Kultusminister für solide und durchdachte Ausbildungspolitik
Als „bildungspolitische Fata Morgana“ hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann den heutigen Oppositionsvorstoß zu einer weiteren Ausbildungsinitiative bezeichnet. „Auf der Basis veralteter und unvollständiger Zahlen und mit dem Geld anderer liefert die Landtags-SPD damit erneut ein Beispiel ihrer unausgegorenen Schnellschusspolitik“, sagte Busemann heute (16.01.2007) in Hannover.
16.01.2007 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches KultusministeriumNach der aktuellen Statistik des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BiBB) seien in Niedersachsen in der Zeit vom 1.Oktober 2005 bis zum 30. September 2006 insgesamt 54.277 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. „Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 2.747 Ausbildungsplätze oder 5,3 Prozent. Damit ist die Zahl der zusätzlichen Ausbildungsplätze in Niedersachsen deutlich stärker angestiegen als im Durchschnitt aller Bundesländer, der 4,7 Prozent beträgt“, betonte Busemann. Zu berücksichtigen sei ferner, dass nicht alle Betriebe, die ausbilden, ihre Ausbildungsplätze der Agentur für Arbeit melden. Ebenso würden nicht alle Schulabgänger als Ausbildungsplatzbewerber erfasst. „Nicht zuletzt unsere Betriebs- und Praxistage in den Hauptschulen haben dazu beigetragen, dass im vergangenen Jahr vermehrt Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden, die von der Agentur für Arbeit statistisch nicht erfasst wurden“, machte Busemann deutlich. Der Ausbildungspakt, in dem Kammern, Verbände, die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit und die Landesregierung zusammen arbeiteten, bringe sehr wohl Erfolge. Nach einschlägigen Untersuchungen mündeten Rund 60 Prozent der Jugendlichen aus Einstiegsqualifizierungen in einen betrieblichen Ausbildungsvertrag ein.
„Wir setzen zuerst auf das bewährte und weltweit anerkannte System der dualen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Alles andere können nur eng begrenzte Ersatzlösungen sein, bei denen man sorgfältig hinschauen muss, wo, wie lange und in welcher Zahl man sie braucht und wie sie zu organisieren sind“, hob Busemann hervor. Dazu habe er bereits wohl durchdachte Vorschläge gemacht, die zurzeit im Landesausschuss für Berufsbildung diskutiert würden. Vor allem in der Finanzierung bleibe das SPD-Konzept wieder einmal völlig unklar. Weder seien die mindestens 500 zusätzlich notwendigen Lehrkräfte in den berufsbildenden Schulen vorhanden, noch stünden die dafür notwendigen gut 22 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Auch die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit habe bereits darauf aufmerksam gemacht habe, dass dazu noch gar keine Gespräche geführt worden seien.
„10.000 zusätzliche vollzeitschulische Ausbildungsplätze ohne Bezug zum Bedarf am Arbeitsmarkt, dazu jeweils 300 Euro Ausbildungsvergütung zuzüglich der Sozialversicherungsbeiträge lassen sich nicht mal eben aus der Portokasse finanzieren. Statt populistischer Parolen brauchen wir solide finanzierte und gemeinsam mit der Wirtschaft umsetzbare Konzepte“, so Busemann abschließend.
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