Ausbildungsreife

Nachhilfe im Betrieb

(red/pm) Mehr als die Hälfte der Ausbildungsbetriebe (54 Prozent) organisiert in irgendeiner Form Nachhilfe im Unternehmen, damit die Anforderungen einer Ausbildung bewältigt werden können. Das geht aus der Ausbildungsumfrage 2010 hervor, die heute vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin vorgestellt wurde.

08.04.2010 Artikel
  • © bikl.de

"Nicht Lehrstellen, sondern Bewerber sind knapp." So fasste Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage 2010 zusammen. Denn die demografische Trendwende schlage auf den Ausbildungsmarkt durch. Das bedeute zum einen, dass die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz trotz noch immer schwieriger wirtschaftlicher Situation gut seien. Andererseits führe diese Entwicklung aber zu wachsenden Schwierigkeiten der Unternehmen, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Neben dem Demografiefaktor sei die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger ein großes Problem bei der Stellenbesetzung.

Die von den Betrieben am häufigsten genannten Ausbildungshemmnisse sind laut Umfrage eine mangelnde Qualifikation der Schulabgänger (74 Prozent), lange Berufsschulzeiten (26 Prozent) und unsichere wirtschaftliche Perspektiven (24 Prozent).

Drei Viertel der Unternehmen, die Ausbildungshemmnisse beklagen, stellen bei den Schulabgängern Defizite bei der Ausbildungsreife fest. Damit wird die mangelnde Ausbildungsreife von den Betrieben auch im Jahr 2010 als das zentrale Problem für die Ausbildung genannt. Eine unsichere wirtschaftliche Perspektive ordnet sich dagegen hinter den zu langen Berufsschulzeiten (26 Prozent) als Ausbildungshemmnis an dritter Stelle ein.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Zunehmend beklagen Unternehmen nicht allein die Dauer des Berufsschulbesuchs, sondern auch eine mangelnde Qualität und Relevanz des Berufsschulunterrichts. Eine Unzufriedenheit über die Berufsschulen, so die Autoren der Studie, wirke sich deshalb besonders negativ auf die Ausbildungsbereitschaft aus, weil die Betriebe bei der dualen Ausbildung auf den Partner Berufsschule sowie eine gute theoretische Fundierung der Ausbildung angewiesen seien.


Weiterführende Links

  • Statement von Martin Wansleben, DIHK-Hauptgeschäftsführer
  • Ausbildungsumfrage 2010

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