Arm als Kind! Chancenlos für immer?
Dieser Frage geht eine Bildungskonferenz der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen am Mittwoch (17.09.08) im Reithaus in Weimar nach.
16.09.2008 Thüringen Pressemeldung GEW ThüringenMehr als 60 000 Thüringer Kinder gelten als arm. Längst beeinflusst Kinderarmut die Situation und das Sozialverhalten in Schulklassen und Kindereinrichtungen. Nachgewiesen zum Beispiel, dass Sechsjährige aus armen Familien erheblich mehr und häufiger Defizite im Sprach-, Spiel- und Arbeitsverhalten aufweisen. Sie besuchen weniger und/oder erst sehr spät eine Kindertageseinrichtung und erhalten, außer in der Kita, kaum zusätzliche Förderung.
In seinen Untersuchungen zur Kinderarmut in Thüringen stellt Prof. Dr. Roland Merten (Uni Jena) fest, dass 2006 in Thüringen 21,9% der Kinder unter 15 Jahren arm sind (2005 waren es 20,1%). Beachtenswert ist auch deren Verteilung im Freistaat. Die Spanne reicht 2006 von 11,2% im Eichsfeldkreis bis 33,7%, in Erfurt.
Es gibt also Grund und Stoff genug, sich mit der Problematik der Kinderarmut auseinanderzusetzen sowie den Zusammenhang von Armut und Bildungschancen zu diskutieren. Noch wichtiger ist aber die Suche nach praktikablen Lösungen des Problems, denn offenbar ist eine gute Bildung eine der wichtigsten Voraussetzungen, um aus der Armut zu entkommen.
Gemeinsam mit Bildungspolitikern aus der Region sowie Lehrern, Erziehern und Wissenschaftler soll diese Problematik ausführlich diskutiert werden.
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