Schleswig-Holstein

Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug: "Lehrerausbildung, Eigenverantwortung, Wahloption G8/G9: Diese Landesregierung steht für bessere Bildungsqualität"

"Diese Landesregierung steht für bessere Bildungsqualität, mehr Eigenverantwortung und für eine breite Teilhabe an Bildung", sagte heute (25. April) Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug in seiner Rede zur Bildungspolitik vor dem Kieler Landtag.

25.04.2012 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Der Minister nannte beispielhaft die Erhöhung des Vertretungsfonds und den Ausbau der Schulsozialarbeit, für den diese Landesregierung "als erste überhaupt" Mittel aus dem Landeshaushalt bereitstelle. Klug: "Mit derartigen Maßnahmen erreichen wir viel mehr als mit alten ideologischen Strukturdebatten." Unter dem Motto "gute Schule fängt bei der Lehrerausbildung an" hob der Minister die folgenden Themen hervor:

Lehrerausbildung

Klug betonte, die Landesregierung habe "eine entscheidende Weiche" für die Reform der ersten Phase der Lehrerausbildung gestellt. Zukünftig werde gewährleistet, dass die Ausbildung an den neuen Schularten ausgerichtet sei und die Lehrerausbildung an der Universität Flensburg den Vorgaben der Kultusministerkonferenz entspreche. Nach dem neuen Konzept werden die Studiengänge in Flensburg ab dem Wintersemester 2013/14 auf das "Lehramt Grundschule" und das "Lehramt Regional- und Gemeinschaftsschule" bis zum mittleren Bildungsabschluss vorbereiten.

Mit der Einführung eines eigenständigen Lehramts für Grundschulen trage Schleswig-Holstein den hohen pädagogischen Anforderungen in der Primarstufe Rechnung und folge gleichzeitig einem bundesweiten Trend, sagte der Minister. Er betonte, die stärkere Ausrichtung auf den Lehrerberuf schon im Bachelorstudium stelle "eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Status Quo" dar. In der Masterphase setze sich die im Bachelor eingeleitete Differenzierung zwischen dem "Lehramt an Grundschulen" und dem "Lehramt an Regional- und Gemeinschaftsschulen" in zwei gesonderten Studiengängen fort. "In Flensburg werden künftig Lehrer ausgebildet, die nicht nur durch die fachliche Ausrichtung des Studiums, sondern auch durch einen hohen Praxisanteil auf den anspruchsvollen Lehrerberuf gut vorbereitet werden", sagte Klug.

Der Minister betonte, dass es bereits Verbesserungen in der zweiten Phase der Lehrerausbildung (Vorbereitungsdienst/Referendariat) gebe. Er kündigte die Organisation der Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern im neu ausgerichteten Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in eigenen Landesseminaren für die jeweiligen Lehrämter an. "Mit den Änderungen in der Lehrerbildung ziehen wir die Konsequenzen aus den Bildungsreformen der vergangenen Jahre und bringen sie zugleich zum Abschluss. Auf dieser Basis wird eine verlässliche Schulentwicklung für die kommenden Jahre möglich", betonte der Bildungsminister.

G8 und G9

Klug sagte, Unzufriedenheit an den Schulen sei seinerzeit die Ausgangslage für die bildungspolitische Arbeit der jetzigen Landesregierung gewesen. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Strukturen nicht erneut anzufassen", sagte der Minister. Stattdessen habe die Landesregierung die wichtigsten Fehlentwicklungen korrigiert: So bekamen die Gymnasien die Wahlfreiheit zwischen dem acht- oder neunjährigen Bildungsweg oder konnten auch beide parallel anbieten. "Wie wir heute sehen, wird das dankbar von Eltern und Schülerinnen und Schülern angenommen", sagte Klug. Die G9-Bildungsgänge legten bei den Anmeldungen um 1,4 Prozent zu, während G8-Anmeldungen um 9,1 Prozent und die Gymnasium-Anmeldungen insgesamt Demografie bedingt um 7,7 Prozent zurückgingen. Der Minister betonte, zugleich seien Entlastungen und zusätzliche Unterstützungen für G8 eingeführt worden, denn "wir wollen das Rad nicht zurückdrehen, wir wollen die Wahlfreiheit". Klug sagte zudem, mit der Angleichung der Bestimmungen habe die Landesregierung das schwierige Nebeneinander von Gemeinschafts- und Regionalschule "deutlich entschärft".

Kleine Schulstandorte

Der Bildungsminister warnte vor einer Veränderung der Mindestgrößen für Schulen, die die Vorgänger-Regierung mit dem Schulgesetz 2007 eingeführt habe. Denn planerisch hätten sich die Schulträger auf diese eingestellt, im Übrigen steuere die Schulaufsicht den Anpassungsprozess nicht vom grünen Tisch aus, sondern im Dialog mit den Betroffenen. "Anpassungen gibt es immer erst dann, wenn sich der Schülerrückgang unterhalb der Mindestgröße verstetigt", sagte der Minister.

Analphabetismus

In Schleswig-Holstein fördere die Landesregierung seit Jahren Maßnahmen im Bereich Analphabetismus. Klug betonte, das Angebot im Norden sei im Vergleich mit anderen Bundesländern "weit überdurchschnittlich". So gebe es 11,6 entsprechende Kurse pro 100.000 Einwohner, im Bundesdurchschnitt stünden hier nur 4,2 Kurse. Er wisse von den Volkshochschulen, dass noch kein einziger Interessent abgewiesen werden musste. "Wir wollen aber dran bleiben und auch die erreichen, die sich nicht trauen", sagte er.


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