Ergebnisse

Ländermonitor berufliche Bildung

Die Bertelsmann Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen und der Abteilung für Wirtschaftspädagogik der Georg-August-Universität Göttingen in ihrem Ländermonitor einen genauen Blick auf den Bremer Ausbildungsmarkt geworfen.

04.03.2020 Bremen Pressemeldung Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa
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Die Ergebnisse wurden bei der gestrigen Tagung, die von Senatorin Kristina Vogt eröffnet wurde, vorgestellt. Die Veranstaltung wurde auf dem Plenum der Bremer Vereinbarungen für Ausbildung und Fachkräftesicherung am 28.10.2019 verabredet, um einen tieferen Einblick in die Situation in Bremen zu erlangen und eine Grundlage für die weitere Arbeit der Lenkungsgruppe zu schaffen.

Die Relation von Ausbildungsplatznachfrage und Ausbildungsplatzangebot im Land Bremen liegt nach Aussagen der Bertelsmann Stiftung bei 100 zu 92, das bedeutet für Ausbildungssuchende eine deutliche Unterversorgung an Ausbildungsmöglichkeiten. Diese Relation hat sich seit 2013 um einen Punkt verbessert. Bei dieser Zahl ist zu berücksichtigen, dass 38 Prozent der in Bremen insgesamt in Ausbildung Befindlichen aus dem Umland einpendeln. Mit 2.204 Einpendler*innen im Jahr 2017 auf 2.043 im Jahr 2018 ist die Zahl bereits etwas zurückgegangen (161 Auszubildende), ist aber immer noch sehr hoch. Die Chancen für Bremer Schulabsolvent*innen eine betriebliche Ausbildung aufnehmen zu können ist geringer als in vergleichbaren anderen Metropolregionen.

Das ungenutzt bleibende Ausbildungspotenzial lag 2018 bei nur 6 Prozent. Besetzungsprobleme lagen zu zwei Drittel an der Passung von Stellenanforderung und Bewerber*in und zu einem Drittel daran, dass die angebotenen Stellen nicht zu den Berufswünschen passten.
Der Anteil der Schulentlassenen, die maximal einen Hauptschulabschluss haben, liegt in Bremen mit 27 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt der Länder mit 20 Prozent. Der Anteil der jungen Menschen von 15 bis 24 Jahren liegt in Bremen bei 42 Prozent und damit um 12 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.

Der Bericht hebt die Bremer Berufsqualifizierung (BQ) hervor, durch die Jugendliche – gefördert mit Mitteln der „Ausbildungsgarantie“ – die Inhalte des ersten Ausbildungsjahres im Schüler*innenstatus erwerben können, um dann möglichst in das zweite Jahr einer Betrieblichen Ausbildung zu wechseln.

Nachdem BQ erst 2016 implementiert wurde, sieht es der Bericht als verfrüht an, Aussagen über die Effekte von BQ beim Übergang in betriebliche Ausbildung zu bewerten.
Ebenfalls für verfrüht hält die Stiftung auch die Bewertung der Anstrengungen der Jugendberufsagentur, mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen.

Der Bericht beschreibt eine zu geringe Bereitschaft der Unternehmen, mit Blick auf den Fachkräftebedarf auch Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten, die einer stärkeren Förderung und Unterstützung bedürfen.

„Die heutige Veranstaltung dient dazu, dass die neu eingerichtete Lenkungsgruppe diese fundierte Analyse des Ausbildungsmarktes nutzen können. Wir haben in Bremen immer noch nicht das richtige Verhältnis von Ausbildungsplätzen und Bewerber*innen. Darum müssen wir uns ebenso kümmern, wie um die Situation, dass viele Auszubildende heute weitergehende Unterstützung benötigen, die kleine Betriebe alleine nicht leisten können. Dabei müssen wir in den Blick nehmen, dass nicht nur die Auszubildenden, sondern auch die Betriebe Hilfe benötigen,“ sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa.
„Das Ziel muss sein, die Ausbildungsbetriebsquote zu erhöhen, wobei besonders größere Betriebe gefragt sind, da sie im Gegensatz zu kleinen und mittleren Betrieben, oft weniger ausbilden.

Auf der Basis der Zahlen dieses Berichtes werden wir gemeinsam in der Lenkungsgruppe die notwendigen Maßnahmen entwickeln, um mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen,“ sagt die Senatorin weiter.


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