Statistik

Qualifikation ausländischer Arbeitnehmer gestiegen

Die berufliche Qualifikation der ausländischen Beschäftigten hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, besaßen in Baden-Württemberg zur Jahresmitte 2009 von den rund 409 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Nationalität 171 000 oder 42 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung. Zehn Jahre zuvor hatte der entsprechende Wert noch 37 Prozent betragen.

08.04.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Während sich der Anteil der ausländischen Beschäftigten mit einer abgeschlossenen Lehre nur leicht von 34 auf 35 Prozent (2009: 143 000 Beschäftigte) erhöhte, hat sich unter den ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Quote der Fachhochschul- und Hochschulabsolventen von 3 auf 7 Prozent mehr als verdoppelt (2009: 28 000 Beschäftigte). Auch der Anteil der ausländischen Beschäftigten ohne Ausbildung ging in der letzten Dekade deutlich zurück. Waren 1999 noch die Hälfte aller ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung, hat sich seither der Anteil um 15 Prozentpunkte auf nunmehr 35 Prozent verringert (2009: 144 000 Beschäftigte). Diese Entwicklung zeigt, dass sich die ausländischen Beschäftigten zunehmend besser beruflich qualifizieren.

Trotz des Aufholprozesses ist die berufliche Qualifikation der ausländischen Arbeitnehmer dennoch spürbar geringer als die der deutschen Arbeitskollegen. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit besaßen 2009 lediglich 16 Prozent keine Berufsausbildung. Damit war die Quote nicht einmal halb so hoch wie bei den ausländischen Beschäftigten. Umgekehrt lag die Akademikerquote unter den deutschen Beschäftigten mit 12 Prozent um 5 Prozentpunkte höher als bei den ausländischen Arbeitnehmern.

Je nach Staatsangehörigkeit gibt es unter den ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten große Unterschiede in der beruflichen Ausbildung. Betrachtet man allein die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den fünf zahlenmäßig am stärksten vertretenen Nationalitäten Türkei, Italien, Kroatien, Frankreich und Griechenland, so wird deutlich, dass die gut 26 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit französischem Pass unter den ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weit überdurchschnittlich gut qualifiziert sind. 63 Prozent aller Franzosen haben eine abgeschlossener Ausbildung, wobei 50 Prozent eine Lehre absolviert haben und 13 Prozent einen akademischen Abschluss vorweisen können. Damit ist die Akademikerquote bei den Beschäftigten mit französischer Nationalität fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller ausländischen Beschäftigten und um einen Prozentpunkt höher als bei den deutschen Arbeitskollegen. Unter den Beschäftigten mit französischer Staatsangehörigkeit dürften allerdings zahlreiche Personen in Frankreich wohnen und als Einpendler in Baden-Württemberg arbeiten. Auch bei den Beschäftigten aus Kroatien, Italien, Griechenland und der Türkei hat sich das Qualifikationsniveau deutlich erhöht. Im Jahr 2009 betrug der Anteil der Beschäftigten mit Ausbildung bei den Kroaten 51 Prozent, den Italienern 41 Prozent, den Griechen 40 Prozent und den Türken 32 Prozent.


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