Gezielte Vorbereitung auf die Externenprüfung – so schafft man es

Ein Berufsschulabschluss ist hoch angesehen und erleichtert einen schnellen und sehenswerten Karriereaufstieg. Um diesen zu erhalten muss nicht zuerst zwangsläufig eine mehrjährige Berufsausbildung absolviert werden.

15.07.2020 Bundesweit Pressemeldung WBS Training AG
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Auch ohne vorherige Ausbildung kann man als sogenannter „Externer“ an einer Abschluss-/ Gesellenprüfung teilnehmen und somit seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Möglich ist dies in den meisten in Deutschland anerkannten Berufen. Von kaufmännischen Berufen bis zum Berufsfeld der Erziehung ist eine Externenprüfung möglich, nicht aber im Gebiet der Pflege und Altenpflege.

Zulassungsvorraussetzungen der Prüfung

Um auch ohne absolvieren der Berufsausbildung zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Eine Möglichkeit ist das Nachweisen der vorherigen Berufserfahrung in dem Berufsfeld, in dem die Prüfung stattfindet.

Die Länge der benötigten Erfahrung hängt dabei von der Ausbildungszeit ab, die im Normalfall vor der Prüfung geleistet wird. Mindestens 1,5 Mal so lang muss man im Beruf tätig gewesen sein.  Handelt es sich also zum Beispiel um eine dreijährige Ausbildung, müssen 4,5 Jahre Berufserfahrung nachweisbar sein.

Zum Nachweis werden Arbeitszeugnisse und Arbeitsverträge oder, wie etwa bei Selbstständigen, Gewerbeanmeldungen und ähnliche Dokumente genutzt.

Wurde schon mal eine andere Berufsausbildung im selben Bereich begonnen oder beendet kann auch die Lehrzeit aus dieser Ausbildung als Nachweis gelten.

Grundsätzlich können jegliche Zeugnisse als Beweis dienen, dass eine Handlungsfähigkeit im zu prüfenden Beruf vorhanden ist.

Dies kann zum Beispiel dann genutzt werden, wenn keine, oder nur eine kurze, vorherige Tätigkeit im Beruf nachweisbar ist.

Dabei zählen sowohl Zeugnisse von Praktika und anderen ergänzenden Bildungsmaßnahmen, als auch Nachweise von Abschlüssen oder Arbeit im Ausland.

Es muss bewiesen werden, dass man sich durch praktische oder theoretische Art der Tätigkeit und Bildung im Berufsfeld die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet hat, die benötigt werden um den Beruf nach bestandener Prüfung verantwortungsbewusst und professionell ausführen zu können.

Der Prüfungsablauf

Die Anmeldung zur Prüfung muss frühzeitig bei der zuständigen Kammer eingereicht werden um eine Zulassungsbestätigung zu erhalten. In der Regel finden zweimal jährlich Abschluss-/ Gesellenprüfungen statt, die jeweiligen Anmeldefristen und die Kosten der Prüfung können bei der Kammer in Erfahrung gebracht werden.

Zur Anmeldung werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Formloses Schreiben oder formeller Antrag in dem auch der zu prüfende Beruf genannt wird
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Abschlusszeugnis der Schule, die zuletzt besucht wurde
  • Zeugnisse und Nachweise der bereits erlangten Kenntnisse und Handlungsfähigkeit
  • Erklärung über die Prüfungsvorbereitung (welche Lehrbücher benutzt wurden, welche Hilfsquellen und Methoden genutzt wurden, Kurse zur Vorbereitung auf die Externenprüfung )
  • Geburtsurkunde

Die Prüfung beinhaltet einen schriftlichen, gegebenenfalls mündlichen und einen praktischen Teil.

Der schriftliche Teil findet entweder in der Berufsschule, oder bei der zuständigen Handelskammer statt. Alle prüfungsrelevanten Fächer werden direkt hintereinander geprüft. Welche Fächer das sind hängt vom jeweiligen Ausbildungsberuf ab.

Deutsch, Mathematik und auch Englisch werden jedoch in den meisten Berufen geprüft.

Jedes Fach beansprucht eine Prüfungszeit von zwei Stunden.

Hilfsmittel werden nur selten zugelassen und ein Austausch mit anderen Prüflingen während des Examens gilt als Betrugsversuch, führt also zu einem Ausschluss und somit zu einer nicht bestandenen Prüfung.

Die Ergebnisse des schriftlichen Teils werden wenige Wochen nach Abschluss dieser bekannt gegeben.

