Einstellung aller Lehramtsanwärter und Ausbau der offenen Ganztagsgrundschule gesichert

Trotz des überraschend starken Andrangs in den nordrhein-westfälischen Schuldienst können zum Februar 2005 alle Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter einen Ausbildungsplatz erhalten. Das ist eine Konsequenz des heute in erster Lesung im Düsseldorfer Landtag beratenen Entwurfs für den Nachtragshaushalt.

25.11.2004 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Wir haben damit das entscheidende Ziel erreicht und Interessenten am Lehrerberuf das Signal gegeben, dass der Arbeitsmarkt Schule hervorragende Perspektiven bietet", erklärte Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer. "Wir brauchen - auch angesichts der Tatsache, dass wir in den kommenden Jahren den Unterricht an allen Schulen schrittweise ausweiten wollen - Zehntausende von Lehrerinnen und Lehrern. Deshalb wäre es fatal gewesen, wenn wir jetzt junge Leute, die bereit sind, diesen Beruf zu ergreifen, vertröstet hätten."

Nachdem über mehrere Jahre die Zahl der Bewerbungen für den Vorbereitungsdienst gesunken war, hatte es in diesem Jahr einen überraschend deutlichen Anstieg gegeben. Unter den Bewerbungen waren auch rund 1000 aus anderen Bundesländern. Die Nachfrage nach Plätzen für den Referendardienst im Februar 2005 überstieg damit die Zahl der knapp 5000 zur Verfügung stehenden Plätze um mehr als 1200. Mit dem Nachtragshaushalt sollen nun diese Stellen geschaffen werden.

Schäfer appellierte allerdings erneut an alle Interessenten am Lehrerberuf, sich genau über Fachkombinationen und Berufsperspektiven in den einzelnen Schulformen zu informieren, denn nicht in allen Bereichen sei der Bedarf so groß wie beispielsweise in den Berufskollegs oder den Haupt- und Realschulen bzw. in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Zugleich sichert der Entwurf des Nachtragshaushalts einen kontinuierlichen Ausbau der offenen Ganztagsgrundschule, auch wenn die Zahl der Hortplätze, die bis zum Jahr 2007 weiterhin vom Land bezuschusst werden, hoch bleiben sollte. "Wir wollen dem Bedarf nach Ganztagsplätzen so weit wie möglich nachkommen, denn das liegt nicht nur im Interesse einer guten Bildungspolitik, sondern auch einer modernen Sozial- und Familienpolitik", betonte Schäfer.

Die Ministerin unterstrich, dass alle zusätzlichen neuen Maßnahmen im Entwurf des Nachtragshaushalts kostenneutral umgesetzt werden mussten. "Das ist uns nicht leicht gefallen, angesichts der Hauhaltslage aber nötig." Die zusätzlichen Mittel für die Einstellung aller Lehramtsanwärter und für den Ausbau der offenen Ganztagsgrundschule wären nur dadurch aufzubringen gewesen, dass die ursprüngliche Absicht, im kommenden Jahr zusätzliche 10 Millionen Euro für das Programm "Geld statt Stellen" bereitzustellen, verschoben wurde. Somit steht im kommenden Jahr genau so viel Geld für den Vertretungsunterricht zur Verfügung wie in diesem Jahr, nämlich jeweils 95,5 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahr 2003 bleibe dies weiterhin eine Verbesserung, betonte die Ministerin, denn da seien für Vertretungsunterricht rund 90 Millionen Euro ausgegeben worden.


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