Baden-Württemberg

Trendwende an öffentlichen beruflichen Schulen

Im laufenden Schuljahr 2010/11 besuchen gut 369 500 Schülerinnen und Schüler die öffentlichen beruflichen Schulen Baden-Württembergs im Geschäftsbereich des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport. Das sind rund 7 400 weniger als im Schuljahr zuvor. Wie in der Schülervorausrechnung 2010 des Statistischen Landesamtes beschrieben, ist damit der Höhepunkt an öffentlichen beruflichen Schulen überschritten worden. Der Rückgang der Schülerzahlen ist überwiegend demographisch bedingt.

10.01.2011 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Die vorläufige Auswertung der amtlichen Schulstatistik durch das Statistische Landesamt Baden-Württemberg ergab, dass die Schülerzahl im Schuljahr 2010/11 vor allem an den Teilzeit-Berufsschulen (einschließlich Sonderberufsschulen) gesunken ist. Nach einer Abnahme um 7 000 besuchen nunmehr 201 000 junge Menschen die Berufsschulen, an denen der schulische Teil der Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen erfolgt.

An den öffentlichen beruflichen Schulen, die eine Vollzeitausbildung anbieten, liegt die Schülerzahl mit knapp 168 500 auf dem Vorjahresniveau, je nach Schulart allerdings mit unterschiedlicher Tendenz. So war vor allem an beruflichen Schularten, die eine Hochschulreife vermitteln, eine Zunahme zu verzeichnen. Die Schülerzahl an beruflichen Gymnasien wuchs um gut 1 800 auf nun rund 50 300, die Schülerzahl an den Berufsoberschulen (ohne Berufsaufbauschulen) als Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs um gut 300 auf rund 2 100. Hier schlägt sich der kontinuierliche Ausbau der öffentlichen beruflichen Gymnasien und die Erweiterung des Angebots der Berufsoberschulen nieder. Die Zahl der Weiterbildungswilligen, die eine Fachschule besuchen, ist nochmals um knapp 300 auf nun rund 13 400 angewachsen. Während an den öffentlichen Berufskollegs des Landes die Schülerzahlen mit fast 45 300 nahezu stagnierten, sank diese an den Berufsfachschulen (ohne BEJ) um gut 2 000 auf 46 200. Vor allem an den zweijährigen zur Fachschulreife führenden Berufsfachschulen sind die Teilnehmerzahlen um 1 600 deutlich gesunken. Auch die beiden berufsvorbereitenden Bildungsgänge Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und Berufseinstiegsjahr (BEJ) haben mit zusammen gut 10 400 Jugendlichen erneut einen Rückgang um rund 1 000 Teilnehmer zu verzeichnen. Die Ursache hierfür dürfte der bedeutende Anteil an Abgängern von allgemeinbildenden Schulen sein, die diese bereits mit einem mittleren Abschluss verlassen haben.

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