Land gibt mehr Geld für die Förderung Bildender Künstlerinnen und Künstler aus Rheinland-Pfalz aus
Mit einem neuen Stipendiensystem will die Landesregierung Bildende Künstlerinnen und Künstler aus Rheinland-Pfalz deutlich besser als bislang fördern. "Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, ihre Kreativität im Inland wie im Ausland auszuleben. Davon versprechen wir uns langfristig positivere Impulse für die Kulturszene unseres Landes als bei der bisherigen Regelung", sagte Roland Härtel, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, der heute bei einer Pressekonferenz in Mainz die Neukonzeption des Stipendiensystems der Öffentlichkeit vorstellte.
08.11.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)In seiner Regierungserklärung zur Kulturpolitik im März dieses Jahres hatte Kulturminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner die Absicht der Landesregierung formuliert, Bildende Künstlerinnen und Künstler aus Rheinland-Pfalz effizienter zu unterstützen. "Dieses wichtige Anliegen setzen wir ab dem nächsten Jahr in die Tat um", kündigte Härtel an.
Er verhehlte nicht, dass die schwierige Lage der öffentlichen Haushalte die Überlegungen hinsichtlich eines neuen Stipendiensystems beeinflusst habe. Durch rückläufige Zinserträge habe sich die finanzielle Situation der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur verschlechtert. Dies habe unmittelbare Auswirkungen auf das Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems und damit den Bereich der Förderung der Bildenden Kunst. Für das Künstlerhaus Schloss Balmoral stünden ab 2005 aus Mitteln der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur 250.000 Euro weniger zur Verfügung (bisher: 487.000 Euro, ab 2005: 237.000 Euro). Die Einsparungen seien notwendig, um der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur Freiräume für die Förderung von Projekten zu erhalten.
Mit ihrem neuen Stipendiensystem trage die Landesregierung zwei Aspekten Rechung: "Wir möchten das zur Verfügung stehende Geld so einsetzen, dass die Künstlerinnen und Künstler davon profitieren und nicht etwa überproportional viel Geld in den administrativen Bereich fließt", sagte Härtel. Beim bisherigen Stipendiensystem seien nur rund 20 Prozent in die Stipendien geflossen, künftig betrage der Anteil rund 60 Prozent.
Das Künstlerhaus Schloss Balmoral bleibe als Einrichtung der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur erhalten. Ihm würden ab 2005 jedoch andere Aufgaben zufallen. Die bisher dort durchgeführten sieben so genannten internationalen Stipendien entfielen und würden durch neue Stipendien für rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler ersetzt, die durch das Künstlerhaus Schloss Balmoral organisiert, durchgeführt und betreut würden, so Härtel. Es werde die Organisation und die Betreuung der bisher vom Kulturministerium betreuten Stipendien ebenso übernehmen wie die der landeseigenen Stipendien Cité des arts (Paris) und Wiepersdorf und die der vom Bund vergebenen Stipendien Massimo und Casa Baldi.
Das Asterstein-Stipendium könne wegen der Kündigung des Atelierhauses durch die Rheinpfalz Wohn GmbH nicht mehr in Koblenz fortgeführt werden. Es werde nach Balmoral verlegt und dort in gleichem Umfang (neun Monate) weitergeführt. Ebenfalls verlegt werde das bereits existierende Austauschstipendium mit Burgund - und zwar vom Schloss Waldthausen bei Mainz nach Bad Ems.
Insgesamt würden ab 2005 acht neue Stipendien für rheinland-pfälzische Künstlerinnen und Künstler eingeführt: ein sechsmonatiges Stipendium in New York, sechs Arbeitsstipendien à drei Monaten im Künstlerhaus Schloss Balmoral und ein Jahresstipendium, das nicht als Anwesenheitsstipendium konzipiert ist.
"Darüber hinaus planen wir ab 2006 je ein weiteres Stipendium in London und in der chinesischen Partnerprovinz Fujian", so Härtel. Mittelfristig solle es weitere Austauschstipendien geben, etwa mit den Partnerregionen Oppeln und Mittelböhmen, und Vernetzungen mit anderen Künstlerhäusern.
Das Land stocke die Förderung Bildender Künstlerinnen und Künstler aus Rheinland-Pfalz massiv auf: von 38.000 Euro auf 150.000 Euro, sagte Härtel. Zusätzlich stelle das Land der Akademie für Bildende Künste an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 40.000 Euro für Ausstellungen der Abschlussklassen in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz und 10.000 Euro für Projekte der Akademie mit Partneruniversitäten zur Verfügung.
"Das Künstlerhaus Schloss Balmoral bleibt unverändert eine Stätte der Begegnung, des Wohnens, Lebens und Arbeitens von Künstlerinnen und Künstlern", resümierte der Staatssekretär. Darüber hinaus werde es im Bad Emser Künstlerhaus auch weiterhin Ausstellungen geben. Es werde in bewährter Form auch künftig ein Jahrbuch herausgeben.
Härtel wies darauf hin, dass für die Erfüllung der neuen Aufgaben im Künstlerhaus weniger Personal benötigt werde. Betriebsbedingte Kündigungen werde es aber nicht geben. Jedem dort nicht mehr benötigten Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin werde ein anderer Arbeitsplatz angeboten.
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