Nicht genügend ausgebildete Lehrkräfte vorhanden

Wie von Personalraträten und von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beklagt wird, werden im kommenden Schuljahr an den Fach- und Berufsoberschulen in ganz Bayern Hunderte von Wochenstunden Pflichtunterricht ausfallen. Betroffen sind davon u. a. die Fächer Religion, Sport, Geschichte, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und wahrscheinlich Sozialkunde und Chemie, sowie in großem Maße der Förderunterricht für schwächere Schülerinnen und Schüler.

25.09.2008 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Ferner werden an diesem Schultyp eine große Anzahl von Personen unterrichten, die keine Lehrbefähigung für Fach- und Berufsoberschulen oder überhaupt keine Lehrbefähigung für irgendeinen Schultyp besitzen. Dazu kommen an sehr vielen Schulen Pensionärinnen und Pensionäre, die aufgrund ihres Alters eigentlich nicht mehr vor der Klasse stehen sollten und als Aushilfen aktiviert werden, um den wirklichen Mangel an Lehrerinnen und Lehrern zu verschleiern. Von den vom Kultusministerium angekündigten gut 30 Realschullehrerinnen und -lehrern, die sich nachqualifizieren sollten und schon jetzt an den Fach- und Berufsoberschulen unterrichten, sind nur ca. 10 angetreten. Die Ursache dieser Misere besteht darin, dass das Kultusministerium jahrzehntelang ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer nicht eingestellt hat und jetzt vor einem leergefegten Arbeitsmarkt steht.

Klassengrößen von dreißig und mehr Schülerinnen und Schülern wird es an fast jeder Fach- und Berufsoberschule, die ja nur Klassen der Oberstufe enthält, in größerer Anzahl geben, obwohl dafür oft keine geeigneten Räume vorhanden sind. Damit hat die von der Bayerischen Staatsregierung so gepriesene Berufliche Oberstufe, mit dem die angebliche Durchlässigkeit des bayerischen gegliederten Schulsystems bewiesen werden sollte, einen denkbar schlechten Start, und der wird auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte ausgetragen.

Walter Feineis
für die Landesfachgruppe Berufliche Schulen

Ansprechpartner

GEW Bayern

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden