Baden-Württemberg

2009 arbeitete jeder neunte Beschäftigte in Baden-Württemberg in einem MINT-Beruf

Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik mitteilt, arbeiteten zum Jahresende 2009 rund 440 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

01.09.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Dazu zählt die am häufigsten vertretene Gruppe der Techniker (147 000) und Ingenieure (138 000), die zusammen fast zwei Drittel aller Beschäftigten in MINT-Berufen ausmacht. Des weiteren Datenverarbeitungsfachleute (92 000)und Technische Sonderfahkräfte1 (41 000) sowie jeweils rund 11 000 Chemiker, Physiker und Mathematiker und sonstige Naturwissenschaftler, wie beispielsweise Biologen und Agrarwissenschaftler. Bezogen auf die insgesamt im Südwesten rund 3,9 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten übten somit gut 11 Prozent oder jeder 9. Arbeitnehmer im Land einen MINT-Beruf aus, so viele wie in keinem anderen Bundesland. Deutschlandweit lag der entsprechende Wert bei 9 Prozent.

Allein in den letzten 10 Jahren hat in Baden-Württemberg die Zahl der Beschäftigten in MINT-Berufen um knapp 47 000 oder 12 Prozent zugenommen. Damit war der prozentuale Zuwachs mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (5 Prozent) und fast sechs Mal so stark wie bei der Gesamtbeschäftigung im Land (+2 Prozent). Seit dem Jahr 1999 wurde der zahlenmäßig größte Beschäftigungszuwachs von MINT-Fachkräften mit einem Plus von über 24 000 (+36 Prozent) bei den Datenverarbeitungsfachleuten erzielt, knapp gefolgt von den Ingenieuren mit einem Zuwachs von über 23 000 (+20 Prozent). Auch bei den Naturwissenschaftlern gab es einen Beschäftigungsanstieg von fast 4 000 (+57 Prozent). Dagegen ging die Zahl der Beschäftigten bei den technischen Sonderfachkräften (–3 300 Beschäftigte oder –8 Prozent), den Technikern (–850 Beschäftigte oder –1 Prozent) sowie Chemikern, Physikern und Mathematikern (-550 Beschäftigten bzw. –5 Prozent) zurück.

Dieser Beschäftigungsabbau war allerdings insbesondere bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern zu beobachten. Im Gegensatz dazu nahm in den Fachgebieten Chemie, Physik und Mathematik die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen um fast 800 (+45 Prozent) und bei den Technikern um 150 Beschäftigte (+1 Prozent) zu. Obwohl der Beschäftigungsanstieg bei den Frauen nicht ausreichte, die Gesamtentwicklung in den einzelnen Berufsgruppen nachhaltig zu beeinflussen, wird doch deutlich, dass naturwissenschaftlich-technische Berufe bei Frauen immer beliebter werden. Vor allem im Fachgebiet Naturwissenschaften hat sich die Zahl der Frauen seit 1999 mehr als verdoppelt (+2 200 Beschäftigte bzw. +107 Prozent) und auch im Bereich der Ingenieure haben die weiblichen Kollegen mit einem Plus von 6 600 bzw. +83 Prozent besonders stark zugenommen. Insgesamt war in den letzten 10 Jahren der Zuwachs der Frauen in MINT-Berufen mit +18 Prozent dreimal so hoch wie der gesamte Beschäftigungsanstieg bei den Frauen (+6 Prozent).

Dennoch üben Frauen nach wie vor eher selten einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf aus. In Baden-Württemberg arbeiteten 2009 nur knapp 76 000 Frauen in MINT-Berufen. Gemessen an den insgesamt gut 1,7 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen waren dies nur gut 4 Prozent.

1) hierzu zählen lt. Klassifizierung der Berufe: Biologisch-technische und physikalisch und mathematisch-technische Sonderfachkräfte, Chemie- und Photolaboranten sowie technische Zeichner

Weitere Informationen und Daten unter www.statistik-bw.de


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