Umfrage

IHK-Ausbildungsunternehmen mit Distanzunterricht unzufrieden

Homeschooling und der dazu verordnete Distanzunterricht ist in aller Munde. Aber wie wirkt sich das auf die duale Berufsausbildung aus, bei der Auszubildende üblicherweise anderthalb Tage die Berufsschule als zweiten Lernort besuchen?

10.03.2021 Bundesweit Pressemeldung IHK Frankfurt am Main
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Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main unter 600 Ausbildungsunternehmen zeigt, dass nur ein Viertel der Unternehmen mit den technischen Rahmenbedingungen zum Distanzunterricht zufrieden sind. 440 der befragten Unternehmen sehen Verbesserungsbedarf bei der Online-Kommunikation mit den Lehrerinnen und Lehrern. Hier scheint die Ausstattung der Unterrichtenden mit dienstlichen E-Mail-Adressen noch nicht zu wirken. Aber auch andere Formen der Online-Kommunikation, wie z. B. Videokonferenzsysteme werden kritisch gesehen, nämlich von der Hälfte der Unternehmen, die hier Verbesserungsbedarf erkennen. Ähnlich groß ist der Anteil der Unternehmen, die hinsichtlich der Lernplattformen unzufrieden sind.

Da Präsenzunterricht derzeit nur für Abschlussklassen möglich ist, spielt die Ausstattung des Schulgebäudes eine untergeordnete Rolle für die ausbildenden Unternehmen. Knapp 30 Prozent sehen Verbesserungsbedarf bei der WLAN-Ausstattung an den Schulen, ein Viertel der Befragten beim Breitbandanschluss der Schulen.

Für die Teilnahme am Distanzunterricht sind die Auszubildenden gut gerüstet: die Hälfte ist mit einem Laptop ausgestattet, die andere Hälfte verfügt über einen PC-Arbeitsplatz. Tablets spielen eine untergeordnete Rolle; hierüber verfügt nur jeder zwölfte Auszubildende.

Skepsis herrscht auch bei den befragten Unternehmen hinsichtlich der Unterrichtsqualität. Auf die Frage nach dem Lernerfolg von Distanzunterricht meint nur ein Sechstel der Unternehmen, dass Distanzunterricht zum gleichen Lernerfolg führen wird. Ein Viertel der Befragten kann dies nicht einschätzen und 57 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass dieses Ziel nicht erreicht wird.

Vor diesem Hintergrund fordert die IHK Frankfurt eine zügigere Umsetzung des Digitalpaktes in den Schulen. Um den Unterricht zu verbessern sollte die Kommunikation zwischen Auszubildenden und Lehrerinnen und Lehrern über Online-Kontakt und Videokonferenzen verbessert werden. Hierzu bedarf es einer besseren Ausstattung und einem professionellen Support der Berufsschulen sowie einer Ausweitung der Lehrerfortbildung.

Die IHK Frankfurt setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Digitalpakt prioritär an den Berufsschulen umgesetzt wird. Die Auszubildenden seien die ersten Schülerinnen und Schüler, die in die digitalisierte Arbeitswelt eintreten. Umfassend ausgebildeter Fachkräftenachwuchs sei für die Wirtschaft entscheidend. Daher müssten Schulträger und Land auch während der Pandemie dafür sorgen, dass Berufsschulen Unterricht uneingeschränkt erteilen können. Die Lernziele sollten sowohl auf digitalem als auch analogem Wege erreicht werden können.

Hier geht’s zur IHK-Umfrage.

Ansprechpartner

IHK Frankfurt am Main

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