Kooperation

Neuer Deutsch-Französischer Berufsschulzweig im Bereich Automobil startet im kommenden Ausbildungsjahr

(pm) Bildungsminister Ulrich Commerçon und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger haben heute am Berufsbildungszentrum in St. Ingbert den Deutsch-Französischen Berufsschulzweig im Bereich Automobil eröffnet, der im kommenden Ausbildungsjahr gemeinsam mit der lothringischen Partnerschule Lycée Professionnel Régional André Citroën in Marly startet.

17.07.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Bildungsminister Commerçon betonte: "Durch die Einrichtung des Deutsch-Französischen Berufsschulzweiges stärken wir die duale Berufsausbildung im Saarland und gehen einen weiteren Schritt auf unserem Weg, die fachliche Sprachkompetenz, die Mobilität und die beruflichen Chancen von Jugendlichen in der saarländischen-lothringischen Grenzregion zu fördern."

Im Rahmen der Frankreichstrategie sei es das Ziel der Landesregierung, jungen Menschen Zukunftschancen in beiden Partnerregionen gleichermaßen zu ermöglichen. "Die Jugendlichen im Saarland erhalten durch den neuen Zweig einen direkten Einblick in die französische Arbeitswelt. Sie lernen französische Werkstatteinrichtungen, Normen und Gesetze kennen. Im Gegenzug können französische Jugendliche hier im Saarland Praxisphasen absolvieren und später möglicherweise in unseren Unternehmen und Betrieben erfolgreich arbeiten", sagte Commerçon

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sieht in dem neuen Angebot eine "Win-Win-Situation" für die zusammenwachsenden Wirtschafts- und Ausbildungsmärkte: "Unsere Märkte sind bereits gut miteinander verbunden – oft fahren wir Saarländer für einen guten Wein nach Frankreich, während uns die Nachbarn gerne am Wochenende für einen Stadtbummel besuchen. Gerade deshalb ist es aber wichtig, dass wir uns auch auf anderen Ebenen noch weiter annähern und vernetzen."

Im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel sei es sinnvoll und wichtig, einen grenzübergreifenden Ausbildungsmarkt zu schaffen: "Der deutsch-französische Berufsschulzweig Automobil ist ein erster Schritt in diese Richtung. Mit ihm ergibt sich eine Win-Win-Situation für unsere beiden Länder und unsere Auszubildenden: von jungen motivierten Jugendlichen, die eine grenzübergreifende Ausbildung absolvieren, profitieren nicht zuletzt die Azubis, sondern auch unsere Märkte mit ihren Kunden. So stärken wir auch gegenseitig unsere Wirtschaft", so die Ministerin.

Am BBZ in St. Ingbert wird eine spezielle deutsch-französische Klasse für Kfz-Mechatronikerinnen und Mechatroniker gebildet. In dieser Landesfachklasse wird Französisch mit Fachlehre in drei Stunden pro Schulblockwoche unterrichtet. Der berufsbezogene Unterricht in deutscher Sprache bleibt in der Stundenzahl unverändert. Auch die Gesamtanzahl der Unterrichtsstunden bleibt gleich. Vornehmlich in den Schulblockwochen werden Austauschmaßnahmen in französischen Werkstätten geplant. Vorkenntnisse in Französisch sind nicht erforderlich. Die Auszubildenden werden entsprechend ihrem jeweiligen Sprachniveau individuell gefördert.

Parallel dazu wird am Lycée Professionnel in Marly eine Section d`enseignement professionnel franco-allemande des metiers de la Maintenance des Véhicules Automobiles gebildet. Die Nähe der beiden Schulen erlaubt eine sehr enge und nachhaltige Kooperation. Diese soll im weiteren Aufbau der deutsch-französischen Ausbildungspartnerschaft durch Kooperationen der Betriebe ergänzt werden.

Neben der Förderung der Partnersprache Französisch und dem interkulturellen Verstehen wird eine Kooperation in der beruflichen Ausbildung aufgebaut. Diese drei Ziele werden umgesetzt durch nachbarsprachlich orientierten Unterricht, durch Tagesbegegnungen, durch einen Kulturaustausch und durch zwei berufliche Fachaustausche in Ausbildungsbetrieben. Diese Fachaustausche sind jeweils verbunden mit Gegenbesuchen, womit sich die Zeitdauer des fachlichen Kontaktes verdoppelt.

Der Französischunterricht, der sich von Anfang an an beruflichen Lernsituationen orientiert, und die Tagesbesuche schaffen die Grundlage für ein vertieftes Kennenlernen der französischen Arbeitswelt. Der Kulturaustausch soll die Jugendlichen für die französische Kultur sensibilisieren und das gegenseitige Verstehen fördern. Organisiert und finanziell gefördert wird der Kulturaustausch vom Deutsch-französischen Jugendwerk.

Aufbauend auf dem Kulturaustausch und vorbereitet durch den berufsorientierten deutschen und französischen Fachunterricht lernen die Jugendlichen in zwei beruflichen Fachaustauschen die Berufswelt des Nachbarlandes unmittelbar in Betrieben kennen. Sie sollen dort, je nach ihren Fähigkeiten, fest eingebunden werden in die Betriebsabläufe, so wie die französischen Jugendlichen in die Betriebsabläufe in den deutschen Betrieben. Organisiert und finanziert werden diese Fachaustausche durch das Deutsch-Französische Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung.


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