gemeinsam gelingt es den Unternehmen und den beruflichen Schulen im Zusammenwirken mit den Kammern, unsere jungen Menschen sehr gut zu qualifizieren", so der Minister. Mit einer soliden Bildung, gleichsam einem Rucksack von Wissen und Kompetenzen, könnten sich die jungen Menschen auf den Weg in den Berufsalltag und die Weiterbildung machen. Nutznießer der gut qualifizierten Fachkräfte "made in Bavaria" seien sowohl Unternehmen wie auch die Gesellschaft als Ganzes.

Die Qualität der dualen Bildung zu sichern und weiterzuentwickeln, sei kein leichtes Unterfangen: Die berufliche Bildung sei einem ständigen Wandel unterzogen. Allein in den beiden Jahren 2011 und 2012 waren für 21 neue bzw. neugeordnete Ausbildungsberufe die Rahmenlehrpläne in Kraft gesetzt worden. Angesichts dieser Neuerungen unterliegen die Lehrkräfte selbst einem enormen Veränderungsdruck. "Ihre Bereitschaft, sich schnell den Veränderungen anzupassen, trägt maßgeblich dazu bei, dass die Ausbildungsbetriebe die Berufsschule als Partner wertschätzen", wandte sich der Minister an die Lehrkräfte der beruflichen Schulen. Eine gute duale Ausbildung stelle vor allem auch angesichts der demographischen Entwicklung eine wachsende Herausforderung dar. Dieser könne man nur mit Hilfe einer abgestimmten Profilbildung an den einzelnen Schulstandorten, der Einrichtung von Kompetenzzentren, dem gemeinsamen Unterricht für Auszubildende von verwandten Ausbildungsberufen und der nötigen Zusammenarbeit aller Beteiligten gerecht werden.

Heterogene Schülerschaft verlangt differenzierte Angebote

Angesichts der immer heterogeneren Schülerschaft gestalte sich duale Ausbildung weder für die Unternehmen noch für die beruflichen Schulen einfach. Mittel-, Wirtschafts-, Realschüler und Gymnasiasten durchlaufen gemeinsam die duale Ausbildung. In dieser Situation gehe es darum, berufliche Bildung für alle Jugendlichen attraktiv zu erhalten. Dazu dienen etwa zusätzliche Angebote wie der Schulversuch "Berufsschule Plus" oder "Hochschule-dual" sowie besondere Angebote für leistungsschwächere Jugendliche. Geleistet werden könne die nötige Differenzierung nur mit vermehrter individueller Förderung der jungen Menschen. Dies gelte auch mit Blick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention. Zum aktuellen Schuljahr seien die ersten beruflichen Schulen gestartet, die sich im Rahmen eines Schulversuchs intensiv der inklusiven Bildung zuwenden.

Neue Technikerschulen sichern Ausbildung junger Fachkräfte

Minister Spaenle würdigte die Arbeit vieler beruflicher Schulen in der Weiterqualifizierung, etwa der Technikerschulen sowie der Beruflichen Oberschulen. Die Neugründung von allein 15 Technikerschulen zum aktuellen Schuljahr sichere die Ausbildung der notwendigen jungen Fachkräfte in ganz Bayern. "Besonders für Standorte mit hohem Fachkräftemangel und großem Innovationspotential in Zukunftsbranchen war diese Neuerrichtung von Technikerschulen enorm wichtig", so der Minister.

Für eine "klare Zielorientierung und hohes Qualitätsbewusstsein" steht nach Einschätzung von Minister Spaenle der Berufsverband der Lehrkräfte an beruflichen Schulen mit seinen Mitgliedern. Eine klare Zielorientierung und das entsprechende Qualitätsbewusstsein stehen für Minister Spaenle auch im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der beruflichen Schullandschaft. Dies gelte etwa für die Wirtschaftsschule, für die 2014/2015 neue Lehrpläne und Stundentafeln eingeführt werden.

"Die Fach- und Berufsoberschulen haben sich - angesichts einer Verdoppelung der Schülerzahlen in den vergangenen 15 Jahren - zu einem zweiten Weg zur Hochschulreife und zum Abitur entwickelt", so Minister Spaenle. Damit die Absolventinnen und Absolventen der Mittel-, Wirtschafts- und Realschule auf der Fachoberschule Erfolg haben, sind die Brückenangebote weiter ausgebaut worden. An 34 Standorten können sich z. B. junge Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss seit diesem Schuljahr in einem Vollzeitschuljahr auf den Besuch der Fachoberschule vorbereiten.

Minister Spaenle kündigte zwei neue Ausbildungsrichtungen an Beruflichen Oberschulen an - Gesundheit und internationale Wirtschaft. Mit diesen Ausbildungsrichtungen reagiere man auf den steigenden Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegebereich sowie auf die stärkere internationale Ausrichtung deutscher Unternehmen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden