Minister Zöllner schaltete "vertikult"-Internetportal für Kulturschaffende und -einrichtungen frei

Premiere in Rheinland-Pfalz: Nach zweijähriger Forschungs- und Entwicklungszeit schaltete Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, heute das "vertikult"-Internet-Portal für den Pilotbetrieb frei ([www.vertikult.de](http://www.vertikult.de)). Dessen Ziel ist es, den Kulturschaffenden des Landes ein elektronisches Medium zur Verfügung zu stellen, das neue Möglichkeiten der Arbeitsvermittlung und Projektorganisation bietet. "Damit wird ein Beitrag zur Beschäftigungssicherung und Qualifizierung im Kulturbereich geleistet", sagte Zöllner bei der Pressekonferenz in Mainz.

29.11.2004 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Während des Pilotbetriebs, der bis einschließlich Juli 2005 läuft und dann in den Regelbetrieb übergeht, haben rheinland-pfälzische Kulturschaffende und Kultureinrichtungen die Möglichkeit, die Funktionalitäten des Systems auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Wünsche und Anregungen bezüglich der Portalfunktionen können während dieser Zeit über das "vertikult"-Servicebüro in Mainz per E-mail, Telefon oder Fax rückgekoppelt werden, um weitere Verbesserungen umzusetzen und Systemverfeinerungen zu erreichen.

Als Basisfunktionen bietet das Portal nicht nur eine Jobbörse, sondern auch eine Kooperationsplattform, auf der sich Projektpartner/innen zusammenfinden können. In einem Infocenter sind Informationen zu den Themen Existenzgründung, Weiterbildung, Förderungen und Verbände qualifiziert aufbereitet. Diese Angebote sind kostenfrei und spiegeln den Bedarf rheinland-pfälzischer Kulturschaffender wider, der in Befragungen erhoben wurde. Während des Pilotbetriebs gehen die Forschungsarbeiten zu Nutzerverhalten/Bedarfe der Zielgruppen sowie dem Arbeiten in virtueller Umgebung weiter. Eine Evaluierung der Nutzerakzeptanz ist ebenfalls vorgesehen.

Nach Meinung von Kulturminister Zöllner übernimmt "vertikult" eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung neuer, effizienter Arbeitsformen im Kulturbereich. Er freue sich, dass der Grundstein dafür in Rheinland-Pfalz gelegt werde.

Es sei bekannt, so Zöllner, dass die Kulturarbeit in den vergangenen Jahren von arbeitstechnischen und arbeitsökonomischen Veränderungen geprägt gewesen sei. Immer mehr Aufgaben könnten mit der herkömmlichen Arbeitsorganisation über feste Stellen nicht mehr effizient geleistet werden. Auch fielen immer mehr Aufgaben an, die zeitlich und inhaltlich begrenzt seien. Als Beispiele nannte Zöllner die Organisation von europaweiten Kulturprojekten und Digitalisierungsarbeiten in Museen.

"Die Kulturarbeit der Zukunft wird geprägt sein von gemeinsamen Ressourcennutzungen, der Erschließung von Synergien und der Bereitschaft, Kulturarbeit auch als Dienstleistung zu begreifen", sagte der Minister. Hinzu komme eine zunehmende europäische Ausrichtung des Kulturarbeitsmarktes.

Zöllner zeigte sich überzeugt davon, dass die Projektarbeit im Kulturbereich in den kommenden Jahren zunehmen werde. Dahinter stehe der europaweite Trend, Kulturbudgets zu flexibilisieren, also inhaltliche Vorgaben zur Verwendung von Mitteln zu lockern und damit kosten- und arbeitseffiziente Effekte zu fördern. "Je mehr sich das Verhältnis Fixkosten zu Projektmitteln in Richtung Projektmittel verschiebt, desto wichtiger sind Instrumente zu deren Verwaltung und Abwicklung", so Zöllner.

Mit "vertikult" reagiere Rheinland-Pfalz auf diese absehbaren Entwicklungen. "Wir tragen damit dem Wandel auf dem kulturellen Arbeitsmarkt Rechnung", so Zöllner. "vertikult" reagiere auf den verschärften Wettbewerb im Kulturbereich, auf veränderte Erwerbsbiographien, den Wegfall tradierter Organisationsformen und die Entwicklung hin zu flexiblen Zeit- und Vertragsstrukturen.

Das auf drei Jahre angelegte "vertikult"-Projekt gliedert sich in zwei Teile. Das Forschungsvorhaben ("Entwicklung eines vertikalen Portals für kulturelle Aufgaben") wird seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Bereich "Innovative Arbeitsgestaltung" gefördert. Der Anwendungsteil ("Vermittlung von Dienstleistungen und Transfer von Informationen für die Kulturarbeit") wird aus dem Europäischen Sozialfonds über das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz bezuschusst.

Projektträger sind sechs deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen; fünf assoziierte Forschungseinrichtungen und Kultureinrichtungen aus Italien, Griechenland, Österreich und Ungarn stehen für die europäische Dimension des Vorhabens. Die Arbeit wird koordiniert vom "vertikult"-Servicebüro in Mainz. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur unterstützt "vertikult" personell.

Für weitere Informationen zum "vertikult"-Projekt steht Ihnen die Pressestelle des Projekts zur Verfügung:

Ansprechpartnerin: Dr. Karin Drda-Kühn
media k GmbH, vertikult-Projektleitung (im Auftrag des Fraunhofer-IGD)
Goethestraße 10
97980 Bad Mergentheim
Telefon 07931-99 27 30
Fax 07931-99 27 31
E-Mail:
URL: www.vertikult.de

Interessierte, die sich über ihre individuellen Möglichkeiten der "vertikult"-Nutzung informieren wollen, erhalten über das Servicebüro in Mainz gerne eine Publikation mit zahlreichen Nutzungsbeispielen und persönliche Unterstützung:

Ansprechpartnerin: Dipl.- Soz. Karin Prinz
vertikult-Servicebüro Rheinland-Pfalz
Heidelbergerfassgasse 20
55116 Mainz
Telefon 06131-97 18 080
Fax 06131-97 22 830
E-Mail:
URL: www.vertikult.de


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