Knapp 50 000 Jugendliche ohne Lehrstelle
(bikl) Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich auch weiterhin verschlechtert. Das besagen die heute veröffentlichten Daten der Bundesagentur für Arbeit. Danach stieg die Anzahl der noch nicht vermittelten Bewerber um 9000 und erreichte Ende September mit 49 500 den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.
11.10.2006 ArtikelDennoch zeigte sich BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt zuversichtlich, dass bis zum Jahresende allen Jugendlichen ein ausreichendes Angebot gemacht werden könne. Um die Ausbildungschancen zu verbessern, hätten die Partner des Ausbildungspakts aus Politik und Wirtschaft unter anderem den Kriterienkatalog "Ausbildungsreife" sowie gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz (KMK) den "Handlungsleitfaden zur Stärkung von Berufsorientierung und Ausbildungsreife - Schule und Betriebe als Partner" vorgelegt.
Der Bayerische Elternverband (BEV) hat sich heute dafür ausgesprochen, den Jugendlichen schon in der Schule bessere Perspektiven zu eröffnen. "Wer die 9. Klasse freiwillig wiederholt oder in einer berufsbildenden Maßnahme sitzt, ist zwar erst einmal von der Straße, eine berufliche Perspektive ist das aber nicht", sagte Ulrike Stautner, die Sachgebietsleiterin Hauptschule des Bayerischen Elternverbands. Der Verband forderte deshalb zehn Jahre Hauptschule für alle – verpflichtend.
"Kurzfristig müssen wir den Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz eine sinnvolle Alternative anbieten, außerdem muss langfristig ein konjunkturunabhängiges System zur Sicherung ausreichender Ausbildungsplätze geschaffen werden", erklärte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke zu den aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt. Dies könne nur gelingen, wenn endlich eine Ausbildungsumlage eingeführt werde, mittels derer Unternehmen, die nicht ausbilden, finanziell am Ausbildungssystem beteiligt würden.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat als Reaktion auf die Ausbildungsplatzkatastrophe ein Sofortprogramm für 50.000 zusätzliche Ausbildungsplätze gefordert. Die Lehrstellen könnten aus einem Teil der Milliarden-Überschüsse, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwirtschaftet hat, finanziert werden, hieß es in einer Erklärung der Gewerkschaft.
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