Sollte der Ausbildungsberuf eine mündliche Prüfung beinhalten, wird diese aufgrund des geringen Zeitaufwandes meist direkt am Tag der schriftlichen oder praktischen Prüfung gehalten. Vor Anwesenheit eines Berufsschullehrers und weiteren zuständigen Prüfern müssen Fragen beantwortet und Themen sowie Vorgehensweisen erklärt werden.

Bei der praktischen Prüfung zählen die tatsächlichen, praktischen Fähigkeiten des Berufs. In einem Zeitraum von acht Stunden wird eine berufsrelevante Aufgabe bearbeitet, während ein Prüfer die Arbeit beobachtet und bewertet. Die Arbeitszeit und die Pausenzeiten darf der Prüfling sich dabei meist selbst einteilen, diese sind für das Prüfungsergebnis irrelevant.

Am Ende des Arbeitstages erfährt der zu Prüfende meist bereits das Ergebnis der praktischen Prüfung.

Was hilft bei der Prüfungsvorbereitung?

Zur Beschaffung der nötigen Informationen und Lernquellen reicht Google meist leider nicht aus. Um die relevanten Themen und die Art der Aufgabenstellung zu erfahren kann sich an früheren Prüfungsaufgaben orientiert werden. Diese sind online oder durch spezielle Lehrbücher einzusehen.

Um die besten Optionen zu wählen kann eine Beratung bei der zuständigen Kammer in Anspruch genommen werden. Dort wird auch zur Anmeldung und zu den Kosten der Prüfung beraten.

Die entsprechenden Fachliteraturen und Lernhefte können übers Internet, in Bibliotheken oder in Buchhandlungen ausgeliehen oder gekauft werden.

Um ganz sicher zu sein und einen regelmäßigen als auch ausreichenden Lernfortschritt zu sichern, bieten sich spezielle, dem Ausbildungsberuf angepasste, Vorbereitungskurse an.

Die Agentur für Arbeit führt Listen mit den Berufen entsprechenden Seminaren sowie deren Terminen, Orten und Kosten. Die Kurse können je nach Bildungseinrichtung entweder online oder vor Ort belegt werden und werden in Voll- als auch in Teilzeitmodulen angeboten.

Strategien und Lerntipps für eine erfolgreiche Vorbereitung

Bei der Vorbereitung auf die Prüfung stehen viele vor einer großen Ratlosigkeit. Wo fange ich an? Was genau muss ich lernen? Wie bringe ich mir die einzelnen Themen bei?

In jedem Fall ist es sinnvoll sich noch vor Beginn der Vorbereitungsphase einen Plan über die Fächer und Themen, die geprüft werden, anzulegen.

Anstatt alles auf einmal zu lernen, sollte in einem Zeitplan festgelegt werden, wann welches Fach geübt wird.

Eine Stunde pro Fach und ausreichend kurze Pausen zwischen den Fächern helfen Überforderung zu vermeiden und zwischendurch etwas zu entspannen.

Auch die Tätigkeit in den Pausen kann den Lerneffekt beeinflussen. Für das Gehirn anstrengende Beschäftigungen, wie zum Beispiel TV schauen, lesen oder die Nutzung von Social Media sind wenig hilfreich um abzuschalten und dem Gehirn eine Pause zu gönnen. Das Ergebnis sind stattdessen oftmals Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust und Frustration.

Besser ist es die Zeiten zwischen den Fächern für einen kleinen Spaziergang, Musik oder zum Kochen einer energieliefernden Mahlzeit zu nutzen! Da beim Lernen meist nur gesessen und selten die Position gewechselt wird, helfen auch Dehnübungen und leichte sportliche Aktivitäten um das Wohlbefinden aufrecht zu erhalten.

Während dem Lernen selbst sollten möglichst alle Quellen, die zu Störungen und Ablenkung führen, vermieden werden. Dazu gehören vor allem das Smartphone, aber auch Radio oder der laufende Fernseher im Hintergrund. Diese sollten ausgeschaltet oder weggeräumt werden.

Auch die Sauberkeit des Arbeitsplatzes spielt eine wichtige Rolle. Chaos macht es schwer einen Überblick über die benötigten Dokumente zu behalten. Wenn während des Lernens mehr Zeit mit dem Suchen von Arbeitsblättern verbracht wird als mit dem Lesen von ihnen, bleibt der Lernfortschritt eher gering.

Durch eine organisierte und strukturierte Vorbereitung, ausreichend Beratung und Motivation ist das Bestehen der Externenprüfung der erste Schritt zu einer erfolgreichen, vielversprechenden Karriere!

Ansprechpartner

WBS TRAINING AG
Lorenzweg 5
12099 Berlin
Telefon: 080023552350461
Web: https://www.wbstraining.de/beratungstermin-vereinbaren/


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