Lehrerfortbildung "Deutsch-Deutsche Geschichte in der Schule - 20 Jahre nach der friedlichen Revolution" in Kooperation mit dem Freistaat Sachsen

Kultusminister Helmut Rau MdL hat heute (18. September) vor rund 120 Lehrerinnen und Lehrern zum Thema "Die deutsch-deutsche Geschichte in Schule und Unterricht" in der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Esslingen gesprochen. Der Vortrag mit anschließender Diskussion fand im Rahmen der zweitägigen Lehrerfortbildung "Deutsch-Deutsche Geschichte in der Schule - 20 Jahre nach der friedlichen Revolution" statt, an der Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium für Kultus Hansjörg König teilnahm. Baden-Württemberg kooperiert dabei mit dem Freistaat Sachsen.

18.09.2009 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"Die 20. Jahrestage von Mauerfall und Deutscher Einheit in diesem und im kommenden Jahr bieten eine gute Gelegenheit, die Geschichte der DDR verstärkt im Unterricht zu behandeln. Diese Zeitgeschichte gehört in unsere Schulen. Wer Grenzregime und Willkür, Mangelwirtschaft und Vergiftung der Umwelt nicht erlebt hat, muss die Chance haben, möglichst direkt etwas darüber zu erfahren", erklärte Rau.

Rau betonte die gute Tradition der Zusammenarbeit von Baden-Württemberg und Sachsen. Bereits Anfang September hatte eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema "Konversionen – 20 Jahre nach der friedlichen Revolution" stattgefunden. "Es ist wichtig, dass wir die Gelegenheit nutzen, Verbindungen zwischen den Schulen in Baden-Württemberg und Sachsen zu intensivieren und Aspekte der deutsch-deutschen Geschichte gemeinsam erarbeiten", sagte Rau. Um die Begegnung von Jugendlichen beider Bundesländer zu stärken, findet seit 1991 die Schulmusik- und Schulkunst-Begegnung zum Tag der Deutschen Einheit statt. Jeweils 300 Jugendliche aus Sachsen und Baden-Württemberg kommen in diesem Jahr vom 30. September bis 5. Oktober in Karlsruhe für musikalisch-künstlerische Projekte zusammen.

In seinem Vortrag wies Rau auf die unterschiedlichen Projekte in Baden-Württemberg zum Thema DDR im Unterricht hin. Bereits im Februar hatte der Kultusminister die Schulen in Baden-Württemberg zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema und zur Gestaltung von Projekttagen aufgerufen. Im Auftrag des Kultusministeriums hat die Landeszentrale für politische Bildung unter Mitwirkung von Fachleuten des Landesinstituts für Schulentwicklung und des Landesmedienzentrums ein neues Online-Portal entwickelt. Dieses Portal bietet zahlreiche Informationen, wie die Geschichte der DDR im Schulunterricht ideologiekritisch und mit sinnvollem Medieneinsatz vermittelt werden kann.

Zu den zentralen Angeboten gehören Vorführungen des oscarprämierten Films "Das Leben der Anderen", die mit Zeitzeugengesprächen verbunden werden sollen. Ansprechpartner ist das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, das in Zusammenarbeit mit den Stadt- und Kreismedienzentren die Filmvorführungen und die Vermittlung von Zeitzeugen organisiert. Ein besonderer Höhepunkt bildet eine Lese- und Diskussionsveranstaltung am 22. Oktober mit der Autorin Susanne Schädlich und Kultusminister Rau im Literaturhaus Stuttgart, an der rund 200 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 verschiedener Schularten teilnehmen werden. Susanne Schädlich ist die Tochter des Schriftstellers Hans-Joachim Schädlich, der zu den Schlüsselfiguren der kritischen Literaturszene in der DDR zählt und im Dezember 1977 mit seiner Familie die DDR verlassen hatte.

Die regionalen Medienzentren bieten Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema "20 Jahre friedliche Revolution in der DDR" an. Die Veranstaltungen behandeln unter anderem Fragen zur Arbeit mit themenbezogenen Medien im Unterricht oder bieten Unterstützung bei der Moderation von Diskussionen von Schülern und Schülerinnen mit Zeitzeugen. Auch das Institut für politische Bildung Baden-Württemberg (Studienhaus Wiesneck) wird zum Schuljahr 2009/10 Fortbildungen zur DDR-Geschichte anbieten. Mit dem Studienhaus Wiesneck hat Baden-Württemberg einen Ort der Jugendbildung geschaffen, der sich über Jahrzehnte hinweg gezielt mit Ost/West-Themen befasst hat.

Die Bundesrepublik Deutschland, die DDR sowie die Geschichte der deutschen Teilung sind Gegenstand in den Bildungsplänen aller weiterführenden allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg. Auch in den beruflichen Schulen werden diese Aspekte im Rahmen der deutschen Nachkriegsgeschichte behandelt. Neben dem Fach Geschichte bieten weitere Fächer und Fächerverbünde Anknüpfungspunkte zur fachübergreifenden Reflexion der DDR-Geschichte an.

Das Online-Portal "DDR im Unterricht" finden Sie unter www.ddr-im-unterricht.de


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