Bayern

BLLV: 250 Millionen Euro für Bildung bereit stellen

"Wenn die Gewinne sprudeln und sich Finanzminister Georg Fahrenschon über unerwartete Mehreinnahmen im Staatshaushalt freuen kann, muss das auch für Familien, Bildung und Forschung Konsequenzen haben", verlangte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel. Wie bekannt wurde, belaufen sich die zusätzlichen Steuereinnahmen auf rund 500 Millionen Euro. "Kein vernünftig denkender Bürger kann nachvollziehen, dass bei Mehreinnahmen von solcher Größenordnung kein Euro mehr in öffentliche Bildungseinrichtungen fließen soll", erklärte Wenzel heute in München.

31.01.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Es sei hinlänglich bekannt, dass die bislang vorgesehenen Investitionen bei Weitem nicht ausreichten, um die schlimmsten Mängel an den Schulen und Hochschulen zu beseitigen, sagte er. Wenzel appellierte an Finanzminister Fahrenschon, seinen Kabinettskollegen, Kultusminister Spaenle, effizient zu unterstützen: "Der Kultusminister betont immer wieder, wie sehr ihm der Ausbau der individuellen Förderung an allen Schulen am Herzen liegt. Er sollte in diesen Bemühungen auch finanziell wirksamer unterstützt werden." Alle Schulen müssten wesentlich besser ausgestattet werden. "Wer Schülerinnen und Schüler tatsächlich individuell fördern will, braucht erheblich mehr qualifiziertes Lehrerpersonal und kleinere Klassen."

Mit dem Geld könnte vielen arbeitslosen Junglehrern im Gymnasial- und Grundschulbereich, die keine Einstellung erhalten hätten, eine berufliche Perspektive eröffnet werden. "Sie werden an den Schulen schließlich händeringend gebraucht." Dringend erforderlich sei es auch, Anreize für den Lehrerberuf zu schaffen: "Wir brauchen die Besten an den Schulen und dürfen sie nicht Sparmaßnahmen wie der Herabsetzung der Eingangsbesoldung und drohender Arbeitslosigkeit vom Lehramtsstudium abschrecken."

Auch die Hochschulen darbten, die Studienbedingungen seien vielerorts miserabel: "Hier besteht ein großer Handlungsbedarf und es wäre ein wichtiger Schritt, auch an dieser Stelle mehr zu investieren - Geld ist vorhanden."

"Die Staatsregierung könnte jetzt ein deutliches Zeichen setzen und dem bislang schleppendem ´Aufbruch Bayern´ deutlich mehr Dynamik verleihen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auf Zustimmung stoßen würde", so der BLLV-Präsident. Schließlich seien tausende Eltern, Lehrer und Studierende mit der Situation an Schulen und Universitäten seit langem sehr unzufrieden.

Mindestens die Hälfte der 500 Millionen Euro sollte daher in den Bildungsbereich einfließen.


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