Hamburg

59. Deutscher Luft- und Raumfahrtkongress in Hamburg eröffnet

In Anwesenheit von Hamburgs Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Herlind Gundelach, ist heute der 59. Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress im Congress Center Hamburg eröffnet worden. Noch bis zum 2. September tauschen sich über 500 Experten aus Industrie und Wissenschaft in rund 250 fachlich hochkarätigen Vorträgen zu aktuellen Themen der Luft- und Raumfahrt aus und diskutieren neueste Forschungsergebnisse aus Hochschulen, Unternehmen und europäischen Projekten. Der Kongress steht in diesem Jahr unter dem Motto "Vernetzte Forschung und Technologien für die Gesellschaft von morgen" und präsentiert technische Kernkompetenzen mit industrieller und gesellschaftlicher Relevanz.

31.08.2010 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Die Hansestadt präsentiert sich dabei als idealer Kongressort. Hamburg und die Metropolregion bilden nach Seattle und Toulouse weltweit das drittgrößte Industriecluster für zivile Luftfahrt. Mit der Airbus Deutschland GmbH und der Lufthansa Technik AG haben zwei der wichtigsten Global Player der Branche in Hamburg ihre Zentralen und ihren Forschungsschwerpunkt. Der Flughafen Hamburg gehört seit seiner Modernisierung zu den modernsten Flughäfen in Europa. Über 300 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Metropolregion versorgen die Großunternehmen mit Zulieferungen und Dienstleistungen. An vier Hamburger Hochschulen werden Grundlagen- und angewandte Luftfahrtforschung betrieben sowie der Ingenieur-Nachwuchs ausgebildet. Mit dem Bau des Airbus A380 ist der Luftfahrtstandort Hamburg zudem an einem international herausragenden Projekt beteiligt.

Senatorin Dr. Gundelach betonte in ihrer Begrüßungsrede: "Das Motto des Kongresses verdeutlicht einmal mehr: Das ökonomische Fundament und die Zukunft unseres Landes hängen unweigerlich mit technischem Fortschritt zusammen. Denn ohne technischen Fortschritt gibt es keine wettbewerbsfähigen Produkte, die den ökonomischen und ökologischen Erfordernissen unserer Zeit genügen. Und ohne intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Zusammenspiel von Unternehmen und Hochschulen findet kein technischer Fortschritt statt."

Auch für den Luft- und Raumfahrtsektor forderte Senatorin Gundelach ein enges Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft, von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung sowie eine aktive Entwicklungsarbeit in den Unternehmen. "Wenn wir uns die weltweite Entwicklung anschauen, ist davon auszugehen, dass beispielsweise im Bereich der Flugzeugproduzenten der Konzentrationsprozess der vergangenen Jahrzehnte eine Umkehr erfahren wird", so Senatorin Gundelach. Weitere Produzenten würden – auch mit Hilfe staatlich gelenkter Investitionspolitik – in China, Indien und Brasilien als Wettbewerber der Etablierten auftreten. "Das wird eine Herausforderung werden, die natürlich auch die Zukunft der Produktionsstandorte in Deutschland und Europa betrifft. Diese Herausforderung gilt es anzunehmen, und wir werden sie nur erfolgreich bewältigen können, wenn wir weiterhin auf qualitativ hochwertige und technologisch herausragende Produkte setzen", so die Senatorin weiter.

Hamburg hat hierfür entscheidende Schritte eingeleitet. Zu Beginn unter dem Namen ´Luftfahrtstandort Hamburg`, später als Luftfahrt-Cluster, haben seit Juli 2001 die Unternehmen der Hamburger Luftfahrtindustrie, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie Verbände und Institutionen eine gemeinsame Branchen-Initiative gegründet. Daraus hat sich ein perfekt eingespieltes Netzwerk entwickelt mit dem gemeinsamen Ziel: Stärkung der Metropolregion Hamburg national und international als einem der weltweit führenden Standorte der zivilen Luftfahrtindustrie mit herausragenden Perspektiven für Unternehmer und Arbeitnehmer in Norddeutschland.

Die Hamburger Hochschulen sind von Anfang an diesen Weg mitgegangen und haben ihr anerkanntes wissenschaftliches Know-how eingebracht. Die Technische Universität Hamburg-Harburg, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Helmut-Schmidt-Universität und die Universität Hamburg verfügen über spezifische luft- und raumfahrtrelevante Expertisen und anwendungsbezogene Kompetenzen in der Forschung.

Die Nähe der multinationalen Marktführer der Branche und die Kooperation mit den Unternehmen der Luftfahrtindustrie führten in den vergangenen Jahren zu einem beträchtlichen Ausbau der wissenschaftlichen Forschung. Die Hochschulen decken darüber hinaus einen großen Anteil des Bedarfs der Luftfahrtindustrie an qualifiziertem Nachwuchs ab. "Wir haben die luftfahrtbezogenen Studiengänge ausbauen können und nehmen mittlerweile jährlich rund 350 Studienanfänger in diesem Bereich auf. Wir werden diese Zahl mit Blick auf den hohen Bedarf steigern", sagte Senatorin Gundelach.

Im Luftfahrt-Cluster ergänzen sich Wissenschaft und Wirtschaft schon jetzt vorbildlich – was der Hansestadt eine Auszeichnung im Rahmen des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesforschungsministeriums eingebracht hat. Hamburg ist 2008 als eines der fünf besten Cluster Deutschlands prämiert worden. Das Fördervolumen beträgt 40 Mio. Euro für 5 Jahre. Mit der Strategie, sich zum Kompetenzzentrum für "Neues Fliegen" zu entwickeln, um das Fliegen ökonomischer, ökologischer, komfortabler, zuverlässiger und flexibler zu gestalten, wird das Cluster seine Marktposition stärken und ausbauen.

Eine weitere Fokussierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erfolgt im "Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL)", einer gemeinsamen GmbH von Hochschulen und Industriepartnern. Das ZAL entwickelt neue Strukturen der technisch wissenschaftlichen Zusammenarbeit, die kurz mit der Idee "Forschen und Entwickeln unter einem Dach" beschrieben werden kann. So wird das ZAL eine gemeinsame Infrastruktur für Forschungs-Verbundprojekte bereit stellen und selbst Forschungsprojekte initiieren.

"Ich bin überzeugt, dass alle Beteiligten – die Unternehmen der Luftfahrtbranche ebenso wie die Hochschulen –, einerseits aus einem verständlichen Eigeninteresse heraus, andererseits aber auch mit Blick auf die Stärkung des gesamten Standortes den eingeschlagenen Weg weitergehen werden", so Senatorin Gundelach abschließend.

Am Abend findet im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses ein Senatsempfang mit Wirtschaftssenator Ian Karan und Staatsrat Peter Wenzel statt.


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